Berliner Muslime

Die klare Grammatik: zu den Regeln der arabischen Sprache (Teil 1) · Kapitel 66 von 104

Die Fälle, in denen das Hamza von „anna“ mit Fatha steht

Die Fälle, in denen das Hamza von „anna“ mit Fatha steht

Die Beispiele

(1) Es freut mich, dass du gehorsam bist. (Es freut mich dein Gehorsam.)
(2) Es schmerzt mich, dass der Staub reichlich ist. (Es schmerzt mich die Menge des Staubs.)
(3) Ich wünsche mir, dass der Mond aufgeht. (Ich wünsche mir den Aufgang des Mondes.)
(4) Ich wusste, dass der Zug sich in Bewegung setzt. (Ich wusste um die Bewegung des Zuges.)
(5) Man nahm an, dass das Ergebnis gut ist. (Man nahm das gute Ergebnis an.)
(6) Man erfuhr, dass der Dieb dreist ist. (Man erfuhr von der Dreistigkeit des Diebes.)
(7) Ich gab es ihm, weil er arm ist. (Ich gab es ihm wegen seiner Armut.)
(8) Es besteht kein Zweifel, dass die Höflichkeit Pflicht ist. (Es besteht kein Zweifel an der Pflicht zur Höflichkeit.)

Die Untersuchung

Es ist angebracht, dass wir, bevor wir mit dem Studium dieser Beispiele beginnen, die Bedeutung eines einzigen Wortes erklären, das du unbedingt zuerst verstehen musst, um diese Lektion vollständig zu erfassen.

Dir wurde bereits dargelegt, dass das Verb auf zwei Dinge hinweist: Es zeigt das Zustandekommen einer Handlung an, und diese Handlung geschieht in einer bestimmten Zeit. So weist das Verb „schariba“ (er trank) auf das Zustandekommen einer Handlung hin, nämlich des Trinkens, in der Vergangenheit; „yanāmu“ (er schläft) weist auf das Schlafen in der Gegenwart2 oder Zukunft hin, und „qif“ (halte an!) weist auf die Aufforderung zum Anhalten in der Zukunft hin. Diese Handlung, auf die jedes Verb hinweist, nennt man „Masdar“ (Verbalnomen). So ist der Masdar von „laʿiba“ (er spielte) „al-laʿb“ (das Spielen), der Masdar von „istaghfara“ (er bat um Vergebung) „al-istighfār“ (die Bitte um Vergebung) und der Masdar von „ijtamaʿa“ (er versammelte sich) „al-ijtimāʿ“ (die Versammlung). Auf diese Weise kannst du die Masdare vieler Verben bilden, die du kennst.

Wenn du das weißt, dann geh zu den vorigen Beispielen zurück und vergleiche bei jedem Beispiel den Satz, der davorsteht, nach Wortlaut und Bedeutung. Du wirst erstens finden, dass in jedem Satz an die Stelle von „anna“ samt ihrem Ismund Chabar ein Masdar gesetzt wurde, und dass dieser Masdar in jedem Satz aus dem Chabar von „anna“ im entsprechenden Beispiel verstanden wird: „Iṭāʿa“ (Gehorsam), „kathra“ (Menge), „ṭulūʿ“ (Aufgang) und „taḥarruk“ (Bewegung) werden aus „muṭīʿ“ (gehorsam), „kathīr“ (reichlich), „ṭāliʿ“ (aufgehend) und „mutaḥarrik“ (sich bewegend) verstanden – und so weiter. Du findest zweitens, dass das Einsetzen des Masdar anstelle von „anna“ samt Ismund Chabar keine Veränderung der Bedeutung bewirkt.

Jedes der vorigen Beispiele enthält also einen Masdar, der aus dem Chabar von „anna“ verstanden wird. Und da dieser Masdar nicht ausdrücklich genannt ist, heißt er „Masdar muʾawwal“ (umgedeutetes Verbalnomen).

Wenn du das Hamza von „anna“ in diesen und ähnlichen Beispielen betrachtest, in denen anstelle von „anna“ samt Ismund Chabar ein Masdar stehen kann, wirst du es stets mit Fatha finden.

Und es fällt dir leicht, die Satzstellung (I‘rāb) jedes Masdar muʾawwal in jedem der vorigen Beispiele zu erkennen, indem du auf den Satz davor achtest. Der Masdar muʾawwal aus „anna“ samt Ismund Chabar ist in den ersten beiden Beispielen Fāʿil, in den zweiten beiden Mafʿūl bih, in den dritten beiden Nāʾib fāʿil und in den vierten beiden ein von einer Präposition abhängiges Wort im Genitiv.

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Die Regeln

(107) Das Hamza von „anna“ steht mit Fatha, wenn sie samt ihrem Ismund Chabar an die Stelle des Masdar tritt.
(108) Der Masdar, der aus „anna“ samt ihrem Ismund Chabar gebildet wird, heißt „Masdar muʾawwal“.
(109) Der Masdar muʾawwal kann Fāʿil, Mafʿūl bih, Nāʾib fāʿil oder ein von einer Präposition abhängiges Wort im Genitiv sein.

