Die Lehrtexte des Wissensstudenten – Fünfte Stufe · Kapitel 34 von 35
Kapitel: Das Erbe der Blutsverwandten (Dhawu l-Arham)
Kapitel: Das Erbe der Blutsverwandten (Dhawu l-Arham)
٧ – إِنْ لَمْ يَكُنْ ذُو فَرْضٍ اوْ مُعَصِّبُ
فَاخْصُصْ ذَوِي الأَرْحَامِ حُكْماً أَوْجَبُوا
7 – Gibt es weder einen Erben mit festem Anteil noch einen Agnaten (Mu'assib), / so bestimme für die Blutsverwandten eine Regelung, die man für verbindlich erklärt hat:
٨ – نَـزِّلْـهُـمُ مَـكَـانَ مَـنْ أَدْلَـوْا بِـهِ
إِرْثـاً وَحَـجْـبـاً هَـكَـذَا قَـالُـوا بِـهِ
8 – Setze sie an die Stelle dessen, über den sie mit dem Verstorbenen verwandt sind, / hinsichtlich des Erbes und des Ausschlusses; so haben sie es gelehrt.
٩ – كَبِنْتِ بِنْتٍ حَجَبَتْ بِنْتَ ابْنِ أُمّْ
وَعَـمَّـةٍ قَـدْ حَـجَـبَـتْ بِـنْـتـاً لِـعَـمّْ
9 – So schließt etwa die Tochter einer Tochter die Tochter eines Sohnes der Mutter aus, / und eine Tante väterlicherseits schließt die Tochter eines Onkels väterlicherseits aus.
١٠ – لَكِنَّمَا الذُّكُورُ فِي الـمِيـرَاثِ
عِـنْـدَ اسْتِـوَاءِ الـجِـنْـسِ كَـالإِنَـاثِ
10 – Doch die Männer sind im Erbe, / wenn das Geschlecht gleich ist, wie die Frauen.
١١ – فَاقْبَلْ هُدِيتَ مِنِّي هَذَا النَّظْمَا
وَاحْـفَـظْ وَقُـلْ يَـا رَبِّ زِدْنِـي عِـلْـمَـا
11 – So nimm von mir dieses Lehrgedicht an – du seist rechtgeleitet –, / und lerne es auswendig und sprich: „Mein Herr, mehre mein Wissen!“
Vollendet mit dem Lob Allahs.
Das Glaubensbekenntnis des Imams Abu Dscha'far at-Tahawi
Die Tahawiyya-Glaubensschrift (al-'Aqida at-Tahawiyya)
von Abu Dscha'far Ahmad ibn Muhammad ibn Salama at-Tahawi al-Hanafi, Allah erbarme sich seiner (239–321 n. H.)
Die für die Edition herangezogenen Handschriften
Bei der Edition des Textes habe ich mich auf fünfzehn Handschriften gestützt, geordnet nach dem Datum ihrer Abschrift wie folgt:
1 – Eine Handschrift in der Bibliothek der Azhar-Moschee – in Ägypten –, Nr. (42296), mit einem Kollationsvermerk (Balagh muqabala) vom 29.08.611 n. H.
2 – Eine Handschrift in der Zahiriyya-Bibliothek in Damaskus – Syrien –, Nr. (8344), Abschriftsdatum: 732 n. H.
3 – Eine Handschrift in der Bibliothek Gedik Ahmed Pascha II. (Öffentliche Bibliothek) in Afyon Karahisar – Türkei –, Nr. (17517), Abschriftsdatum: 736 n. H.
4 – Eine Handschrift in der Bibliothek Seriz innerhalb der Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul – Türkei –, Nr. (1394), mit einer Erlaubnis (Idscha za) für den Abschreiber aus dem Jahr 742 n. H.
5 – Eine Handschrift in der Bibliothek Burtuf Pascha innerhalb der Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul – Türkei –, Nr. (650), Abschriftsdatum: 743 n. H.
6 – Eine Handschrift im Dar al-Kutub al-Baladiyya in Alexandria – Ägypten –, Nr. (1968 d), Abschriftsdatum: 783 n. H.
7 – Eine Handschrift in der Bibliothek Qara Zada Muhammad innerhalb der Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul – Türkei –, Nr. (553/1), Abschriftsdatum: 800 n. H.
8 – Eine Handschrift in der Bibliothek Fādil Ahmad Köprülü, die zur Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul – Türkei – gehört, Nummer (847), Abschriftsdatum: 821 n. H.
9 – Eine Handschrift in der Bibliothek Is'āf an-Nashāshībī in al-Quds asch-Scharīf (Jerusalem) – Palästina –, Nummer (MS145), Abschriftsdatum: 824 n. H.
10 – Eine Handschrift in der Bibliothek des Heiligen Gebetshauses in Mekka – Saudi-Arabien –, Nummer (1427/4). Sie trägt den Besitzvermerk des Emirs Baybughā al-Muzaffarī, der im Jahr 833 n. H. verstarb, und darauf befindet sich ebenfalls die Handschrift von Muhammad ibn Khalīl ibn Muhammad al-Basrawī, der sie im Jahr 842 n. H. durchgesehen hat.
