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Kurs 2 · Gottesdienst

Die Wuḍūʾ-Glieder und ihre Bedeckung

أَعْضَاءُ الْوُضُوءِ


Ein Wuḍūʾ-Glied ist in einem von zwei Zuständen: unbedeckt – dann wird es gewaschen – oder bedeckt von etwas, worüber man streichen darf. Vier Bedeckungen lässt der Madhhab zu: die Socke oder den Lederschuh, den Turban des Mannes, das Kopftuch der Frau und den Verband. Nicht dazu gehören die Kappe, das Schmāgh und ähnliches: Darüber wird nicht gestrichen. Dieses Blatt ist der Eingang zum nächsten, das die Bedingungen des Streichens bringt.

أَعْضَاءُ الْوُضُوءِ
Die Wuḍūʾ-Glieder
zwei Zustände – حَالَانِ
مَكْشُوفَةٌ
Unbedeckt
  1. 1
    تُغْسَلُ
    Sie werden gewaschen
    Gesicht, Arme, Füße ohne Socken – der Regelfall
عَلَيْهَا حَائِلٌ مِمَّا يَجُوزُ مَسْحُهُ
Bedeckt von etwas, worüber man streichen darf
تُمْسَحُ – sie werden gestrichen
  1. 2
    خُفٌّ أَوْ جَوْرَبٌ
    Lederschuh oder Socke
  2. 3
    عِمَامَةُ الرَّجُلِ
    Der Turban des Mannes
    مُحَنَّكَةٌ أَوْ ذَاتُ ذُؤَابَةٍ – unter dem Kinn geführt oder mit Schwanz; nicht Kappe oder Schmāgh
  3. 4
    خِمَارُ الْمَرْأَةِ
    Das Kopftuch der Frau
  4. 5
    جَبِيرَةٌ
    Der Verband
    Gips, Schiene, Pflaster auf einer Wunde

Die Begriffe

خُفٌّ
Lederschuh

Ein Schuh aus Leder, der den Fuß bis über die Knöchel bedeckt. Die Socke – جَوْرَبٌ – steht ihm nach dem Madhhab gleich, wenn sie dick genug ist, um darin zu gehen.

عِمَامَةٌ مُحَنَّكَةٌ
Turban unter dem Kinn

Ein Turban, dessen Stoff unter dem Kinn durchgeführt ist, oder der einen herabhängenden Zipfel hat. Nur so einer gilt als Turban, über den man streicht – weil er schwer abzunehmen ist. Die Kappe ist in einer Sekunde ab; darüber wird nicht gestrichen.

جَبِيرَةٌ
Verband

Alles, was auf einer Wunde oder einem Bruch liegt und nicht ohne Schaden entfernt werden kann. Über ihn wird gestrichen – und zwar, anders als bei den übrigen, auch beim großen Ḥadath und ohne Frist.

Die Belege

  • Lederschuh und Turban

    «أَنَّ النَّبِيَّ ﷺ تَوَضَّأَ فَمَسَحَ عَلَى الْخُفَّيْنِ وَالْعِمَامَةِ»

    „Der Prophet ﷺ verrichtete den Wuḍūʾ und strich über die beiden Lederschuhe und den Turban.“

    مسلم

  • Die Socken

    «تَوَضَّأَ النَّبِيُّ ﷺ وَمَسَحَ عَلَى الْجَوْرَبَيْنِ وَالنَّعْلَيْنِ»

    „Der Prophet ﷺ verrichtete den Wuḍūʾ und strich über die Socken und die Sandalen.“

    أبو داود والترمذي

Unbedeckt wird gewaschen. Über Socke, Turban, Kopftuch und Verband wird gestrichen – über Kappe und Schmāgh nicht.

Prüfe dich selbst

5 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. In welchen zwei Zuständen kann ein Wuḍūʾ-Glied sein?

  2. 2. Darf man nach dem Blatt über eine Kappe oder ein Schmāgh streichen?

  3. 3. Wie viele Bedeckungen lässt der Madhhab zum Streichen zu?

  4. 4. Was ist eine جَبِيرَةٌ?

  5. 5. Wann steht die Socke (جَوْرَبٌ) nach dem Madhhab dem Lederschuh gleich?

Für den Unterricht

  • Die Frage aus dem Heft stellen: „Darf man über die Kappe oder das Schmāgh streichen?“ Nein – und der Grund (leicht abzunehmen) erklärt zugleich, warum der Turban ja.
  • Das Streichen über Socken ist die praktischste Erleichterung für den Winter in Deutschland – hier lohnt es sich, Zeit zu lassen.
  • Den Verband schon hier von den anderen dreien abheben: Er ist die Ausnahme in fast jeder Bedingung des nächsten Blattes.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 19