Übung (1)

Nenne den Masdar jedes der folgenden Verben und bilde vier dieser Masdare in vollständigen Sätzen:

er sitzt – er legte vor – er verfügt – er hilft
er stimmte überein – er jagte – er tat Gutes – er bereitete sich vor
er klagt – er kehrt zurück – sie wetteiferten – er wird krank

Übung (2)

Nenne das Perfekt, das von jedem der folgenden Masdare abgeleitet ist, und verwende drei Verben in vollständigen Sätzen:

der Dank – die Nachfrage – der Aufbruch – das Hinausgehen
das Gehen – das Beobachten – die Übergabe – die Freude
das Schreiben – das Sichwälzen – die Scharfsinnigkeit – die Furcht

Übung (3)

Setze in jedem der folgenden Sätze anstelle von „anna“ und ihren beiden Ergänzungen einen eindeutigen Masdar und gib seine Satzstellung (I‘rāb) an:

(1) Das Kind meinte, dass der Mond klein ist.
(2) Ich fand, dass die Verspätung schädlich ist.
(3) Ich vertraute darauf, dass der Händler aufrichtig ist.
(4) Der Geizige meint, dass das Vermögen ewig bleibt.
(5) Mir wurde mitgeteilt, dass der Reisende angekommen ist.
(6) Ali freute sich, dass er erfolgreich ist.

Übung (4)

Mache in jedem der folgenden Sätze den eindeutigen Masdar zu einem Masdar muʾawwal aus „anna“ samt ihrem Ismund Chabar:

(1) Die Bedürftigkeit der Notleidenden schmerzt mich.
(2) Ich fürchte das Reißen des Löwen.
(3) Ich wusste um den Nutzen der Medizin.
(4) Ich wunderte mich über die List des Fuchses.
(5) Der Schüler freute sich über seinen Erfolg.
(6) Ich freute mich über die Geschwindigkeit des Zuges.
(7) Die Klugheit des Elefanten wurde berühmt.
(8) Ich freute mich über die Schönheit des Nachbarn.
(9) Die Geduld des Kamels erstaunte mich.
(10) Deine Nachlässigkeit betrübt mich.

Übung (5)

Erkläre den Grund für das Fatha des Hamza von „anna“ in den folgenden Sätzen und gib die Satzstellung (I‘rāb) der Masdar-muʾawwal-Konstruktionen an:

(1) Ich verkünde, dass das Fieber sich ausbreitet.
(2) Den Seemann beunruhigt, dass der Wind stark ist.
(3) Es ärgert dich, dass der Stift zerbrochen ist.
(4) Ich glaube, dass Gott allmächtig ist.
(5) Der Bauer war traurig, weil der Nil niedrig steht.
(6) Man erfuhr, dass die Nachricht stimmt.

Übung (6)

Bilde drei Sätze, in denen der umgedeutete Infinitiv (Maṣdar muʾawwal) aus „an" und ihren beiden Ergänzungen jeweils ein Objekt ist.
Bilde drei Sätze, in denen er jeweils Subjekt (Fāʿil) ist.
Bilde drei Sätze, in denen er jeweils durch eine Präposition im Genitiv steht.
Bilde drei Sätze, in denen er jeweils Stellvertreter des Subjekts (Nāʾib al-fāʿil) ist.

Übung (7) in der grammatischen Analyse (Iʿrāb)

(a) Muster:
„Arǧū anna amalī yataḥaqqaq." (Ich hoffe, dass sich meine Hoffnung erfüllt.)

arǧū – ein Präsensverb im Nominativ (marfūʿ) mit einer auf dem Wāw gedachten Ḍamma; das Subjekt ist ein verborgenes Pronomen, dessen Bestimmung „ich" ist.
anna – eine Bekräftigungspartikel, unveränderlich auf der Fatḥa.
amalī – Nomen von „anna", im Akkusativ (manṣūb) mit einer gedachten Fatḥa, weil die Kasra vorhanden ist, die zum Yāʾ passt; das Yāʾ ist ein Pronomen als Genitivattribut (muḍāf ilayhi), unveränderlich auf dem Sukūn, in der Stellung des Genitivs.
yataḥaqqaq – ein Präsensverb im Nominativ mit der Ḍamma; das Subjekt ist ein verborgenes Pronomen, dessen Bestimmung „er" ist. Der Satz aus Verb und Subjekt steht in der Stellung des Nominativs als Chabar von „anna". Der umgedeutete Infinitiv aus „anna", ihrem Nomen und ihrem Chabar ist Objekt (Maful) des Verbs „arǧū", und seine Auflösung lautet: „Arǧū taḥaqquqa amalī" (Ich erhoffe die Erfüllung meiner Hoffnung).

(b) Analysiere die folgenden Sätze:
(1) Ich wünsche mir, dass das Leben glücklich ist.   (3) Es schmerzt mich, dass du leidest.
(2) Es wurde verbreitet, dass die Heuschrecken Ägypten verlassen haben.   (4) Ich vertraute darauf, dass du geschickt bist.