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Kurs 2 · Gottesdienst

Der Adhān

الْأَذَانُ


Mit der Gebetszeit wird der Adhān Pflicht – nicht für jeden, sondern für die Gemeinschaft: Ruft ihn einer, ist es für alle erfüllt. Das Heft trennt sauber zwischen dem Rufer und dem Ruf, und bei beiden zwischen dem, was sein muss, und dem, was schön ist. Beim Ruf selbst gilt: Er muss in einer überlieferten Form sein – die des Bilāl, die der Prophet ﷺ selbst gehört hat, oder die des Abū Maḥdhūra.

الْأَذَانُ
Der Adhān
شُرُوطُ صِحَّةِ الْمُؤَذِّنِ
Der Rufer: was sein muss
  1. 1
    الْعَقْلُ
    Verstand
  2. 2
    التَّمْيِيزُ
    Unterscheidungsalter
    ein Kind ab etwa sieben darf rufen
  3. 3
    الْعَدَالَةُ
    Rechtschaffenheit
    kein offen Sündigender
  4. 4
    الذُّكُورِيَّةُ
    Männlich
سُنَنُ الْمُؤَذِّنِ
Der Rufer: was schön ist
  1. 5
    حُسْنُ الصَّوْتِ
    Eine schöne Stimme
  2. 6
    عُلُوُّ الصَّوْتِ
    Eine laute Stimme
  3. 7
    الْأَمَانَةُ
    Zuverlässigkeit
  4. 8
    الْعِلْمُ بِالْوَقْتِ
    Kenntnis der Gebetszeiten
شُرُوطُ صِحَّةِ الْأَذَانِ
Der Ruf: was sein muss
  1. 9
    النِّيَّةُ
    Die Absicht
  2. 10
    الْمُوَالَاةُ
    Ohne lange Unterbrechung
  3. 11
    التَّرْتِيبُ
    Die Reihenfolge der Sätze
  4. 12
    كَوْنُهُ بِالصِّيغَةِ الْوَارِدَةِ
    In einer überlieferten Form
    Bilāl – 15 Sätze, in Gegenwart des Propheten ﷺ · Abū Maḥdhūra – 19 Sätze mit Wiederholung
  5. 13
    دُخُولُ الْوَقْتِ
    Nach Eintritt der Zeit
    إِلَّا الْفَجْرَ فَيَصِحُّ بَعْدَ نِصْفِ اللَّيْلِ – außer Fajr: ab Mitternacht erlaubt
سُنَنُ الْأَذَانِ
Der Ruf: was schön ist
  1. 14
    كَوْنُهُ عَلَى مَوْضِعٍ عَالٍ
    Von einem erhöhten Ort
  2. 15
    بِصَوْتٍ مُرْتَفِعٍ
    Mit erhobener Stimme
  3. 16
    الِالْتِفَاتُ فِي الْحَيْعَلَتَيْنِ
    Bei den beiden „Ḥayya ʿalā“ nach rechts und links wenden
    rechts bei الصلاة, links bei الفلاح
  4. 17
    وَضْعُ الْأُصْبُعَيْنِ فِي الْأُذُنَيْنِ
    Die Finger in die Ohren
  5. 18
    عَدَمُ اللَّحْنِ
    Kein Übertreiben und kein Fehler in der Aussprache
    kein Singen, das die Bedeutung verändert

Die Begriffe

فَرْضُ كِفَايَةٍ
Gemeinschaftspflicht

Eine Pflicht, die erfüllt ist, sobald genug Leute sie tun – und die auf allen lastet, wenn keiner sie tut. Adhān, Totengebet, Bestattung sind so. Das Gegenteil ist فَرْضُ عَيْنٍ, die Pflicht jedes Einzelnen, wie das Gebet selbst.

الْحَيْعَلَتَانِ
Die beiden Ḥayya-Rufe

„Ḥayya ʿalā ṣ-ṣalāh“ und „Ḥayya ʿalā l-falāḥ“ – „Kommt zum Gebet, kommt zum Erfolg“. Bei ihnen wendet der Rufer den Kopf nach rechts und links, weil sie sich an die Menschen richten, nicht an Allah.

لَحْنٌ
Fehler im Vortrag

Ein Fehler in der Aussprache, der die Bedeutung verändert – etwa ein gedehntes „Ā“ am Anfang von „Allāhu akbar“, das eine Frage daraus macht. Melodie ist erlaubt, Bedeutungsfehler nicht.

Die Belege

  • Die Pflicht

    «إِذَا حَضَرَتِ الصَّلَاةُ فَلْيُؤَذِّنْ لَكُمْ أَحَدُكُمْ، وَلْيَؤُمَّكُمْ أَكْبَرُكُمْ»

    „Wenn die Gebetszeit da ist, soll einer von euch den Adhān rufen, und der Älteste von euch soll euch vorbeten.“

    متفق عليه

  • Fajr vor der Zeit

    «إِنَّ بِلَالًا يُؤَذِّنُ بِلَيْلٍ، فَكُلُوا وَاشْرَبُوا حَتَّى يُؤَذِّنَ ابْنُ أُمِّ مَكْتُومٍ»

    „Bilāl ruft noch in der Nacht – esst und trinkt also, bis Ibn Umm Maktūm ruft.“

    متفق عليه

  • Der Lohn des Rufers

    «الْمُؤَذِّنُونَ أَطْوَلُ النَّاسِ أَعْنَاقًا يَوْمَ الْقِيَامَةِ»

    „Die Gebetsrufer haben am Tag der Auferstehung die längsten Hälse.“ – sie ragen heraus

    مسلم

Der Rufer: Verstand, Unterscheidung, Rechtschaffenheit, Mann. Der Ruf: Absicht, Folge, Reihenfolge, überlieferte Form, richtige Zeit.

Prüfe dich selbst

6 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. Was für eine Pflicht ist der Adhān?

  2. 2. Welche Bedingung gehört NICHT zu den Bedingungen der Gültigkeit beim Rufer?

  3. 3. Welcher Adhān darf schon vor seiner Zeit gerufen werden?

  4. 4. Wie viele Sätze hat der Adhān des Bilāl?

  5. 5. Warum wendet der Rufer bei den beiden Ḥayya-Rufen den Kopf nach rechts und links?

  6. 6. Darf ein Junge im Unterscheidungsalter den Adhān rufen?

Für den Unterricht

  • Den Adhān des Bilāl gemeinsam durchzählen – fünfzehn Sätze. Viele kennen ihn, ohne je gezählt zu haben.
  • Die Ausnahme bei Fajr ist die Erklärung für den doppelten Adhān im Ramadan – ein guter Aufhänger.
  • Beim Punkt „kein Übertreiben“ ein Beispiel vorsingen, wie es in manchen Moscheen zu hören ist, und die Zuhörer den Fehler finden lassen.
  • Ein Kind ab dem Unterscheidungsalter darf rufen – das ist eine gute Aufgabe, um Jungen an die Moschee zu binden.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 32