11 – Eine Handschrift in der Bibliothek der allgemeinen Qādiriyya-Schule in Bagdad – Irak –, Nummer (536), Abschriftsdatum: 863 n. H.
12 – Eine Handschrift in der Zāhiriyya-Bibliothek in Damaskus – Syrien –, Nummer (18576 T).
13 – Eine Handschrift in der Azhar-Bibliothek – Ägypten –, Nummer (5512). Sie trägt den Besitzvermerk des Dieners Qānī ibn ʿAbdillāh as-Sayfī at-Turkumānī az-Zāhirī – einem der Mamluken des Sayf ad-Dīn az-Zāhir Barqūq, der im Jahr 801 n. H. verstarb –.
14 – Eine Handschrift in der Nationalbibliothek in Manisa – Türkei –, Nummer (2962), Abschriftsdatum: schätzungsweise das 10. Jahrhundert.
15 – Eine Handschrift in der Bibliothek Fādil Ahmad Köprülü, die zur Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul – Türkei – gehört, Nummer (848).
Der Text wurde als Audio aufgenommen, und die Aufnahmen erscheinen mithilfe des folgenden QR-Codes:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
قَالَ الإِمَامُ أَبُو جَعْفَرٍ الطَّحَاوِيُّ رَحِمَهُ اللَّهُ: هَذَا ذِكْرُ بَيَانِ اعْتِقَادِ أَهْلِ السُّنَّةِ وَالجَمَاعَةِ عَلَى مَذْهَبِ فُقَهَاءِ المِلَّةِ – أَبِي حَنِيفَةَ النُّعْمَانِ بْنِ ثَابِتٍ الكُوفِيِّ، وَأَبِي يُوسُفَ يَعْقُوبَ بْنِ إِبْرَاهِيمَ الأَنْصَارِيِّ، وَأَبِي عَبْدِ اللَّهِ مُحَمَّدِ بْنِ الحَسَنِ الشَّيْبَانِيِّ رَحْمَةُ اللَّهِ عَلَيْهِمْ – وَمَا يَعْتَقِدُونَ مِنْ أُصُولِ الدِّينِ، وَيَدِينُونَ بِهِ لِرَبِّ العَالَمِينَ.
Imam Abū Jaʿfar at-Tahāwī – Allah erbarme sich seiner – sagte: Dies ist die Darlegung des Glaubensbekenntnisses der Ahl as-Sunna wal-Jamāʿa gemäß dem Weg der Rechtsgelehrten der Gemeinschaft – Abū Hanīfa an-Nuʿmān ibn Thābit al-Kūfī, Abū Yūsuf Yaʿqūb ibn Ibrāhīm al-Ansārī und Abū ʿAbdillāh Muhammad ibn al-Hasan asch-Schaibānī, Allahs Barmherzigkeit sei mit ihnen – sowie dessen, was sie von den Grundlagen der Religion glauben und womit sie Allah, dem Herrn der Welten, dienen.
نَقُولُ فِي تَوْحِيدِ اللَّهِ، مُعْتَقِدِينَ بِتَوْفِيقِ اللَّهِ: إِنَّ اللَّهَ وَاحِدٌ لَا شَرِيكَ لَهُ، وَلَا شَيْءَ مِثْلُهُ، وَلَا شَيْءَ يُعْجِزُهُ، وَلَا إِلَهَ غَيْرُهُ. قَدِيمٌ بِلَا ابْتِدَاءٍ1، دَائِمٌ2 بِلَا انْتِهَاءٍ. لَا يَفْنَى وَلَا يَبِيدُ، وَلَا يَكُونُ إِلَّا مَا يُرِيدُ. لَا تَبْلُغُهُ الأَوْهَامُ، وَلَا تُدْرِكُهُ الأَفْهَامُ، وَلَا يُشْبِهُ الأَنَامَ.
Wir sagen über die Einheit Allahs – im Glauben und mit dem Beistand Allahs: Allah ist einer, ohne Teilhaber. Nichts gleicht Ihm, nichts macht Ihn unfähig, und es gibt keinen Gott außer Ihm. Er ist ewig ohne Anfang1 und beständig2 ohne Ende. Er vergeht nicht und geht nicht zugrunde, und es geschieht nur, was Er will. Die Vorstellungen erreichen Ihn nicht, und die Verstandeskräfte erfassen Ihn nicht, und Er gleicht nicht den Geschöpfen.
1 „Ewig ohne Anfang“ (qadīm bilā ibtidā'): Dieser Ausdruck kommt unter den schönsten Namen Allahs nicht vor. Er wird ersetzt durch Seinen Namen – gepriesen sei Er –: „der Erste“, wie der Erhabene sagt: „Er ist der Erste.“
2 „Beständig“ (dā'im) gehört nicht zu den Namen Allahs. Es wird ersetzt durch Seinen Namen – gepriesen sei Er –: „der Letzte“.
Er ist Schöpfer ohne Bedürfnis, Versorger ohne Mühe, Töter ohne Furcht und Erwecker ohne Anstrengung.
