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Kurs 2 · Gottesdienst

Die Arten des Wassers

أَقْسَامُ الْمِيَاهِ


Nicht jedes Wasser taugt zur Reinigung. Der Madhhab des Imam Ahmad teilt es in drei Arten: Ṭahūr – rein und reinigend, das ist der Grundzustand jedes Wassers. Ṭāhir – rein, aber nicht mehr reinigend, etwa weil sich Rosenwasser oder Seife hineingemischt hat. Najis – unrein, weil eine Verunreinigung es verändert hat oder weil es zu wenig war, als sie hineinfiel. Die Grenze der Menge heißt „die zwei Qulla“ – nach heutiger Schätzung etwa 230 Liter.

أَقْسَامُ الْمِيَاهِ
Die Arten des Wassers
مَذْهَبُ الْإِمَامِ أَحْمَدَ
طَهُورٌ
Rein und reinigend
يَرْفَعُ الْحَدَثَ وَيُزِيلُ النَّجَسَ – hebt den Ḥadath auf und entfernt die Najāsa
  1. 1
    وَهُوَ الْأَصْلُ
    Der Grundzustand
    jedes Wasser ist so, bis das Gegenteil feststeht
طَاهِرٌ
Rein, aber nicht reinigend
zwei Fälle
  1. 2
    مُسْتَعْمَلٌ فِي رَفْعِ حَدَثٍ
    Schon für den Wuḍūʾ gebraucht
    das Wasser, das vom Waschen abtropft
  2. 3
    مُتَغَيِّرٌ بِطَاهِرٍ
    Durch etwas Reines verändert
    Tee, Rosenwasser, Seife
نَجِسٌ
Unrein
zwei Fälle
  1. 4
    بِالتَّغَيُّرِ بِنَجَاسَةٍ
    Durch Unreines verändert
    in Farbe, Geschmack oder Geruch – اللَّوْنُ، الطَّعْمُ، الرِّيحُ
  2. 5
    بِمُلَاقَاةِ النَّجَاسَةِ إِذَا كَانَ دُونَ الْقُلَّتَيْنِ
    Durch bloße Berührung, wenn es unter zwei Qulla war
    die Zeitgenossen schätzen die zwei Qulla auf etwa 230 Liter

Die Begriffe

طَهُورٌ
Reinigend

Rein in sich selbst und fähig, anderes zu reinigen. Nur mit diesem Wasser gelten Wuḍūʾ und Ghusl. Regen, Fluss, Brunnen, Meer, Leitungswasser – alles ṭahūr, solange nichts es verändert.

طَاهِرٌ
Rein

Rein in sich selbst – man darf es trinken und damit kochen – aber es reinigt nicht mehr. Wer mit Tee den Wuḍūʾ macht, hat keinen Wuḍūʾ.

الْقُلَّتَانِ
Die zwei Qulla

Zwei große Tonkrüge, wie sie in Medina üblich waren – das Maß, ab dem Wasser eine Verunreinigung „trägt“, ohne selbst unrein zu werden, solange es sich nicht verändert. Heute rechnet man mit etwa 230 Litern; die Schätzungen der Zeitgenossen gehen auseinander.

Die Belege

  • Der Grundzustand

    ﴿وَأَنزَلْنَا مِنَ السَّمَاءِ مَاءً طَهُورًا﴾

    „Und Wir sandten vom Himmel reinigendes Wasser herab.“

    الفرقان ٤٨

  • Die zwei Qulla

    «إِذَا كَانَ الْمَاءُ قُلَّتَيْنِ لَمْ يَحْمِلِ الْخَبَثَ»

    „Wenn das Wasser zwei Qulla erreicht, trägt es die Unreinheit nicht.“

    أبو داود والترمذي

  • Wasser bleibt rein

    «الْمَاءُ طَهُورٌ لَا يُنَجِّسُهُ شَيْءٌ»

    „Wasser ist reinigend; nichts macht es unrein.“ – gemeint: solange es sich nicht verändert.

    أبو داود

Jedes Wasser ist reinigend – bis etwas Reines es verändert (dann nur rein) oder etwas Unreines (dann unrein).

Prüfe dich selbst

6 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. In wie viele Arten teilt der Madhhab des Imam Ahmad das Wasser?

  2. 2. Jemand macht den Wuḍūʾ mit Tee. Was gilt?

  3. 3. Woran erkennt man, ob Unreines das Wasser verändert hat?

  4. 4. Auf etwa wie viel Liter schätzen die Zeitgenossen die zwei Qulla (الْقُلَّتَانِ)?

  5. 5. Was ist der Grundzustand (الْأَصْلُ) jedes Wassers?

  6. 6. Wasser unter zwei Qulla berührt eine Verunreinigung, verändert sich aber nicht. Was gilt nach dem Madhhab?

Für den Unterricht

  • Drei Gläser mitbringen: klares Wasser, Tee, Wasser mit einem Tropfen Tinte als Symbol. Die Zuhörer zuordnen lassen.
  • Die drei Merkmale Farbe, Geschmack, Geruch sind die praktische Prüfung im Alltag – die Zuhörer sollen sie auswendig können.
  • Bei den zwei Qulla ehrlich sagen, dass die Umrechnung geschätzt ist. Die Regel selbst – viel Wasser wird nicht durch bloße Berührung unrein – ist das, was zählt.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 14