Kurzfassung des Verständnisses der schönsten Namen Allahs · Kapitel 68 von 73
Der Herr (as-Sayyid)
Der Herr (as-Sayyid)
Dies ist ein Name, der im Hadith vom Gesandten Allahs ﷺ überliefert ist. Abu Dawud überlieferte mit gutem Isnad von Abdullah ibn asch-Schikhkhir (möge Allah mit ihm zufrieden sein), er sagte:
«انْطَلَقْتُ فِي وَفْدِ بَنِي عَامِرٍ إِلَى رَسُولِ اللَّهِ ﷺ فَقُلْنَا: أَنْتَ سَيِّدُنَا، فَقَالَ: السَّيِّدُ اللَّه -تَبَارَكَ وَتَعَالَى-؛ قُلْنَا: وَأَفْضَلُنَا فَضْلًا وَأَعْظَمُنَا طَوْلًا، فَقَالَ: قُولُوا بِقَوْلِكُمْ، أَوْ بَعْضِ قَوْلِكُمْ، وَلَا يَسْتَجْرِيَنَّكُمُ الشَّيْطَانُ»
„Ich zog mit einer Abordnung der Banu Amir zum Gesandten Allahs ﷺ. Da sagten wir: ‚Du bist unser Herr.' Er sagte: ‚Der Herr ist Allah – gepriesen und erhaben sei Er.' Wir sagten: ‚Und der Vorzüglichste von uns an Vorzug und der Größte von uns an Großmut.' Da sagte er: ‚Sagt, was ihr sagt, oder einen Teil davon, und lasst euch ja nicht vom Satan mitreißen.'"
Von Ibn Abbas (möge Allah mit beiden zufrieden sein) ist überliefert, dass er zu den Worten des Erhabenen „Allah, der Absolute (as-Samad)" (Al-Ikhlas 112:2) sagte:
«إنَّه السَّيِّد الَّذي قد كَمُل في سُؤْدده»
„Er ist der Herr, der in Seiner Herrschaft vollkommen ist."
Mit den Worten des Propheten ﷺ „Der Herr ist Allah" ist gemeint: Die Herrschaft ist in Wahrheit Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, zu eigen. Er allein – gepriesen und erhaben sei Er – ist es, dem die Herrschaft zusteht: als Besitz, als Schöpfung und als Lenkung, und dem gegenüber Unterwerfung, Demut und Gebrochenheit gebühren.
Er – gepriesen sei Er – ist der Herr, dem die Verfügungsgewalt und die Lenkung in diesem Weltall zusteht, ohne dass es Ihm ein Gegenstück gäbe. Und Er – gepriesen sei Er – ist der Herr, dem allein Gehorsam, Unterwerfung und Demut gebühren, ohne dass Er einen Teilhaber hätte. So wie Er – gepriesen sei Er – der Herr ist, der in der Schöpfung verfügt, ohne dass es Ihm ein Gegenstück gäbe, so muss auch der Herr, dem man dient, ohne Teilhaber sein. Der Erhabene sagt:
﴿قُلْ أَغَيْرَ ٱللَّهِ أَبْغِى رَبًّا وَهُوَ رَبُّ كُلِّ شَىْءٍ﴾ [الأنعام: ١٦٤]
„Sag: Soll ich einen anderen als Allah zum Herrn begehren, wo Er doch der Herr aller Dinge ist?" (Al-An'am 6:164)
Ibn Abbas (möge Allah mit beiden zufrieden sein) sagte über den Sinn Seiner Worte „Soll ich einen Herrn begehren" (Al-An'am 6:164): also „einen Gott als Herrn".
Zu Seinen Worten „wo Er doch der Herr aller Dinge ist" (Al-An'am 6:164) sagte Ibn Jarir at-Tabari: „Das heißt: Er ist der Herr jedes Dinges außer Ihm, sein Lenker und sein Ordner."
Dies ist der stärkste Beleg und der klarste Beweis für die Nichtigkeit der Beigesellung und des Annehmens von Gegenstücken. Wer also einen anderen als Allah zum Herrn nimmt, sei es unter den Begrabenen oder den Lebenden, und dabei glaubt, dieser bringe Nutzen oder wende Schaden ab, oder sein Anliegen an ihn hängt, oder von ihm verlangt, Kummer und Not zu beseitigen und Ähnliches, der hat dem gewaltigen Allah Beigesellung betrieben. Völker wurden dadurch geprüft, dass sie bei manchen Begrabenen glaubten, sie mit diesem Titel zu bedenken, und sie dabei verehrten, bei ihnen Zuflucht suchten und sich ihnen demütig und unterwürfig beugten. Damit brechen sie ihren Tauhid und verunreinigen ihn mit dem, was ihm widerspricht und entgegensteht.
Bedenke im vorangegangenen Hadith den Schutz des Erwählten ﷺ für das Gebiet des Tauhid, seine Bewahrung vor allem, was ihm nahekommt, und das Verschließen der Wege zur Beigesellung. Als sie zu ihm sagten: „Du bist unser Herr", sagte er: „Der Herr ist Allah – gepriesen und erhaben sei Er", und dann sagte er zu ihnen: „Lasst euch ja nicht vom Satan mitreißen", obwohl sie nur die Wahrheit gesagt hatten.
Er – Segen und Friede auf ihm – ist der Herr der Kinder Adams, der Vorzüglichste der Diener Allahs und der Imam der Gottesfürchtigen. Doch als Allah ihm die Stufe der Dienerschaft vervollkommnet hatte, missfiel es ihm ﷺ, mit Lob bedacht zu werden – zur Wahrung dieser Stufe, zur Anleitung der Gemeinschaft, dies zu unterlassen, als Rat für sie und zum Schutz der Stufe des Tauhid davor, dass ihr etwas zustößt, was sie verdirbt oder schwächt, an Beigesellung und ihren Mitteln. Denn es besteht die Gefahr, dass sich das Herz einer Art von Anhänglichkeit an die Geschöpfe und von Unterwürfigkeit und Gebrochenheit vor ihnen zuwendet, die nicht erlaubt ist und die man nicht auf andere als Allah, den Einen, den Allbezwinger, richten darf.