Er war von Ewigkeit her mit seinen Eigenschaften da, vor seiner Schöpfung. Durch das Dasein der Geschöpfe hat er an Eigenschaften nichts hinzugewonnen, was nicht schon vor ihnen da war.
Und wie er von Ewigkeit her mit seinen Eigenschaften war, so bleibt er auch in alle Ewigkeit auf ihnen.
Nicht erst seit er die Schöpfung erschuf, hat er den Namen „der Schöpfer“ erworben, und nicht erst durch das Hervorbringen der Geschöpfe den Namen „der Erschaffer“.
Ihm kommt die Bedeutung der Herrschaft zu, auch wo es keinen Beherrschten gibt, und die Bedeutung des Schöpfers, auch wo es kein Geschöpf gibt.
Und wie er der Belebende der Toten ist, nachdem er sie belebt hat, so verdiente er diesen Namen, bevor er sie belebte. Ebenso verdiente er den Namen „der Schöpfer“, bevor er sie hervorbrachte. Das, weil er zu allem fähig ist, alles auf ihn angewiesen ist, jede Angelegenheit ihm leicht fällt und er auf nichts angewiesen ist:
﴿لَيْسَ كَمِثْلِهِۦ شَىْءٌ وَهُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلْبَصِيرُ﴾
„Nichts ist ihm gleich; und er ist der Allhörende, der Allsehende.“
Er erschuf die Schöpfung mit seinem Wissen, bestimmte ihnen ihre Maße und setzte ihnen ihre Fristen. Nichts von ihren Taten blieb ihm verborgen, bevor er sie erschuf, und er wusste, was sie tun würden, bevor er sie erschuf.
Er befahl ihnen, ihm zu gehorchen, und verbot ihnen, ihm ungehorsam zu sein.
Alles geschieht durch seine Macht und seinen Willen, und sein Wille wird vollzogen. Die Diener haben keinen Willen außer dem, was er ihnen will: Was er für sie will, geschieht, und was er nicht will, geschieht nicht.
Er leitet recht, wen er will, bewahrt und schenkt Wohlergehen aus Huld; und er lässt in die Irre gehen, wen er will, lässt im Stich und prüft in Gerechtigkeit.
Sie alle bewegen sich in seinem Willen zwischen seiner Huld und seiner Gerechtigkeit. Niemand kann sein Urteil abwenden, niemand sein Gebot rückgängig machen und niemand seinen Befehl überwältigen. Wir glauben an all dies und sind gewiss, dass alles von ihm kommt.
Und Muhammad ﷺ ist sein auserwählter Diener, sein erkorener Prophet und sein wohlgefälliger Gesandter.
Er ist das Siegel der Propheten und der Imam der Gottesfürchtigen, und jeder Anspruch auf Prophetentum nach seiner Prophetenschaft ist Irrweg und Begierde.
Er ist es, der zu allen Dschinn und zur gesamten Schöpfung gesandt wurde, mit der Wahrheit und der Rechtleitung.
Der Quran ist das Wort Gottes, des Erhabenen. Von ihm ging er aus als Rede, ohne dass nach dem Wie gefragt wird, und er offenbarte ihn seinem Propheten als Offenbarung. Die Gläubigen haben ihn darin in Wahrheit bestätigt.
Und sie sind gewiss, dass er in Wirklichkeit das Wort Gottes, des Erhabenen, ist und nicht, wie die Rede der Geschöpfe, erschaffen.
Wer ihn hört und behauptet, er sei Menschenwort, ist ungläubig geworden. Gott, der Erhabene, hat ihn getadelt, geschmäht und ihm seine Strafe angedroht, als er sagte: „Ich werde ihn in Saqar brennen lassen.“
Als Gott nun Saqar dem androhte, der sagte: „Dies ist nichts als Menschenwort“, erkannten wir, dass er das Wort des Schöpfers der Menschen ist und dem Wort der Menschen nicht ähnelt.
Wer Gott, den Erhabenen, mit einer Bedeutung aus den Bedeutungen der Menschen beschreibt, ist ungläubig geworden. Wer dies einsieht, nimmt es sich zur Lehre und hält sich von Worten wie denen der Ungläubigen fern, und er weiß, dass Gott, der Erhabene, mit seinen Eigenschaften nicht wie die Menschen ist.
Und die Schau Allahs ist für die Bewohner des Paradieses Wahrheit, ohne dass sie Ihn umfassen oder ein Wie bestimmen könnten, so wie das Buch unseres Herrn es ausgesprochen hat: „Gesichter werden an jenem Tag strahlend sein, auf ihren Herrn blickend." Ihre Deutung ist so, wie Allah, der Erhabene, es gewollt und gewusst hat.
Und alles, was dazu an authentischem Hadith vom Gesandten Allahs ﷺ überliefert ist, verhält sich so, wie er gesagt hat, und seine Bedeutung ist so, wie er es gemeint hat. Wir lassen uns dabei weder auf Umdeutungen nach unseren Meinungen ein noch auf Einbildungen nach unseren Neigungen. Denn in seiner Religion bleibt nur der unversehrt, der sich Allah ﷻ und Seinem Gesandten ﷺ unterwirft und das Wissen um das, was ihm unklar ist, dem zurückgibt, der es kennt.
