Kurs 2 · Gottesdienst
Die Reinigung nach der Notdurft
إِزَالَةُ الْخَارِجِ مِنَ السَّبِيلِ
Die letzte Bedingung des Wuḍūʾ bekommt ein eigenes Blatt: Was aus den beiden Ausgängen kommt, muss vorher beseitigt sein. Das Heft ordnet es in drei Fragen: Ist es Pflicht? Ja, für alles Unreine, das beschmutzt – nicht für Wind. Welche Wege gibt es? Erst Steine und dann Wasser ist am besten, Wasser allein steht an zweiter Stelle, Steine allein sind erlaubt. Und welche Bedingungen gelten, wenn man nur Steine oder Papier benutzt?
- 1وَاجِبٌ لِكُلِّ خَارِجٍ نَجِسٍ مُلَوِّثٍPflicht für alles Unreine, das beschmutztnicht für Wind – لَيْسَ الرِّيحُ
- 2شَرْطٌ لِصِحَّةِ الْوُضُوءِ وَالتَّيَمُّمِBedingung für Wuḍūʾ und Tayammumerst reinigen, dann Wuḍūʾ
- 3بِالْأَحْجَارِ أَوْ نَحْوِهَا ثُمَّ الْمَاءِSteine, dann Wasserالْأَفْضَلُ – das Beste
- 4بِالْمَاءِ وَحْدَهُWasser alleinالِاسْتِنْجَاءُ – das Zweitbeste
- 5بِالِاسْتِجْمَارِ فَقَطْSteine oder Ähnliches alleinالِاسْتِجْمَارُ – erlaubt, unter Bedingungen
- 6كَوْنُ الْمَمْسُوحِ بِهِ طَاهِرًاDas Wischmittel ist rein
- 7مُنْقِيًاEs reinigt wirklichkein glattes Glas
- 8غَيْرَ مَنْهِيٍّ عَنْهُNichts Verboteneskein Kot, kein Knochen, nichts Geachtetes – Nahrung, Schrift
- 9عَدَمُ تَجَاوُزِ الْخَارِجِ مَحَلَّ الْعَادَةِDie Unreinheit hat sich nicht über das Übliche hinaus verteiltsonst nur Wasser
- 10ثَلَاثُ مَسَحَاتٍ مَعَ حُصُولِ الْإِنْقَاءِMindestens dreimal, bis es sauber istdrei sind Pflicht – und weiter, bis nichts mehr bleibt
Die Begriffe
Die Ausgänge nach der Notdurft mit Wasser waschen. Sprachlich von „naja“ – sich befreien.
Mit Steinen – oder heute Papier – abwischen, ohne Wasser. Sprachlich von „jimār“, kleine Steine. Gilt unter den fünf Bedingungen dieses Blattes als vollwertige Reinigung.
Das Ziel jeder Reinigung: Es bleibt nichts zurück, was sich nicht nur mit Wasser entfernen ließe. Drei Wischungen sind das Minimum; ist es nach dreien nicht sauber, wischt man weiter – und macht es ungerade.
Die Belege
Mindestens drei
«لَا يَسْتَنْجِي أَحَدُكُمْ بِدُونِ ثَلَاثَةِ أَحْجَارٍ»
„Keiner von euch reinige sich mit weniger als drei Steinen.“
مسلم
Kot und Knochen
«... وَنَهَانَا أَنْ نَسْتَنْجِيَ بِرَجِيعٍ أَوْ عَظْمٍ»
„… und er verbot uns, uns mit Kot oder Knochen zu reinigen.“
مسلم
Wasser allein genügt
«كَانَ النَّبِيُّ ﷺ يَدْخُلُ الْخَلَاءَ فَأَحْمِلُ أَنَا وَغُلَامٌ نَحْوِي إِدَاوَةً مِنْ مَاءٍ وَعَنَزَةً، فَيَسْتَنْجِي بِالْمَاءِ»
„Der Prophet ﷺ ging zur Notdurft, und ich und ein Junge wie ich trugen ein Gefäß mit Wasser und einen Stock, und er reinigte sich mit dem Wasser.“
متفق عليه
Wind braucht nichts, alles andere muss weg – am besten Steine und dann Wasser, mindestens dreimal, bis es sauber ist.
Prüfe dich selbst
6 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.
1. Wofür ist die Reinigung nach der Notdurft NICHT Pflicht?
2. Welche Stufe der Reinigung ist laut Blatt die beste (الْأَفْضَلُ)?
3. Was bedeutet اسْتِجْمَارٌ?
4. Jemand wischt mit Papier dreimal, es ist aber noch nicht sauber. Was gilt?
5. Womit darf man den Istijmār NICHT machen?
6. In welchem Verhältnis steht die Reinigung nach der Notdurft zum Wuḍūʾ?
Für den Unterricht
- Das Blatt nüchtern und ohne Scham unterrichten – die Gefährten haben genau danach gefragt, und Salmān antwortete: „Ja, er hat uns alles gelehrt, sogar das.“
- Toilettenpapier als heutige Form des Istijmār benennen. Die fünf Bedingungen darauf anwenden: rein, reinigend, nichts Geachtetes, nicht verteilt, mindestens dreimal.
- Die Stufenfolge erklärt, warum in vielen Moscheen Wasser und Papier bereitstehen: die beste Stufe.
Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه العبادات, S. 17