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Kurs 2 · Gottesdienst

Die Absicht

الشَّرْطُ الْخَامِسُ: النِّيَّةُ


Die letzte Bedingung ist die unsichtbarste: die Absicht. Sie sitzt im Herzen, nicht auf der Zunge. Sie wird mit dem Takbir gefasst oder kurz davor, aber innerhalb der Gebetszeit. Und sie hat einen Inhalt: welches Gebet – Ẓuhr, nicht „irgendein Gebet“ – und ob man vorbetet oder hinter jemandem betet. Was man einmal begonnen hat, kann man nicht in ein anderes Pflichtgebet umwidmen.

النِّيَّةُ
Die Absicht
هَلْ يَجُوزُ قَلْبُهَا؟ لَا تَصِحُّ – lässt sie sich umwidmen? Nein
مَحَلُّهَا
Ihr Ort
  1. 1
    الْقَلْبُ
    Das Herz
    das Aussprechen ist keine Pflicht
وَقْتُهَا
Ihr Zeitpunkt
  1. 2
    مَعَ التَّكْبِيرِ
    Mit dem Takbir
  2. 3
    أَوْ قُبَيْلَهُ فِي الْوَقْتِ
    Oder kurz davor, innerhalb der Gebetszeit
    nicht schon zu Hause vor dem Weg zur Moschee
أَنْوَاعُهَا
Ihr Inhalt
  1. 4
    نِيَّةُ الصَّلَاةِ الْمُعَيَّنَةِ
    Welches Gebet genau
    Ẓuhr, ʿAṣr – nicht „ein Gebet“
  2. 5
    نِيَّةُ الْإِمَامَةِ وَالِائْتِمَامِ
    Vorbeten oder folgen
    der Imam weiß, dass er Imam ist; der Folgende, dass er folgt

Die Begriffe

نِيَّةٌ
Absicht

Der Entschluss des Herzens, diese bestimmte Handlung für Allah zu tun. Sie braucht kein Wort. Wer zum Gebet aufsteht, weil Ẓuhr ist, hat sie schon – die Sorge, sie „nicht richtig gefasst“ zu haben, ist fast immer Einflüsterung.

قَلْبُ النِّيَّةِ
Umwidmen der Absicht

Mitten im Gebet zu entscheiden, es solle nun ein anderes Pflichtgebet sein – etwa von Ẓuhr zu ʿAṣr. Das gilt nach dem Madhhab nicht: Das begonnene Gebet ist ungültig, und das neue hat nicht mit dem Takbir begonnen.

ائْتِمَامٌ
Folgen hinter dem Imam

Die Absicht, hinter dem Imam zu beten und ihm zu folgen. Ohne sie ist man kein Gemeindebeter – wer neben dem Imam allein betet und nur zufällig gleichzeitig, folgt ihm nicht.

Die Belege

  • Die Absicht

    «إِنَّمَا الْأَعْمَالُ بِالنِّيَّاتِ، وَإِنَّمَا لِكُلِّ امْرِئٍ مَا نَوَى»

    „Die Taten sind nur nach den Absichten, und jedem Menschen gehört nur, was er beabsichtigt hat.“

    متفق عليه

  • Für Allah allein

    ﴿وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ﴾

    „Und ihnen wurde nur befohlen, Allah zu dienen und Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein.“

    البينة ٥

Im Herzen, mit dem Takbir, für dieses eine Gebet – und nicht laut, nicht früher, nicht umwidmen.

Prüfe dich selbst

5 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. Wo ist der Ort der Absicht (مَحَلُّهَا)?

  2. 2. Wann wird die Absicht gefasst?

  3. 3. Jemand beginnt Ẓuhr und will mitten im Gebet daraus ʿAṣr machen. Was gilt nach dem Madhhab?

  4. 4. Was gehört zum Inhalt der Absicht (أَنْوَاعُهَا)?

  5. 5. Jemand wiederholt den Takbir dreimal, weil er die Absicht „nicht gespürt“ hat. Was rät das Blatt?

Für den Unterricht

  • Das laute „Nawaitu …“ ansprechen, ohne jemanden bloßzustellen: Es ist nicht überliefert, aber wer es leise sagt, um sich zu sammeln, sündigt nicht.
  • Der Fall aus der Praxis: Man kommt in die Moschee, der Imam betet – ʿAṣr oder Ẓuhr? Erst wissen, dann Takbir. Denn die Absicht braucht das bestimmte Gebet.
  • Bei den Zweiflern, die den Takbir dreimal wiederholen, weil sie die Absicht „nicht gespürt“ haben: Blatt 14 zitieren – Gewissheit weicht nicht dem Zweifel. Wer aufsteht, um zu beten, hat die Absicht.
  • Hier enden die fünf Bedingungen. Auf dem nächsten Blatt beginnt das Gebet selbst: die Säulen.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 35