Kurs 5 · Straf- und Gerichtsrecht
Das Urteil und seine vier Bestandteile
الْحُكْمُ الْقَضَائِيُّ
Mit diesem Blatt beginnt der Teil über die Rechtsprechung. Jedes Urteil hat vier Bestandteile: den, der urteilt, den, gegen den geurteilt wird, den, zu dessen Gunsten geurteilt wird, und das, worauf sich das Urteil stützt. Die folgenden Blätter gehen diese vier der Reihe nach durch: die Bedingungen des Richters, Kläger und Beklagter, dann die Beweismittel – Zeugenaussage und Geständnis.
Die Begriffe
Wer verbindlich über einen Streit entscheidet. Das kann ein eingesetzter Richter sein oder ein Schiedsrichter, den beide Parteien gewählt haben.
Die beiden Streitparteien nach dem Urteil: der eine muss leisten, der andere erhält sein Recht. Vor dem Urteil heißen sie Kläger und Beklagter.
Die Beweise, auf die der Richter sein Urteil stützt: Zeugen, Geständnis, Eid, Eidesverweigerung und starke Indizien.
Wer urteilt, gegen wen, für wen und worauf gestützt – das sind die vier Bausteine jedes Urteils.
Prüfe dich selbst
4 Fragen zu diesem Blatt. Nichts wird gespeichert.
1. Aus wie vielen Bestandteilen besteht jedes Urteil nach dem Blatt?
2. Was ist mit مَحْكُومٌ بِهِ gemeint?
3. Wer kann nach dem Blatt حَاكِمٌ sein?
4. Wie heißen die Parteien vor dem Urteil?
Für den Unterricht
- Die vier Kreise als Gliederung für die nächsten drei Blätter nutzen.
- Einen einfachen Fall durchspielen (Streit um eine nicht zurückgezahlte Leihe) und die vier Rollen besetzen lassen.
Nach dem Programm des معهد الإمام البهوتي, فقه الجنايات, S. 163