Kurzfassung des Verständnisses der schönsten Namen Allahs · Kapitel 71 von 73
Al-Mu‘ti (Der Gebende), Al-Dschawad (Der Freigebige)
Al-Mu‘ti (Der Gebende), Al-Dschawad (Der Freigebige)
Sein – gesegnet und erhaben sei Er – Name „Al-Mu‘ti“ ist im „Sahih al-Buchari“ belegt, im Hadith des Muawiya (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Er sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
«مَنْ يُرِدِ اللَّهُ بِهِ خَيْرًا يُفَقِّهْهُ فِي الدِّينِ، وَاللَّهُ المُعْطِي وَأَنَا القَاسِمُ وَلَا تَزَالُ هَذِهِ الأُمَّةُ ظَاهِرِينَ عَلَى مَنْ خَالَفَهُمْ حَتَّى يَأْتِيَ أَمْرُ اللَّهِ وَهُمْ ظَاهِرُونَ».
„Wem Allah Gutes will, dem verleiht Er Einsicht in die Religion. Allah ist der Gebende, und ich bin der Verteilende. Und diese Gemeinschaft wird stets über jene die Oberhand behalten, die ihr entgegenstehen, bis der Befehl Allahs kommt, während sie die Oberhand haben.“
Sein – gesegnet und erhaben sei Er – Name „Al-Dschawad“ wird im Hadith qudsi erwähnt, im Hadith des Abu Dharr (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Er sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
«يَقُولُ اللَّهُ تَعَالَى: يَا عِبَادِي كُلُّكُمْ ضَالٌّ إِلَّا مَنْ هَدَيْتُهُ. . .» الحديث، رواه الترمذي وابن ماجه، وفي آخره: «ذَلِكَ بِأَنِّي جَوَادٌ مَاجِدٌ أَفْعَلُ مَا أُرِيدُ عَطَائِي كَلَامٌ وَعَذَابِي كَلَامٌ، إِنَّمَا أَمْرِي لِشَيْءٍ إِذَا أَرَدْتُهُ أَنْ أَقُولَ لَهُ كُنْ فَيَكُونُ».
„Allah, der Erhabene, sagt: Meine Diener, ihr alle seid in die Irre gegangen, außer wem Ich Rechtleitung gewährt habe …“ – so der Hadith, überliefert von at-Tirmidhi und Ibn Madscha. An seinem Ende heißt es: „Das, weil Ich freigebig und erhaben bin und tue, was Ich will. Mein Geben ist ein Wort, und Meine Strafe ist ein Wort. Mein Befehl für eine Sache, wenn Ich sie will, ist nur, dass Ich zu ihr sage: ‚Sei!‘ – und sie ist.“
„Al-Mu‘ti“ bedeutet: der, der im eigentlichen Sinne allein gibt. Es gibt keinen, der zurückhält, was Er gegeben hat, und keinen, der gibt, was Er zurückgehalten hat. Sein Geben – gepriesen sei Er – ist ein Wort, und Sein Zurückhalten ist ein Wort: Sein Befehl ist nur, wenn Er etwas will, dass Er zu ihm sagt: „Sei!“ – und es ist. Alles, was die Diener an Gnade besitzen, stammt aus Seiner Huld und Seinem Geben – gepriesen sei Er. Sein Geben umfasst alle Diener, die Gläubigen unter ihnen und die Ungläubigen, die Frommen und die Frevler – dies im Diesseits. Der Tag der Auferstehung aber ist Seinen gläubigen Freunden vorbehalten. Der Erhabene sagte:
﴿قُلْ مَنْ حَرَّمَ زِينَةَ ٱللَّهِ ٱلَّتِىٓ أَخْرَجَ لِعِبَادِهِۦ وَٱلطَّيِّبَٰتِ مِنَ ٱلرِّزْقِۚ قُلْ هِىَ لِلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ فِى ٱلْحَيَوٰةِ ٱلدُّنْيَا خَالِصَةً يَوْمَ ٱلْقِيَٰمَةِۗ كَذَٰلِكَ نُفَصِّلُ ٱلْءَايَٰتِ لِقَوْمٍ يَعْلَمُونَ﴾ [الأعراف: ٣٢]
„Sag: Wer hat den Schmuck Allahs verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat, und die guten Dinge der Versorgung? Sag: Sie gehören im diesseitigen Leben denen, die glauben, und am Tag der Auferstehung ausschließlich ihnen. So legen Wir die Zeichen ausführlich dar für Leute, die wissen.“ (al-A‘raf, 7:32)
„Al-Dschawad“ bedeutet: der sehr Gebende, dessen Freigebigkeit alle Geschöpfe umfasst und sie mit Seiner Huld, Seiner Großzügigkeit und Seinen vielfältigen Gaben erfüllt hat. So bleibt kein Geschöpf auch nur für einen Wimpernschlag ohne Seine Wohltat.
Ibn al-Qayyim (Allah erbarme sich seiner) sagte:
«وأنَّه -سبحانه- يحبُّ من عباده أن يُؤمِّلوه ويَرجُوهُ ويَسأَلوه من فضلِه؛ لأنَّه الملك الحقُّ الجواد، أجودُ مَن سُئِلَ، وأوسَعُ مَن أَعطَى، وأحبُّ ما إلى الجواد أن يُرجَى ويُؤمَّل ويُسأل، وفي الحديث: «مَنْ لَمْ يَسْأَلِ اللَّهَ يَغْضَبْ عَلَيْهِ»».
„Er – gepriesen sei Er – liebt es, dass Seine Diener auf Ihn hoffen, Ihn erhoffen und Ihn um Seine Huld bitten. Denn Er ist der wahre König, der Freigebige, der Großzügigste unter denen, die gebeten werden, und der Umfassendste unter denen, die geben. Dem Freigebigen ist es am liebsten, dass man auf ihn hofft, ihn erhofft und ihn bittet. Und im Hadith heißt es: ‚Wer Allah nicht bittet, auf den wird Er zornig.‘“
Was man vom edlen, freigebigen Allah – gepriesen sei Er – erhoffen darf, ist, dass Er uns allen Gnade erweist, indem wir jene Mittel ergreifen, die zum Erlangen Seiner Freigebigkeit und Großzügigkeit führen, und dass Er uns vor den Ursachen bewahrt, die zu Seinem Zorn, Seiner Strafe und Seiner Vergeltung führen. Die Freigebigkeit ist Seine Freigebigkeit, die Gnade ist Seine Gnade, und die Sache liegt bei Ihm, zuvor und danach. Er hat keinen Teilhaber.