Kurs 2 · Gottesdienst
Die Gefäße
الْآنِيَةُ
Nach dem Wasser kommt das Gefäß, in dem es steht. Der Grundsatz ist weit: Jedes reine Gefäß ist erlaubt – ob es von Muslimen oder Nichtmuslimen stammt. Verboten sind nur zwei Dinge: Gold und Silber, weil der Prophet ﷺ es ausdrücklich untersagt hat, und Gefäße aus Unreinem, etwa aus der Haut eines verendeten Tieres. Bei den Häuten hat der hanbalitische Madhhab eine Besonderheit: Auch das Gerben macht die Haut eines verendeten Tieres nicht rein – sie darf nur für Trockenes benutzt werden.
- 1كُلُّ إِنَاءٍ طَاهِرٍ لَا فِضَّةَ فِيهِ وَلَا ذَهَبَJedes reine Gefäß ohne Gold und Silberمِنْ آنِيَةِ الْمُسْلِمِينَ أَوِ الْكُفَّارِ – gleich, von wem es stammt
- 2مَا فِيهِ ذَهَبٌWas Gold enthält
- 3مَا فِيهِ فِضَّةٌWas Silber enthältعَدَا الضَّبَّةَ الْيَسِيرَةَ مِنْهَا لِحَاجَةٍ – außer einer kleinen Silberklammer zur Ausbesserung, nicht zur Zierde
- 4النَّجِسَةُ، مِثْلُ جُلُودِ الْمَيْتَةِUnreine, etwa Häute verendeter Tieresiehe unten: ganz verboten oder nur für Trockenes
- 5تَحْرُمُ مُطْلَقًا: جِلْدُ الْحَيَوَانِ النَّجِسِ وَالْجُلُودُ غَيْرُ الْمَدْبُوغَةِGanz verboten: Haut eines unreinen Tieres, ungegerbte Häuteunreines Tier: z. B. der Hund
- 6يَجُوزُ اسْتِعْمَالُهُ فِي الْيَابِسَاتِ: الْجُلُودُ الْمَدْبُوغَةُNur für Trockenes erlaubt: gegerbte Häuteder hanbalitische Madhhab: Gerben reinigt nicht, aber Trockenes darf hinein – Datteln, Getreide
Die Begriffe
Ein kleines Stück Silber, mit dem ein Riss im Gefäß geflickt wird. Erlaubt, wenn es klein ist, wirklich zur Ausbesserung dient und nicht zur Zierde – und nur aus Silber, nie aus Gold.
Die Behandlung einer Haut, damit sie haltbar wird. Nach der Mehrheit der Gelehrten wird die Haut eines verendeten Tieres dadurch rein; nach dem hanbalitischen Madhhab nicht – sie bleibt unrein, darf aber für Trockenes benutzt werden.
Ein Tier, das nicht nach der Vorschrift geschlachtet wurde. Sein Fleisch ist verboten, seine Haut unrein – bei Tieren, die man essen dürfte, wie dem Schaf. Bei Tieren, die man nicht essen darf, wie dem Hund, ist die Haut ohnehin unrein.
Die Belege
Gold und Silber
«لَا تَشْرَبُوا فِي آنِيَةِ الذَّهَبِ وَالْفِضَّةِ، وَلَا تَأْكُلُوا فِي صِحَافِهَا، فَإِنَّهَا لَهُمْ فِي الدُّنْيَا وَلَكُمْ فِي الْآخِرَةِ»
„Trinkt nicht aus Gefäßen von Gold und Silber und esst nicht von ihren Schüsseln – sie sind für jene im Diesseits und für euch im Jenseits.“
متفق عليه
Die Gefäße der Schriftbesitzer
«إِنْ وَجَدْتُمْ غَيْرَهَا فَلَا تَأْكُلُوا فِيهَا، وَإِنْ لَمْ تَجِدُوا فَاغْسِلُوهَا وَكُلُوا فِيهَا»
„Wenn ihr andere findet, esst nicht daraus; findet ihr keine, wascht sie und esst daraus.“ – über die Gefäße der Schriftbesitzer, die darin Schwein und Wein hatten.
متفق عليه
Jedes reine Gefäß ist erlaubt – nur Gold, Silber und Unreines nicht.
Prüfe dich selbst
5 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.
1. Welche Gefäße sind nach dem Blatt erlaubt?
2. Was ist eine ضَبَّةٌ, die erlaubt sein kann?
3. Was sagt der hanbalitische Madhhab zur gegerbten Haut eines verendeten Tieres?
4. Gilt das Verbot von Gold und Silber nur für Trinkbecher?
5. Welche Haut ist für Gefäße ganz verboten (تَحْرُمُ مُطْلَقًا)?
Für den Unterricht
- Das Verbot von Gold und Silber gilt nicht nur für Trinkgefäße: auch Löffel, Teller, Tassen. Die Zuhörer denken oft nur an den Becher.
- Der Grundsatz „gleich, von wem es stammt“ beruhigt viele Fragen aus dem Alltag in Deutschland – Geschirr im Restaurant, beim Nachbarn, im Hotel ist erlaubt, solange nichts Unreines sichtbar ist.
- Die Besonderheit beim Gerben als Madhhab-Position kennzeichnen und sagen, dass die Mehrheit anders urteilt – so lernen die Zuhörer, Madhhab und Konsens zu unterscheiden.
Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 15