Und der Fuß des Islam findet nur auf dem Boden der Hingabe und Unterwerfung Halt.
Wer also nach dem Wissen von dem trachtet, dessen Kenntnis ihm verwehrt ist, und sich mit der Hingabe nicht zufriedengibt, dem verschließt sein Verstehen-Wollen den Zugang zum reinen Tauhid, zur lauteren Erkenntnis und zum gesunden Glauben. So schwankt er zwischen Unglaube und Glaube, zwischen Bestätigung und Leugnung, zwischen Zugeständnis und Ablehnung – von Einflüsterungen geplagt, ratlos, zweifelnd und abgeirrt: weder ein bestätigender Gläubiger noch ein leugnender Verneiner.
Und der Glaube an die Schau ist für die Bewohner des Hauses des Friedens nicht gültig bei dem, der sie als bloße Einbildung auffasst oder sie nach eigenem Verständnis deutet. Denn die Deutung der Schau – und die Deutung jeder Bedeutung, die der Herrschaft Allahs zugeschrieben wird – besteht darin, die Deutelei zu unterlassen und an der Hingabe festzuhalten. Darauf beruht die Religion der Gesandten.
Wer sich nicht vor Verneinung und Vergleich hütet, der ist gestrauchelt und hat die Transzendenz nicht getroffen. Denn unser Herr, erhaben und hoch, ist mit den Eigenschaften der Einzigkeit beschrieben und mit den Merkmalen der Alleinheit gekennzeichnet; keines der Geschöpfe ist Ihm in seiner Bedeutung gleich. Erhaben ist Er über Grenzen und Enden, über Glieder, Organe und Werkzeuge; die sechs Richtungen umfassen Ihn nicht, wie sie alle anderen erschaffenen Dinge umfassen1.
1 Dies gehört zu den allgemein gehaltenen Ausdrücken, die in der Offenbarung nicht vorgekommen sind. Möglicherweise meinte der Verfasser mit seinen Worten „die Grenzen" jene, die die Menschen kennen. „Und die Enden": Allahs Erhabenheit darüber, dass die Geschöpfe Ihm in Seiner Weisheit ähneln. „Und die Glieder, Organe und Werkzeuge": Allahs Erhabenheit darüber, dass die Geschöpfe Ihm in Seinen Wesenseigenschaften ähneln. Und „die sechs Richtungen umfassen Ihn nicht": das heißt die sechs erschaffenen Richtungen; gemeint ist nicht, dass Allahs Erhabenheit und Sein Istiwāʾ (Sich-Erheben) verneint würden.
Und die Himmelsreise (al-Miʿrāğ) ist Wahrheit. Der Prophet ﷺ wurde auf die Nachtreise geführt und mit seiner Person im Wachzustand in den Himmel emporgehoben, dann weiter dorthin, wohin Allah es in der Höhe wollte. Und Allah, der Erhabene, ehrte ihn, womit Er wollte, und offenbarte ihm, was Er offenbarte.
Und das Becken (al-Ḥauḍ), mit dem Allah, der Erhabene, ihn zum Beistand für seine Gemeinde geehrt hat, ist Wahrheit.
Und die Fürsprache, die er für sie aufgespart hat, ist Wahrheit, wie es in den Überlieferungen berichtet wird.
Der Bund, den Allah, der Erhabene, von Adam, Friede sei auf ihm, und seiner Nachkommenschaft genommen hat, ist wahr.
Allah, der Erhabene, wusste von Ewigkeit her die Zahl derer, die ins Paradies eingehen, und die Zahl derer, die ins Feuer eingehen, als eine einzige Gesamtsumme. So wird an dieser Zahl nichts hinzugefügt und nichts davon abgezogen. Ebenso verhält es sich mit ihren Taten, so wie Er von ihnen wusste, dass sie sie tun würden.
Jedem wird das erleichtert, wofür er erschaffen wurde, und die Taten werden nach ihrem Abschluss beurteilt. Glückselig ist, wer durch Allahs Beschluss glückselig wurde, und unselig ist, wer durch Allahs Beschluss unselig wurde.
Der Ursprung der Vorherbestimmung ist ein Geheimnis Allahs in Seiner Schöpfung, über das weder ein (Allah) nahestehender Engel noch ein gesandter Prophet unterrichtet wurde.
Das tiefe Grübeln und das Nachsinnen darüber sind ein Mittel zum Verlassenwerden (von Allahs Beistand), eine Leiter der Entbehrung und eine Stufe der Überschreitung. So hüte dich gänzlich davor, sei es im Betrachten, im Nachdenken oder in der Einflüsterung. Denn Allah, der Erhabene, hat das Wissen um die Vorherbestimmung vor Seinen Geschöpfen verborgen und ihnen verboten, danach zu streben, wie Er, der Erhabene, sagt: „Er wird nicht danach gefragt, was Er tut, sie aber werden gefragt." Wer also fragt: „Warum hat Er es getan?", der hat das Urteil des Buches zurückgewiesen, und wer das Urteil des Buches zurückweist, gehört zu den Ungläubigen.
