Berliner Muslime

Kurzfassung des Verständnisses der schönsten Namen Allahs · Kapitel 43 von 73

Al-Barr (der Gütige)

Al-Barr (der Gütige)

Dieser Name kommt im edlen Quran an einer einzigen Stelle vor, nämlich in dem Wort des Erhabenen: „Wir pflegten ja schon früher ihn anzurufen. Er ist wahrlich der Gütige, der Barmherzige." (Sure aṭ-Ṭūr 52:28) Gemeint ist damit: Er ist derjenige, der alle Geschöpfe ausnahmslos mit seiner Güte, Huld und Gabe umfasst. Er ist der Spender der Gnadengaben, weit in seinem Geben und beständig in seiner Wohltat. Er war und ist stets durch Güte und Gabe gekennzeichnet und durch Huld und Wohltat bekannt. Er erweist den Menschen überreiche Gnaden, aufeinanderfolgende Gaben und vielfältige Wohltaten. Seine Großzügigkeit, seine Güte und seine Freigebigkeit haben kein Maß. Er – gepriesen sei er – ist der Herr der weiten Großzügigkeit, der fortwährenden Gunst und der reichlich strömenden Gabe.

Zu dem, was man hier wissen sollte, gehört: Al-Barr – gepriesen sei er – liebt die Menschen der Güte. Darum bringt er ihre Herzen ihm näher, je nachdem, wie viel Gutes sie getan haben. Er liebt die Werke der Güte und vergilt sie mit Rechtleitung, Erfolg und hohem Rang im Diesseits und im Jenseits. Das Wort „Birr" (Güte, Frömmigkeit) bedeutet im Ursprung: sich im Tun des Guten zu entfalten. Der umfassendste Vers über die Eigenschaften der Frommen ist das Wort des Erhabenen:

Quran

﴿لَّيْسَ ٱلْبِرَّ أَن تُوَلُّوا۟ وُجُوهَكُمْ قِبَلَ ٱلْمَشْرِقِ وَٱلْمَغْرِبِ وَلَٰكِنَّ ٱلْبِرَّ مَنْ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَٱلْيَوْمِ ٱلْءَاخِرِ وَٱلْمَلَٰٓئِكَةِ وَٱلْكِتَٰبِ وَٱلنَّبِيِّۦنَ وَءَاتَى ٱلْمَالَ عَلَىٰ حُبِّهِۦ ذَوِى ٱلْقُرْبَىٰ وَٱلْيَتَٰمَىٰ وَٱلْمَسَٰكِينَ وَٱبْنَ ٱلسَّبِيلِ وَٱلسَّآئِلِينَ وَفِى ٱلرِّقَابِ وَأَقَامَ ٱلصَّلَوٰةَ وَءَاتَى ٱلزَّكَوٰةَ وَٱلْمُوفُونَ بِعَهْدِهِمْ إِذَا عَٰهَدُوا۟ وَٱلصَّٰبِرِينَ فِى ٱلْبَأْسَآءِ وَٱلضَّرَّآءِ وَحِينَ ٱلْبَأْسِ أُو۟لَٰٓئِكَ ٱلَّذِينَ صَدَقُوا۟ وَأُو۟لَٰٓئِكَ هُمُ ٱلْمُتَّقُونَ﴾ [البقرة: ١٧٧]

„Nicht darin besteht die Frömmigkeit, dass ihr eure Gesichter nach Osten und Westen wendet. Vielmehr ist fromm, wer an Allah glaubt, an den Jüngsten Tag, an die Engel, die Schrift und die Propheten, wer – bei aller Liebe zum Besitz – Verwandten, Waisen, Armen, dem Wanderer und den Bettelnden davon gibt und für den Loskauf von Sklaven, wer das Gebet verrichtet und die Zakāh entrichtet, und die, die ihre Verpflichtung erfüllen, wenn sie eine eingegangen sind, und die Standhaften in Not und Drangsal und in der Zeit der Bedrängnis. Das sind die, die aufrichtig sind, und das sind die Gottesfürchtigen." (Sure al-Baqara 2:177)

Und Allah, der Erhabene, sagt:

Quran

﴿لَن تَنَالُوا۟ ٱلْبِرَّ حَتَّىٰ تُنفِقُوا۟ مِمَّا تُحِبُّونَ وَمَا تُنفِقُوا۟ مِن شَىْءٍ فَإِنَّ ٱللَّهَ بِهِۦ عَلِيمٌ﴾ [آل عمران: ٩٢]

„Ihr erlangt die Frömmigkeit nicht, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt. Und was ihr auch spendet – Allah weiß darüber Bescheid." (Sure Āl ʿImrān 3:92)

Hierzu hat Qatāda – Allah erbarme sich seiner – gesagt; Ibn Jarīr aṭ-Ṭabarī überliefert es in seinem Quran-Kommentar:

Gelehrtenaussage

«لن تنالوا برَّ ربِّكم حتَّى تُنفقوا ممَّا يُعجِبُكم وممَّا تَهوَوْنَ من أموالِكم»

„Ihr erlangt die Güte eures Herrn nicht, bis ihr von dem spendet, was euch gefällt und was ihr von eurem Besitz begehrt."

Möge Allah uns allen die Rechtschaffenheit unserer Seelen eingeben und uns von seiner Huld, seiner Güte und seiner Großzügigkeit geben, was wir nicht erahnen. Er ist wahrlich der Allhörende, der Erhörende.