Berliner Muslime

Kurzfassung des Verständnisses der schönsten Namen Allahs · Kapitel 35 von 73

Al-Quddus, as-Subbuh – der Heilige, der Hochgepriesene

Al-Quddus, as-Subbuh – der Heilige, der Hochgepriesene

Was Seinen Namen – gesegnet und erhaben sei Er – „Al-Quddus" betrifft, so kommt er im Quran zweimal vor. Der Erhabene sagt:

Quran

﴿هُوَ ٱللَّهُ ٱلَّذِي لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَ ٱلۡمَلِكُ ٱلۡقُدُّوسُ ٱلسَّلَٰمُ ٱلۡمُؤۡمِنُ ٱلۡمُهَيۡمِنُ ٱلۡعَزِيزُ ٱلۡجَبَّارُ ٱلۡمُتَكَبِّرُۚ سُبۡحَٰنَ ٱللَّهِ عَمَّا يُشۡرِكُونَ﴾ [الحشر: ٢٣]

„Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt: der König, der Heilige, der Friede, der Sicherheit Gebende, der Beschützer, der Allmächtige, der Gewaltige, der Erhabene. Gepriesen sei Allah über das, was sie (Ihm) beigesellen!" (Sure 59, Vers 23)

Und der Erhabene sagt:

Quran

﴿يُسَبِّحُ لِلَّهِ مَا فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَمَا فِي ٱلۡأَرۡضِ ٱلۡمَلِكِ ٱلۡقُدُّوسِ ٱلۡعَزِيزِ ٱلۡحَكِيمِ﴾ [الجُمُعَة: ١]

„Allah preist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist: den König, den Heiligen, den Allmächtigen, den Allweisen." (Sure 62, Vers 1)

Was „As-Subbuh" betrifft, so kommt er in der Sunna vor, und zwar in dem, was Muslim in seinem „Sahih" von der Mutter der Gläubigen Aischa überliefert hat: Der Gesandte Allahs ﷺ pflegte in seiner Verbeugung (Ruku) und in seiner Niederwerfung (Sudschud) zu sagen:

Hadith

«سُبُّوحٌ قُدُّوسٌ رَبُّ المَلَائِكَةِ وَالرُّوحِ».

„Hochgepriesen, Heilig, Herr der Engel und des Geistes."

In diesem Hadith vereinte er – Segen und Frieden auf ihm – Lobpreisung (Tasbih) und Heiligung (Taqdis), so wie beide auch im Wort des Erhabenen vereint sind, wo vom Lobpreis der Engel und ihrer Heiligung Allahs die Rede ist:

Quran

﴿وَنَحۡنُ نُسَبِّحُ بِحَمۡدِكَ وَنُقَدِّسُ لَكَۖ﴾ [البقرة: ٣٠]

„Wir aber preisen Dich mit Deinem Lob und heiligen Dich." (Sure 2, Vers 30)

Hier ist zu beachten, dass der Lobpreis Allahs und Seine Heiligung nur darin bestehen, dass man Allah von allem Übel und Makel freispricht und Ihn davon fernhält, und zugleich Seine lobenswerten Eigenschaften und Seine Eigenschaften der Vollkommenheit – gepriesen sei Er – in der Ihm gebührenden Weise bekräftigt.

Der Schaikh al-Islam Ibn Taymiyya – Allah erbarme sich seiner – sagte:

Gelehrtenaussage

«والأمرُ بتسبيحِه يقتضي تنزيهَه عن كلِّ عيبٍ وسوءٍ، وإثباتَ المحامِد الَّتي يُحمَد عليها، فيقتضي ذلك تنزيهَه وتحميدَه وتكبيرَه وتوحيدَه».

„Das Gebot, Ihn zu preisen, schließt ein, Ihn von jedem Makel und Übel freizusprechen und die lobenswerten Eigenschaften zu bekräftigen, für die Er gelobt wird. Daraus folgt, Ihn von allem Unzulänglichen freizusprechen, Ihn zu loben, Ihn zu verherrlichen und Seine Einheit zu bekennen."

Daraus erkennt man auch: Was die Leugner der Eigenschaften (Mu'attila) unter den Neuerern tun – nämlich die Eigenschaften außer Kraft zu setzen, sie nicht zu bekräftigen und ihre Wirklichkeiten und Bedeutungen zu verleugnen, mit dem Vorwand, sie priesen und heiligten Allah –, das ist in Wahrheit kein Lobpreis und keine Heiligung irgendeiner Art, sondern vielmehr Verneinung, Leugnung, Irreführung und Verleumdung.

Ibn Radschab – Allah erbarme sich seiner – sagte zur Bedeutung des Wortes des Erhabenen:

Quran

﴿فَسَبِّحۡ بِحَمۡدِ رَبِّكَ﴾ [الحِجر: ٩٨]

„So preise das Lob deines Herrn." (Sure 15, Vers 98)

Gelehrtenaussage

«أي: سبِّحه بما حمد به نفسَه، إذ ليس كلُّ تسبيح بمحمُود، كما أنّ تسبيحَ المعتزلة يقتضي تعطيلَ كثيرٍ من الصِّفات».

„Das heißt: Preise Ihn mit dem, womit Er sich selbst gelobt hat; denn nicht jeder Lobpreis ist lobenswert – so wie etwa der ‚Lobpreis' der Mu'taziliten die Außerkraftsetzung vieler Eigenschaften zur Folge hat."

Seine Worte – Allah erbarme sich seiner –: „denn nicht jeder Lobpreis ist lobenswert" sind von größter Bedeutung. Denn Allah zu „preisen", indem man Seine Eigenschaften verneint, leugnet und nicht bekräftigt, ist eine Sache, für die der, der sie tut, nicht gelobt wird; vielmehr wird er im höchsten Maße getadelt. Damit gehört er auch nicht zu denen, die Allah mit Seinem Lob preisen, sondern zu den Leugnern der Eigenschaften, den Verleugnern, die Allah, der Erhabene, von ihren Worten und ihrer Außerkraftsetzung freispricht mit den Worten:

Quran

﴿سُبۡحَٰنَ رَبِّكَ رَبِّ ٱلۡعِزَّةِ عَمَّا يَصِفُونَ ۝ وَسَلَٰمٌ عَلَى ٱلۡمُرۡسَلِينَ ۝ وَٱلۡحَمۡدُ لِلَّهِ رَبِّ ٱلۡعَٰلَمِينَ﴾ [الصافات: ١٨٠-١٨٢]

„Gepriesen sei dein Herr, der Herr der Macht, über das, was sie behaupten! Und Friede sei auf den Gesandten! Und alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten!" (Sure 37, Verse 180–182)

So pries Allah sich selbst über das, womit die Gegner der Gesandten Ihn beschreiben, und entbot den Gesandten Frieden, weil sie vor dem bewahrt sind, was jene über Allah an Unzulänglichem und Makelhaftem sagten.