Dies ist die Summe dessen, was jemand von den Freunden Allahs, des Erhabenen, braucht, dessen Herz erleuchtet ist; und das ist die Stufe der im Wissen Gefestigten. Denn das Wissen ist zweierlei: ein Wissen, das in der Schöpfung vorhanden ist, und ein Wissen, das in der Schöpfung nicht vorhanden ist1.
Das vorhandene Wissen zu leugnen ist Unglaube, und das nicht vorhandene Wissen für sich zu beanspruchen ist Unglaube.
Der Glaube ist nur gültig, wenn man das vorhandene Wissen annimmt und es unterlässt, das nicht vorhandene Wissen zu suchen.
1 Mit „dem nicht vorhandenen Wissen" meint er, Allah erbarme sich seiner, das Wissen um das Verborgene.
Wir glauben an die Tafel und den Schreibrohr und an alles, was darauf aufgeschrieben ist.
Wenn sich die gesamte Schöpfung auf etwas einigte, wovon Allah, der Erhabene, aufgeschrieben hat, dass es sein wird, um es zu etwas zu machen, das nicht sein wird, so wären sie dazu nicht imstande.
Und wenn sie sich alle auf etwas einigten, wovon Allah, der Erhabene, aufgeschrieben hat, dass es nicht sein wird, um es zu etwas zu machen, das sein wird, so wären sie dazu nicht imstande.
Das Schreibrohr ist trocken geworden über dem, was bis zum Tag der Auferstehung sein wird. Was den Diener verfehlt hat, hätte ihn niemals treffen können, und was ihn getroffen hat, hätte ihn niemals verfehlen können.
Dem Diener obliegt es zu wissen, dass Allah, der Erhabene, mit Seinem Wissen in jedem Seienden Seiner Schöpfung zuvorgekommen ist.
Und Er hat dies durch Seinen Willen als festes, unumstößliches Maß bestimmt, in dem es nichts Aufhebendes und nichts Nachträgliches gibt, keinen, der es beseitigt, keinen, der es verändert, und keinen, der es umwandelt, und in dem nichts hinzukommt und nichts fehlt von Seiner Schöpfung in Seinen Himmeln und auf Seiner Erde.
Und das gehört zum festen Band des Glaubens, zu den Grundlagen der Erkenntnis und zum Bekenntnis der Einheit Allahs und Seiner Herrschaft, so wie Er, der Erhabene, sagt: „Und Er hat alles erschaffen und es genau bemessen", und der Erhabene sagt: „Und Allahs Befehl ist ein fest bestimmter Beschluss."
Wehe also dem, der in der Vorherbestimmung zu einem Streitgegner Allahs geworden ist und ein krankes Herz zum Nachgrübeln darüber herbeigebracht hat! Er hat in seinem Wahn danach gesucht, das verborgene Geheimnis zu ergründen, und ist mit dem, was er gesagt hat, als lügnerischer Verleumder und Sünder zurückgekehrt.
Der Thron und der Kursi sind wahr, wie Allah, der Erhabene, es in Seinem Buch dargelegt hat.
Und Er, Dessen Majestät erhaben ist, ist unabhängig vom Thron und von dem, was darunter ist; Er umfasst alles und ist über allem, und Er hat Seine Schöpfung unfähig gemacht, Ihn zu umfassen.
Und wir sagen: Gewiss, Allah, der Erhabene, nahm Ibrahim zum Vertrauten (Khalil), und Er sprach zu Musa unmittelbar – im Glauben, in Bestätigung und in Hingabe.
Wir glauben an die Engel, die Propheten und die Bücher, die auf die Gesandten herabgesandt wurden, und wir bezeugen, dass sie auf der offenkundigen Wahrheit waren.
Und wir nennen die Leute unserer Qibla Muslime und Gläubige, solange sie das anerkennen, womit der Prophet ﷺ gekommen ist, und alles, was er gesagt und berichtet hat, für wahr halten.
Und wir lassen uns nicht auf Spekulationen über Allah ein.
Und wir streiten nicht über die Religion.
Und wir führen keine Wortgefechte über den Quran, und wir wissen, dass er das Wort des Herrn der Welten ist, mit dem der treue Geist herabkam und es dem Herrn der Gesandten, Muhammad ﷺ, lehrte.
Das Wort Allahs, des Erhabenen, ist keinem Wort der Geschöpfe gleich, und wir behaupten nicht, dass es erschaffen sei, und wir widersprechen nicht der Gemeinschaft der Muslime.
Und wir erklären keinen der Leute der Qibla wegen einer Sünde1 zum Ungläubigen, solange er sie nicht für erlaubt erklärt, und wir sagen nicht: Keine Sünde schadet dem, der sie begangen hat, solange Iman da ist.
1 Solange es kein Schirk (Beigesellung) oder Kufr (Unglaube) ist.
Wir hoffen für die Rechtschaffenen unter den Gläubigen, fühlen uns aber nicht sicher für sie, und wir bezeugen ihnen nicht das Paradies.
Wir bitten für ihre Missetäter um Vergebung und fürchten für sie, doch wir lassen sie nicht verzweifeln.
