Die Alfiyya des Ibn Malik · Kapitel 15 von 82
Kāna und ihre Schwestern
Kāna und ihre Schwestern
تَرْفَعُ كَانَ المُبْتَدَا ٱسْماً وَالخَبَرْ
تَنْصِبُهُ كَكَانَ سَيِّداً عُمَرْ
Kāna setzt das Subjekt (Mubtada') als ihr Nomen in den Nominativ und den Chabar in den Akkusativ – wie in „Kāna sayyidan ʿUmar": ʿUmar war ein Herr.
كَكَانَ ظَلَّ بَاتَ أَضْحَى أَصْبَحَا
أَمْسَى وَصَارَ لَيْسَ زَالَ بَرِحَا
Wie Kāna verhalten sich: ẓalla, bāta, aḍḥā, aṣbaḥa, amsā, ṣāra, laysa, zāla, bariḥa,
فَتِئَ وَٱنْفَكَّ وَهَذِي الأَرْبَعَهْ
لِشِبْهِ نَفْيٍ أَوْ لِنَفْيٍ مُتْبَعَهْ
fatiʾa und infakka. Diese vier folgen einer Verneinung oder etwas, das einer Verneinung ähnlich ist.
وَمِثْلُ كَانَ دَامَ مَسْبُوقاً بِمَا
كَأَعْطِ مَا دُمْتَ مُصِيباً دِرْهَمَا
Wie Kāna verhält sich auch dāma, wenn ihm mā vorausgeht – wie in: „Gib, solange du das Rechte triffst, einen Dirham."
وَغَيْرُ مَاضٍ مِثْلَهُ قَدْ عَمِلَا
إِنْ كَانَ غَيْرُ المَاضِ مِنْهُ ٱسْتُعْمِلَا
Auch eine nicht-vergangene Form wirkt wie die Vergangenheitsform, sofern von dem Verb eine nicht-vergangene Form gebräuchlich ist.
وَفِي جَمِيعِهَا تَوَسُّطَ الخَبَرْ
أَجِزْ وَكُلٌّ سَبْقَهُ دَامَ حَظَرْ
Bei allen erlaube, dass der Chabar in der Mitte steht; sein Vorangehen vor dāma aber haben alle verboten.
كَذَاكَ سَبْقُ خَبَرٍ مَا النَّافِيَهْ
فَجِيءْ بِهَا مَتْلُوَّةً لَا تَالِيَهْ
Ebenso (verboten) ist das Vorangehen des Chabar vor das verneinende mā; so bringe es als Vorangehendes, nicht als Nachfolgendes.
وَمَنْعُ سَبْقِ خَبَرٍ لَيْسَ ٱصْطُفِي
وَذُو تَمَامٍ مَا بِرَفْعٍ يَكْتَفِي
Das Verbot, den Chabar vor laysa zu stellen, wurde bevorzugt. „Vollständig" ist, was sich mit einem Nominativ begnügt.
وَمَا سِوَاهُ نَاقِصٌ وَالنَّقْصُ فِي
فَتِئَ لَيْسَ زَالَ دَائِماً قُفِي
Und was anders ist, ist defektiv. Die Defektivität bei fatiʾa, laysa und zāla ist durchgängig festgelegt.
وَلَا يَلِي العَامِلَ مَعْمُولُ الخَبَرْ
إِلَّا إِذَا ظَرْفاً أَتَى أَوْ حَرْفَ جَرّْ
Dem Verb folgt nicht unmittelbar das vom Chabar Abhängige, außer wenn es ein Adverbial oder eine Präposition mit ihrem Genitiv ist.
وَمُضْمَرَ الشَّأْنِ ٱسْماً ٱنْوِ إِنْ وَقَعْ
مُوهِمُ مَا ٱسْتَبَانَ أَنَّهُ ٱمْتَنَعْ
Ein verborgenes Pronomen der Sachlage nimm als Nomen an, wenn etwas auftritt, das den Anschein erweckt, das, was als unzulässig erkannt wurde, sei doch zulässig.
وَقَدْ تُزَادُ كَانَ فِي حَشْوٍ كَمَا
كَانَ أَصَحَّ عِلْمَ مَنْ تَقَدَّمَا
Kāna wird bisweilen mitten im Satz eingeschoben, wie in: „Wie richtig war das Wissen derer, die vorangingen."
وَيَحْذِفُونَهَا وَيُبْقُونَ الخَبَرْ
وَبَعْدَ إِنْ وَلَوْ كَثِيراً ذَا ٱشْتَهَرْ
Man lässt sie weg und behält den Chabar; nach in und law ist dies häufig und bekannt.
وَبَعْدَ أَنْ تَعْوِيضُ مَا عَنْهَا ٱرْتُكِبْ
كَمِثْلِ أَمَّا أَنْتَ بَرّاً فَٱقْتَرِبْ
Nach „an" wird für sie mā als Ersatz gesetzt, wie in: „Da du doch fromm bist, so nähere dich."
وَمِنْ مُضَارِعٍ لِكَانَ مُنْجَزِمْ
تُحْذَفُ نُونٌ وَهْوَ حَذْفٌ مَا ٱلْتُزِمْ
Vom Imperfekt von kāna, wenn es apokopiert ist, fällt das Nūn weg; doch dieses Weglassen ist nicht verpflichtend.