Berliner Muslime

← Gottesdienst

Kurs 2 · Gottesdienst

Die Reinigung von der Najāsa

الطَّهَارَةُ مِنَ النَّجَسِ


Nach dem Ḥadath kommt die zweite Art der Unreinheit: der Stoff, den man sieht. Das Heft zählt auf, was unrein ist – und die Faustregel dahinter: Was von einem Tier kommt, das man essen darf, ist rein; was von einem Tier kommt, das man nicht essen darf und das größer als eine Katze ist, ist unrein. Dann: Womit entfernt man es? Bei Hund und Schwein siebenmal mit Erde, sonst nach dem Madhhab siebenmal mit Wasser, auf dem Boden einmal, beim Urin des Säuglings genügt Besprengen. Für das Waschen einer Najāsa braucht es keine Absicht.

الطَّهَارَةُ مِنَ النَّجَسِ
Die Reinigung von der Najāsa
لَا يُشْتَرَطُ فِي غَسْلِ النَّجَاسَةِ النِّيَّةُ – ohne Absicht
النَّجَاسَاتُ
Was unrein ist
الْمَنِيُّ وَرُطُوبَةُ فَرْجِ الْمَرْأَةِ طَاهِرَانِ – Samen und Feuchtigkeit der Frau sind rein
  1. 1
    الْبَوْلُ وَالْغَائِطُ مِنْ غَيْرِ الْمَأْكُولِ
    Urin und Kot von Tieren, die man nicht isst
    Faustregel: Tier essbar → Urin und Kot rein; Mensch → unrein
  2. 2
    مَا فَوْقَ الْهِرَّةِ مِنْ غَيْرِ الْمَأْكُولِ
    Nicht essbare Tiere, größer als eine Katze
    Fuchs, Wolf, Hund – Katze und Kleineres sind rein
  3. 3
    الْقَيْءُ
    Erbrochenes
  4. 4
    الْمَذْيُ
    Der Lusttropfen
    klare Flüssigkeit bei Erregung – Wuḍūʾ, kein Ghusl
  5. 5
    الْوَدْيُ
    Der Nachtropfen
    dickflüssig nach dem Urin
  6. 6
    الْمَيْتَةُ إِلَّا مَا اسْتُثْنِيَ
    Verendetes – mit Ausnahmen
    rein bleiben: der Mensch, Tiere ohne fließendes Blut (Insekten), Meerestiere
  7. 7
    الْخَمْرُ
    Wein
  8. 8
    الدَّمُ وَالصَّدِيدُ
    Blut und Eiter
    وَيُعْفَى عَنْ يَسِيرِهِ – Weniges wird nachgesehen
الْمُزَالُ بِهِ
Womit man es entfernt
  1. 9
    سَبْعُ غَسَلَاتٍ بِالْمَاءِ مَعَ التُّرَابِ
    Siebenmal Wasser, einmal davon mit Erde
    نَجَاسَةُ الْكَلْبِ وَالْخِنْزِيرِ – Hund und Schwein
  2. 10
    بِالْمَاءِ بِدُونِ تُرَابٍ: بِسَبْعِ غَسَلَاتٍ
    Siebenmal Wasser ohne Erde
    الْمَذْهَبُ – für alle übrigen Najāsa; nach anderen genügt, bis es weg ist
  3. 11
    بِغَسْلَةٍ وَاحِدَةٍ: النَّجَاسَةُ عَلَى الْأَرْضِ
    Einmal Wasser: Najāsa auf dem Boden
    ein Eimer darüber genügt
  4. 12
    بِالنَّضْحِ: بَوْلُ غُلَامٍ لَمْ يَأْكُلِ الطَّعَامَ
    Besprengen: Urin eines Säuglings
    nur beim Jungen, der noch nichts außer Milch isst – beim Mädchen wird gewaschen
  5. 13
    ثَلَاثُ مَسَحَاتٍ: فِي الِاسْتِجْمَارِ فَقَطْ
    Dreimal wischen: nur beim Istijmār

Die Begriffe

مَا لَا نَفْسَ لَهُ سَائِلَةٌ
Tiere ohne fließendes Blut

Fliegen, Käfer, Ameisen, Skorpione. Fallen sie tot ins Wasser oder Essen, wird es nicht unrein – weil sie kein Blut haben, das beim Tod verdirbt.