Das Sich-sicher-Fühlen und die Verzweiflung führen beide aus der Religionsgemeinschaft heraus, und der Weg der Wahrheit liegt für die Leute der Qibla zwischen den beiden.
Und wir schließen einen Diener nur dann aus dem Iman aus, wenn er leugnet, was ihn darin eingeführt hat1.
1 Diese Beschränkung ist fragwürdig; denn der Diener verlässt den Islam durch das Leugnen der beiden Schahada, und er verlässt den Islam auch ohne Leugnen der beiden Schahada – wie etwa durch das Verspotten der Religion –.
Der Iman ist: das Bekenntnis mit der Zunge und die Bestätigung mit dem Herzen1.
Und alles, was Allah, der Erhabene, im Quran herabgesandt hat, und alles, was von Allahs Gesandtem ﷺ an Gesetzgebung und Erläuterung als authentisch überliefert ist, ist insgesamt wahr.
Der Iman ist einer, und seine Leute sind in seinem Ursprung gleich2; der Vorrang untereinander beruht auf der Gottesfurcht (Taqwa) und auf dem Widerstehen gegen die Neigung (Hawa).
1 Was die Leute der Sunna und der Gemeinschaft vertreten, ist: Der Iman ist Wort, Tat und Überzeugung; er nimmt durch Gehorsam zu und durch Ungehorsam ab. Das Ausschließen der Tat aus dem Iman ist die Aussage der Murdschiten unter den Rechtsgelehrten.
2 Seine Leute sind darin nicht gleich, vielmehr unterscheiden sie sich darin erheblich. So ist der Iman der Gesandten nicht wie der Iman anderer, und der Iman der Gläubigen ist nicht wie der Iman der Frevler.
Die Gläubigen sind allesamt Freunde des Allerbarmers, und der Edelste unter ihnen ist der Gehorsamste und derjenige, der dem Quran am meisten folgt.
Der Iman ist: der Glaube an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag sowie daran, dass die Vorherbestimmung – ihr Gutes und ihr Schlechtes, ihr Süßes und ihr Bitteres – von Allah, dem Erhabenen, kommt.
Und wir glauben an all das; wir machen keinen Unterschied zwischen einem Seiner Gesandten, und wir bestätigen sie alle in dem, womit sie gekommen sind.
Die Leute der großen Sünden werden im Feuer nicht ewig bleiben, wenn sie als Eingottgläubige gestorben sind, auch wenn sie nicht bereut haben, nachdem sie Allah, den Mächtigen und Erhabenen, als Wissende getroffen haben.
Sie unterstehen Seinem Willen und Seinem Urteil:
Wenn Er will, vergibt Er ihnen und verzeiht ihnen aus Seiner Huld, wie Er, der Mächtige und Erhabene, in Seinem Buch erwähnt hat:
﴿وَيَغْفِرُ مَا دُونَ ذَلِكَ لِمَنْ يَشَاءُ﴾
„Und Er vergibt, was geringer ist als das, wem Er will."
Und wenn Er will, straft Er sie in Seiner Gerechtigkeit im Feuer, dann führt Er sie daraus heraus durch Seine Barmherzigkeit und die Fürsprache der Fürsprecher unter den Leuten Seines Gehorsams, dann erweckt Er sie zu Seinem Paradies.
Das, weil Allah, der Erhabene, der Beschützer der Leute Seiner Erkenntnis ist und sie in beiden Wohnstätten nicht wie die Leute Seiner Verleugnung gemacht hat, die von Seiner Rechtleitung enttäuscht wurden und Seine Schutzfreundschaft nicht erlangt haben.
O Allah, Beschützer des Islam und seiner Anhänger – lass uns am Islam festhalten, bis wir Dir mit ihm begegnen.
Wir halten das Gebet hinter jedem Frommen und jedem Frevler unter den Leuten der Qibla für gültig, ebenso das Gebet über jeden von ihnen, der stirbt.
Wir weisen keinem von ihnen das Paradies oder das Feuer zu.
Wir bezeugen weder Unglauben noch Schirk noch Heuchelei gegen sie, solange nichts davon bei ihnen offenkundig geworden ist, und wir überlassen ihre inneren Angelegenheiten Allah, dem Erhabenen.
Wir halten das Schwert gegen keinen aus der Gemeinde Muhammads ﷺ für zulässig – außer gegen den, gegen den das Schwert zur Pflicht geworden ist.
Wir halten den Aufstand gegen unsere Imame und die Verantwortlichen unserer Angelegenheiten nicht für erlaubt, auch wenn sie Unrecht begehen; wir rufen nichts Schlechtes gegen sie herab und entziehen ihnen nicht die Hand des Gehorsams.
Wir sehen den Gehorsam ihnen gegenüber als Teil des Gehorsams gegenüber Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, und als Pflicht an, solange sie uns nicht zu einer Sünde befehlen; und wir bitten für sie um Rechtschaffenheit und Wohlergehen.
Wir folgen der Sunna und der Gemeinschaft und meiden Abweichung, Streit und Spaltung.
Wir lieben die Leute der Gerechtigkeit und der Vertrauenswürdigkeit und verabscheuen die Leute der Tyrannei und des Verrats.
