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Kurs 2 · Gottesdienst

Die Reinigung vom Ḥadath

الطَّهَارَةُ مِنَ الْحَدَثِ


Reinheit hat im Fiqh zwei Gegner. Der eine ist der Ḥadath – ein Zustand des Körpers, den man nicht sieht, etwa nach dem Schlaf oder dem Toilettengang. Der andere ist die Najāsa – eine sichtbare Verunreinigung wie Urin auf der Kleidung. Den Ḥadath beseitigt man mit Wuḍūʾ oder Ghusl, und dafür braucht es die Absicht. Die Najāsa wäscht man einfach weg, ohne Absicht. Dieses Blatt zerlegt die Reinigung vom Ḥadath in vier Fragen: Wer reinigt sich? Womit? Welche Reinigung? Wovon?

الطَّهَارَةُ مِنَ الْحَدَثِ
Die Reinigung vom Ḥadath
مُتَطَهِّرٌ
Der sich reinigt
seine Bedingungen
  1. 1
    مُسْلِمٌ
    Muslim
  2. 2
    عَاقِلٌ
    Bei Verstand
    nicht der Geistesverwirrte
  3. 3
    مُمَيِّزٌ
    Im Unterscheidungsalter
    etwa ab sieben Jahren – versteht, was er tut
  4. 4
    نَاوٍ
    Mit Absicht
    die Absicht ist Bedingung
مُتَطَهَّرٌ بِهِ
Womit man sich reinigt
zwei Arten
  1. 5
    الْمَاءُ
    Wasser
    der Regelfall
  2. 6
    التُّرَابُ
    Erde
    التَّيَمُّمُ – der Ersatz, wenn Wasser fehlt
طَهَارَةٌ
Die Reinigung
zwei Arten
  1. 7
    صُغْرَى
    Die kleine
    الْوُضُوءُ
  2. 8
    كُبْرَى
    Die große
    الْغُسْلُ
مُتَطَهَّرٌ مِنْهُ
Wovon man sich reinigt
der Ḥadath, zwei Arten
  1. 9
    أَصْغَرُ
    Der kleine
    نَوَاقِضُ الْوُضُوءِ – was den Wuḍūʾ aufhebt
  2. 10
    أَكْبَرُ
    Der große
    مُوجِبَاتُ الْغُسْلِ – was den Ghusl nötig macht

Die Begriffe

حَدَثٌ
Ḥadath – der unsichtbare Zustand

Kein Schmutz, sondern ein rechtlicher Zustand: Der Körper gilt als „nicht gebetsfähig“, bis Wuḍūʾ oder Ghusl ihn wieder öffnen. Deshalb braucht seine Beseitigung die Absicht.

نَجَاسَةٌ
Najāsa – die sichtbare Verunreinigung

Ein Stoff wie Urin oder Blut auf Körper, Kleidung oder Boden. Man entfernt ihn durch Waschen – ohne Absicht, denn es geht nur darum, dass er weg ist.

تَيَمُّمٌ
Die Erdreinigung

Ersatz für Wasser: mit den Handflächen auf reine Erde schlagen, Gesicht und Hände streichen. Sie tritt an die Stelle von Wuḍūʾ und Ghusl, wenn Wasser fehlt oder schadet.

Die Belege

  • Wasser und Erde

    ﴿فَلَمْ تَجِدُوا مَاءً فَتَيَمَّمُوا صَعِيدًا طَيِّبًا﴾

    „… und ihr findet kein Wasser, dann sucht reine Erde.“

    المائدة ٦

  • Die Absicht

    «إِنَّمَا الْأَعْمَالُ بِالنِّيَّاتِ»

    „Die Taten sind nur nach den Absichten.“

    متفق عليه

Ḥadath = Zustand, braucht Absicht. Najāsa = Stoff, braucht nur Wasser.

Prüfe dich selbst

5 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. Was ist der Ḥadath (حَدَثٌ)?

  2. 2. Urin ist auf die Hose gekommen. Braucht das Wegwaschen eine Absicht?

  3. 3. Womit reinigt man sich vom Ḥadath (مُتَطَهَّرٌ بِهِ)?

  4. 4. Welche Reinigung gehört zum großen Ḥadath?

  5. 5. Welche Bedingung gehört NICHT zu dem, der sich reinigt (مُتَطَهِّرٌ)?

Für den Unterricht

  • Mit der Frage beginnen: „Wenn Urin auf deine Hose kommt – musst du dafür eine Absicht fassen?“ Nein – und schon ist der Unterschied Ḥadath / Najāsa erklärt.
  • Die vier Fragen (wer, womit, was, wovon) als Merkgerüst an die Tafel; jede folgende Seite des Kurses beantwortet eine davon genauer.
  • „Klein / groß“ jeweils mit der zugehörigen Reinigung verbinden: kleiner Ḥadath → Wuḍūʾ, großer Ḥadath → Ghusl.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 13