يُعْفَى عَنْ يَسِيرِهِ
Weniges wird nachgesehen

Ein paar Tropfen Blut auf der Kleidung – vom Rasieren, von einer Mücke, von einem Kratzer – machen das Gebet nicht ungültig. Der Fiqh verlangt keine Unmöglichkeit.

نَضْحٌ
Besprengen

Wasser über die Stelle gießen, bis sie durchnässt ist, ohne zu reiben oder auszuwringen. Die Erleichterung beim Urin des Säuglings, weil er ständig vorkommt.

Die Belege

  • Hund: siebenmal mit Erde

    «طَهُورُ إِنَاءِ أَحَدِكُمْ إِذَا وَلَغَ فِيهِ الْكَلْبُ أَنْ يَغْسِلَهُ سَبْعَ مَرَّاتٍ أُولَاهُنَّ بِالتُّرَابِ»

    „Die Reinigung des Gefäßes, in das ein Hund geleckt hat, ist, es siebenmal zu waschen, das erste Mal mit Erde.“

    مسلم

  • Boden: einmal

    «دَعُوهُ، وَأَهْرِيقُوا عَلَى بَوْلِهِ سَجْلًا مِنْ مَاءٍ»

    „Lasst ihn – und gießt einen Eimer Wasser über seinen Urin.“ – über den Beduinen, der in die Moschee uriniert hatte

    متفق عليه

  • Säugling: Besprengen

    «يُغْسَلُ مِنْ بَوْلِ الْجَارِيَةِ، وَيُرَشُّ مِنْ بَوْلِ الْغُلَامِ»

    „Vom Urin des Mädchens wird gewaschen, vom Urin des Jungen wird besprengt.“

    أبو داود والنسائي

  • Die Katze

    «إِنَّهَا لَيْسَتْ بِنَجَسٍ، إِنَّهَا مِنَ الطَّوَّافِينَ عَلَيْكُمْ»

    „Sie ist nicht unrein – sie gehört zu denen, die ständig um euch herumgehen.“

    أبو داود والترمذي

  • Die Ausnahmen beim Verendeten

    «أُحِلَّتْ لَنَا مَيْتَتَانِ وَدَمَانِ: الْحُوتُ وَالْجَرَادُ، وَالْكَبِدُ وَالطِّحَالُ»

    „Zwei Verendete und zwei Arten Blut sind uns erlaubt: der Fisch und die Heuschrecke, die Leber und die Milz.“

    ابن ماجه

Essbares Tier: rein. Hund und Schwein: siebenmal mit Erde. Boden: ein Eimer. Säugling: besprengen. Weniges Blut: nachgesehen.

Prüfe dich selbst

6 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. Braucht das Waschen einer Najāsa eine Absicht?

  2. 2. Wie wird ein Gefäß gereinigt, in das ein Hund geleckt hat?

  3. 3. Wie wird der Urin eines Jungen gereinigt, der noch nichts außer Milch isst?

  4. 4. Ist der Urin eines Tieres, das man essen darf, rein oder unrein?

  5. 5. Ein paar Tropfen Blut vom Rasieren sind auf der Kleidung. Was gilt für das Gebet?

  6. 6. Eine Fliege fällt tot ins Essen. Was gilt?

Für den Unterricht

  • Die Faustregel „essbar → rein“ zuerst, sie erklärt fast die ganze Liste. Dann die Katze als Grenze nach oben.
  • Bei der Siebenfach-Waschung ehrlich sagen: Das ist Madhhab; nach vielen Gelehrten genügt, bis die Spur weg ist. In der Waschmaschine ist beides erfüllt.
  • Die Ausnahme „Weniges Blut wird nachgesehen“ hilft Menschen mit Zweifeln – und Müttern, die ständig mit Säuglingsurin zu tun haben.
  • Zum Hund in Deutschland: Die Unreinheit betrifft Speichel und Ausscheidungen, nicht das Vorbeigehen – kein Grund zur Angst auf der Straße.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 28