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Kurs 5 · Straf- und Gerichtsrecht

Die Speisen

الْأَطْعِمَةُ


Bei Speisen gilt der Grundsatz: Alles ist erlaubt, bis ein Beleg es verbietet. Verpönt ist, was übel riecht oder dessen Schaden nicht sicher feststeht. Verboten wird eine Speise aus sechs Gründen: weil sie berauscht, schadet, unrein ist, als widerlich gilt, ein fremdes Recht daran hängt oder weil es Menschenfleisch ist. Bei den Tieren nennt das Heft neun Gruppen, die man nicht essen darf, etwa den Hausesel, Raubtiere mit Reißzahn, Greifvögel mit Krallen und alles, was nicht geschlachtet wurde.

الْأَطْعِمَةُ
Die Speisen
مُبَاحٌ
Erlaubt
الْأَصْلُ فِي الْأَطْعِمَةِ الْإِبَاحَةُ
مَكْرُوهٌ
Verpönt
  1. 1
    مَا لَهُ رَائِحَةٌ خَبِيثَةٌ
    was übel riecht
  2. 2
    مَا ضَرَرُهُ غَيْرُ مُحَقَّقٍ
    was vielleicht schadet
مُحَرَّمٌ
Verboten
  1. 3
    أَسْبَابُ تَحْرِيمِ الطَّعَامِ
    Gründe des Verbots
    • الْإِسْكَارُberauscht
    • الضَّرَرُschadet
    • النَّجَاسَةُunrein
    • الِاسْتِخْبَاثُwiderlich
    • تَعَلُّقُ حَقِّ الْغَيْرِ بِهِfremdes Recht daran
    • الْآدَمِيُّMenschenfleisch
  2. 4
    مَا يَحْرُمُ مِنَ الْحَيَوَانِ
    Verbotene Tiere
    • الْحِمَارُ الْأَهْلِيُّder Hausesel
    • مَا يَفْتَرِسُ بِنَابِهِwas mit dem Reißzahn reißt
    • مَا يَصِيدُ بِمِخْلَبِهِwas mit Krallen jagt
    • مَا يَأْكُلُ الْجِيَفَwas Aas frisst
    • الْمُسْتَخْبَثُwas als widerlich gilt
    • مَا أُمِرَ بِقَتْلِهِwas man töten soll
    • مَا نُهِيَ عَنْ قَتْلِهِwas man nicht töten darf
    • مُتَوَلِّدٌ بَيْنَ مَأْكُولٍ وَغَيْرِهِMischling aus Essbarem und Nichtessbarem
    • غَيْرُ الْمُذَكَّىnicht geschlachtet

Die Begriffe

الْأَصْلُ فِي الْأَطْعِمَةِ الْإِبَاحَةُ
Grundsatz der Erlaubtheit

Wer etwas als verboten erklärt, braucht dafür einen Beleg; wer es isst, braucht keinen. Deshalb fragt man bei einer neuen Speise: Trifft einer der sechs Verbotsgründe zu?

الِاسْتِخْبَاثُ
Als widerlich gelten

Was Menschen mit gesundem Empfinden ekelhaft finden, etwa Insekten, Mäuse oder Igel. Im Madhhab misst man das am Empfinden der Araber zur Zeit des Propheten ﷺ.

ذُو نَابٍ وَذُو مِخْلَبٍ
Reißzahn und Kralle

Raubtiere, die mit dem Reißzahn jagen (Löwe, Wolf, Hund, Katze), und Vögel, die mit Krallen jagen (Adler, Falke), sind verboten. Ein Reißzahn allein reicht nicht; er muss zum Reißen dienen.

تَعَلُّقُ حَقِّ الْغَيْرِ
Fremdes Recht

Speise, die einem anderen gehört und ohne seine Erlaubnis genommen wird, ist verboten – nicht wegen der Speise selbst, sondern wegen des Unrechts.

مُتَوَلِّدٌ
Mischling

Ein Tier, das aus einem erlaubten und einem verbotenen Elternteil hervorgeht, etwa das Maultier aus Pferd und Esel. Hier überwiegt das Verbot.

Grundsätzlich ist alles erlaubt – verboten ist, was berauscht, schadet, unrein, widerlich, fremd oder menschlich ist.

Prüfe dich selbst

6 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.

  1. 1. Welcher Grundsatz gilt bei Speisen?

  2. 2. Was ist nach dem Blatt verpönt (مَكْرُوهٌ)?

  3. 3. Wie viele Gründe für das Verbot einer Speise nennt das Blatt?

  4. 4. Welches Tier ist nach dem Baum verboten?

  5. 5. Warum ist das Maultier verboten?

  6. 6. Jemand isst Essen, das einem anderen gehört, ohne dessen Erlaubnis. Warum ist es für ihn verboten?

Für den Unterricht

  • Die sechs Gründe als Prüfliste für neue Lebensmittel verwenden: Energydrink, Insektenmehl, Gelatine, Fleisch aus dem Supermarkt.
  • Bei „was man töten soll“ an die fünf schädlichen Tiere aus der Sunna erinnern, bei „was man nicht töten darf“ an Ameise, Biene, Wiedehopf; die Überlieferung dazu steht im Heft nur als Randnotiz, nicht im gedruckten Text.
  • Die Brücke zum nächsten Blatt schlagen: Selbst ein erlaubtes Tier wird nur durch richtige Schlachtung essbar.

Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه الجنايات, S. 157