Und wir sagen: Allah weiß es am besten in dem, was uns unklar geblieben ist.
Wir halten das Bestreichen der Lederschuhe auf Reisen wie am Wohnort für richtig, wie es in der Überlieferung steht.
Die Hadsch und der Dschihad sind zwei Pflichten, die mit den Verantwortlichen unter den Imamen der Muslime – ihren Frommen wie ihren Frevlern – bis zum Anbruch der Stunde fortbestehen; nichts hebt sie auf, und nichts setzt sie außer Kraft.
Wir glauben an die ehrenwerten Schreibenden Engel und daran, dass Allah, der Erhabene, sie als Hüter über uns eingesetzt hat.
Wir glauben an den Todesengel, der damit betraut ist, die Seelen der Welten zu nehmen.
Und an die Strafe des Grabes für diejenigen, die sie verdienen, und an die Befragung des Toten in seinem Grab durch Munkar und Nakir nach seinem Herrn, seiner Religion und seinem Propheten, gemäß dem, was in den Berichten vom Gesandten Allahs ﷺ und von seinen Gefährten – möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein – überliefert ist.
Das Grab ist entweder einer der Gärten des Paradieses oder eine der Gruben des Feuers.
Wir glauben an die Auferweckung und die Vergeltung der Taten am Tag der Auferstehung, an die Vorführung und die Abrechnung, an das Lesen des Buches, an Lohn und Strafe, an die Brücke (as-Sirat) und die Waage.
Das Paradies und das Feuer sind beide erschaffen; sie vergehen nie und werden nie zugrunde gehen.
Allah, der Erhabene, hat das Paradies und das Feuer vor der Schöpfung erschaffen und hat für beide Bewohner erschaffen. Wen von ihnen Er will, den bestimmt Er aus Seiner Gnade für das Paradies, und wen von ihnen Er will, den bestimmt Er aus Seiner Gerechtigkeit für das Feuer.
Und jeder handelt für das, was bereits über ihn entschieden ist, und geht dem entgegen, wofür er erschaffen wurde. Gutes und Böses sind den Dienern vorherbestimmt.
Und die Fähigkeit (al-istiṭāʿa) ist von zweierlei Art:
Die eine von beiden ist die Fähigkeit, mit der die Tat zur Pflicht wird – etwa im Sinne des göttlichen Gelingens (tawfīq), mit dem man das Geschöpf nicht beschreiben darf –: Sie besteht zusammen mit der Tat.
Was aber die Fähigkeit betrifft, die sich aus Gesundheit, Spielraum, Handlungsvermögen und der Unversehrtheit der Werkzeuge ergibt: Sie besteht vor der Tat, und an ihr hängt die Anrede (der Verpflichtung). Das entspricht dem Wort Allahs, des Erhabenen:
﴿لَا يُكَلِّفُ ٱللَّهُ نَفۡسًا إِلَّا وُسۡعَهَاۚ﴾
„Allah fordert von keiner Seele etwas über ihr Vermögen hinaus."
Und die Taten der Diener sind von Allah erschaffen und ein Erwerb (kasb) der Diener.1
Allah hat ihnen nur auferlegt, was sie zu leisten vermögen, und sie vermögen nur, was Er ihnen auferlegt hat.2 Das ist die Auslegung von: „Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah." Wir sagen: Es gibt für niemanden eine List, für niemanden eine Bewegung und für niemanden ein Sichabwenden von der Ungehorsamkeit gegenüber Allah – außer durch den Beistand Allahs.
1 Das Wort „Erwerb" (kasb) stammt aus dem Sprachgebrauch der Asch'ariten. Die Formulierung der Ahl as-Sunna wal-Dschamāʿa lautet: „Die Diener sind in Wahrheit Handelnde, und Allah ist der Schöpfer ihrer Taten."
2 Die Verpflichteten vermögen mehr, als Er, gepriesen sei Er, ihnen auferlegt hat. Doch Er ﷻ war gütig zu Seinen Dienern, hat es ihnen leicht gemacht und ihnen in ihrer Religion keine Bedrängnis auferlegt – aus Gnade und Wohltat von Ihm.
Und niemand hat die Kraft, den Gehorsam gegenüber Allah zu vollziehen und darin standhaft zu bleiben – außer durch das Gelingen Allahs.
Und alles geschieht nach dem Willen Allahs, Seinem Wissen, Seinem Beschluss und Seiner Vorherbestimmung. So hat Sein Wille alle Willen überwunden, und Sein Beschluss hat alle Listen überwunden. Allah tut, was Er will, und Er ist niemals ungerecht:
﴿لَا يُسۡـَٔلُ عَمَّا يَفۡعَلُ وَهُمۡ يُسۡـَٔلُونَ﴾
„Er wird nicht danach gefragt, was Er tut; sie aber werden gefragt."
Und in den Bittgebeten der Lebenden und ihren Almosen liegt Nutzen für die Toten.
Und Allah erhört die Bittgebete und erfüllt die Bedürfnisse.
Und Er besitzt alles, und nichts besitzt Ihn. Und niemand ist auch nur einen Augenblick lang unabhängig von Allah. Wer sich auch nur einen Augenblick von Allah unabhängig dünkt, der hat ungläubig gehandelt und gehört zu den dem Verderben Verfallenen.
Und Allah zürnt und ist zufrieden – doch nicht wie irgendeines Seiner Geschöpfe.
Und wir lieben die Gefährten des Gesandten Allahs ﷺ, ohne bei der Liebe zu einem von ihnen zu übertreiben, und wir sagen uns von keinem von ihnen los.
Und wir hassen den, der sie hasst und der sie nicht im Guten erwähnt.
Und wir erwähnen sie nur im Guten.
Ihre Liebe ist Religion, Glaube und Vortrefflichkeit (iḥsān).
Und ihr Hass ist Unglaube, Heuchelei und Übertretung.
Und wir bestätigen das Kalifat nach dem Gesandten Allahs ﷺ: zuerst für Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq (r) – als Vorzug für ihn und als Vorrang vor der gesamten Umma –, dann für ʿUmar ibn al-Chaṭṭāb (r), dann für ʿUthmān ibn ʿAffān (r), dann für ʿAlī ibn Abī Ṭālib (r) – sie sind die rechtgeleiteten Kalifen und die rechtgeleiteten Imame –.
Und die zehn, die der Gesandte Allahs ﷺ beim Namen genannt hat – für sie bezeugen wir das Paradies, entsprechend dem, was der Gesandte Allahs ﷺ für sie bezeugt hat, und sein Wort ist die Wahrheit.
Es sind: Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali, Talha, az-Zubair, Sa'd, Sa'id, Abd ar-Rahman ibn Auf und Abu Ubaida ibn al-Jarrah – er ist der Vertrauenswürdige dieser Gemeinschaft –, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein.
Und wer gut über die Gefährten des Gesandten Allahs ﷺ, über seine Frauen und seine Nachkommen spricht, der ist vom Heuchlertum frei.
Und die Gelehrten der Altvorderen (as-Salaf) unter den Ersten und den Nachfolgern (at-Tabi'un) sowie diejenigen nach ihnen unter den Leuten der Überlieferung und der Prophetenspuren und den Leuten des Fiqh und der Betrachtung – sie werden nur im Guten erwähnt, und wer sie schlecht erwähnt, der befindet sich nicht auf dem rechten Weg.
Und wir stellen keinen der Gottesfreunde (Awliya) über einen der Propheten, und wir sagen: Ein einziger Prophet ist besser als alle Gottesfreunde zusammen.
Und wir glauben an das, was von ihren Wundern (Karamat) überliefert ist und was von den Vertrauenswürdigen an Berichten über sie als authentisch feststeht.
Und wir glauben an das Erscheinen des Dajjal und an das Herabkommen Isas, des Sohnes der Maryam, Friede sei mit ihm, vom Himmel.
Und wir glauben an den Aufgang der Sonne von ihrem Untergangsort und an das Hervorkommen des Tieres der Erde (Dabbat al-Ard) von seinem Ort.
Und wir glauben keinem Wahrsager und keinem Zeichendeuter, und auch niemandem, der etwas behauptet, das dem Buch, der Sunna und dem Konsens der Umma widerspricht.
Und wir halten die Gemeinschaft (al-Jama'a) für Wahrheit und Richtigkeit, die Spaltung hingegen für Abirrung und Strafe.
Und die Religion Allahs ist im Himmel und auf Erden eine einzige, und sie ist die Religion des Islam. Allah, der Erhabene, sagt:
﴿إِنَّ ٱلدِّينَ عِندَ ٱللَّهِ ٱلْإِسْلَٰمُ﴾
„Wahrlich, die Religion bei Allah ist der Islam."
Und der Erhabene sagt:
﴿وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلْإِسْلَٰمَ دِينًا﴾
„Und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden."
Und sie hält die Mitte zwischen Übertreibung und Nachlässigkeit, und zwischen Vergleichen (at-Tashbih) und Entleeren (at-Ta'til).
Und zwischen Zwang (al-Jabr) und Vorherbestimmung mit eigener Verantwortung (al-Qadar), und zwischen Sich-in-Sicherheit-Wiegen und Verzweiflung.
Dies ist unsere Religion und unser Glaube, äußerlich wie innerlich, und wir sind vor Allah frei von jedem, der dem widerspricht, was wir erwähnt und dargelegt haben.
Und wir bitten Allah, den Erhabenen, dass Er uns im Glauben festigt und uns damit abschließen lässt,
und dass Er uns bewahrt vor den auseinandergehenden Neigungen, den zersplitterten Meinungen und den verwerflichen Lehrrichtungen – wie den Muschabbiha, den Dschahmiyya, den Dschabriyya, den Qadariyya und anderen –, die der Gemeinschaft widersprochen und sich dem Irrtum angeschlossen haben. Wir sind von ihnen frei, und sie sind bei uns Irregehende und Zugrundegehende.
Und Allah weiß es am besten, was richtig ist, und zu Ihm führen die Rückkehr und die Heimkehr.
Vollendet mit dem Lob Allahs.