Die Alfiyya des Ibn Malik · Kapitel 18 von 82
Inna und ihre Schwestern
Inna und ihre Schwestern
لِإِنَّ أَنَّ لَيْتَ لَكِنَّ لَعَلّْ
كَأَنَّ عَكْسُ مَا لِكَانَ مِنْ عَمَلْ
Für inna, anna, layta, lākinna, laʿalla und kaʾanna gilt das Gegenteil der Wirkung von kāna.
كَإِنَّ زَيْداً عَالِمٌ بِأَنِّي
كُفْءٌ وَلَكِنَّ ٱبْنَهُ ذُو ضِغَنِ
Wie in: „Zaid weiß, dass ich ihm ebenbürtig bin, doch sein Sohn ist voller Groll."
وَرَاعِ ذَا التَّرْتِيبَ إِلَّا فِي الَّذِي
كَلَيْتَ فِيهَا أَوْ هُنَا غَيْرَ البَذِي
Beachte diese Reihenfolge, außer in dem Fall wie: „Wäre doch dort oder hier einer, der nicht der Unflätige ist."
وَهَمْزَ إِنَّ ٱفْتَحْ لِسَدِّ مَصْدَرِ
مَسَدَّهَا وَفِي سِوَى ذَاكَ ٱكْسِرِ
Das Hamza von inna sprich mit Fatḥa, wenn ein Maṣdar an ihre Stelle treten kann; in allen anderen Fällen sprich es mit Kasra.
فَٱكْسِرْ فِي الٱبْتِدَا وَفِي بَدْءِ صِلَهْ
وَحَيْثُ إِنَّ لِيَمِينٍ مُكْمِلَهْ
Also sprich es mit Kasra am Satzanfang, am Beginn eines Relativsatzes und dort, wo inna einen Schwur vervollständigt,
أَوْ حُكِيَتْ بِالقَوْلِ أَوْ حَلَّتْ مَحَلّْ
حَالٍ كَزُرْتُهُ وَإِنِّي ذُو أَمَلْ
oder wenn sie nach „sagen" wiedergegeben wird oder an der Stelle eines Zustandssatzes steht, wie in: „Ich besuchte ihn, während ich voller Hoffnung war."
وَكَسَرُوا مِنْ بَعْدِ فِعْلٍ عُلِّقَا
بِاللَّامِ كَٱعْلَمْ إِنَّهُ لَذُو تُقَى
Und sie sprachen es mit Kasra nach einem Verb, das durch das Lām „aufgehängt" (blockiert) ist, wie in: „Wisse, er ist wahrlich gottesfürchtig."
بَعْدَ إِذَا فُجَاءَةٍ أَوْ قَسَمْ
لَا لَامَ بَعْدَهُ بِوَجْهَيْنِ نُمِي
Nach „iḏā" der Plötzlichkeit oder nach einem Schwur, auf den kein Lām folgt, sind beide Lesarten überliefert,
مَعْ تِلْوِ فَا الجَزَا وَذَا يَطَّرِدُ
فِي نَحْوِ خَيْرُ القَوْلِ إِنِّي أَحْمَدُ
ebenso nach dem Fā der Apodosis; und dies gilt regelmäßig in Fällen wie: „Das beste Wort ist: Ich lobpreise [Gott]."
وَبَعْدَ ذَاتِ الكَسْرِ تَصْحَبُ الخَبَرْ
لَامُ ٱبْتِدَاءٍ نَحْوُ إِنِّي لَوَزَرْ
Und nach „inna" mit Kasra begleitet das Lām der Hervorhebung den Chabar, wie in: „Ich bin fürwahr ein Zufluchtsort."
وَلَا يَلِي ذِي اللَّامَ مَا قَدْ نُفِيَا
وَلَا مِنَ الأَفْعَالِ مَا كَرَضِيَا
Dieses Lām steht nicht vor einem verneinten Satz und nicht vor Verben wie „raḍiya".
وَقَدْ يَلِيهَا مَعَ قَدْ كَإِنَّ ذَا
لَقَدْ سَمَا عَلَى العِدَا مُسْتَحْوِذَا
Mit „qad" folgt es ihm bisweilen doch, wie in: „Dieser hat sich wahrlich über die Feinde erhoben und sie in seine Gewalt gebracht."
وَتَصْحَبُ الوَاسِطَ مَعْمُولَ الخَبَرْ
وَالفَصْلَ وَٱسْماً حَلَّ قَبْلَهُ الخَبَرْ
Es begleitet auch das in der Mitte Stehende, nämlich das vom Chabar Abhängige, ferner das Trennpronomen und ein Nomen, vor dem der Chabar steht.
وَوَصْلُ مَا بِذِي الحُرُوفِ مُبْطِلُ
إِعْمَالَهَا وَقَدْ يُبَقَّى العَمَلُ
Das Anhängen von mā an diese Partikeln macht ihre Wirkung hinfällig; bisweilen bleibt die Wirkung aber bestehen.
وَجَائِزٌ رَفْعُكَ مَعْطُوفاً عَلَى
مَنْصُوبِ إِنَّ بَعْدَ أَنْ تَسْتَكْمِلَا
Zulässig ist es, ein an das Akkusativ-Wort von inna angeschlossenes Wort in den Nominativ zu setzen, nachdem inna mit ihrem Chabar vollständig geworden ist.
وَأُلْحِقَتْ بِإِنَّ لَكِنَّ وَأَنْ
مِنْ دُونِ لَيْتَ وَلَعَلَّ وَكَأَنْ
Mit inna wurden lākinna und anna gleichgestellt – ohne layta, laʿalla und kaʾanna.
وَخُفِّفَتْ إِنَّ فَقَلَّ العَمَلُ
وَتَلْزَمُ اللَّامُ إِذَا مَا تُهْمَلُ
Wird inna verkürzt, so wird ihre Wirkung selten; und das Lām wird verpflichtend, wenn sie unwirksam bleibt.
وَرُبَّمَا ٱسْتُغْنِيَ عَنْهَا إِنْ بَدَا
مَا نَاطِقٌ أَرَادَهُ مُعْتَمِدَا
Bisweilen kann man darauf verzichten, wenn erkennbar ist, was ein Sprecher meint und worauf er sich stützt.
وَالفِعْلُ إِنْ لَمْ يَكُ نَاسِخاً فَلَا
تُلْفِيهِ غَالِباً بِإِنْ ذِي مُوصَلَا
Ist das Verb kein „aufhebendes" (Nāsiḫ), so findest du es meist nicht mit diesem verkürzten in verbunden.
وَإِنْ تُخَفَّفْ أَنَّ فَٱسْمُهَا ٱسْتَكَنْ
وَالخَبَرَ ٱجْعَلْ جُمْلَةً مِنْ بَعْدِ أَنْ
Wird anna verkürzt, so ist ihr Nomen verborgen, und den Chabar mache nach „an" zu einem Satz.
وَإِنْ يَكُنْ فِعْلاً وَلَمْ يَكُنْ دُعَا
وَلَمْ يَكُنْ تَصْرِيفُهُ مُمْتَنِعَا
Ist dieser Satz ein Verbalsatz, und ist er keine Bitte und seine Konjugation nicht unmöglich,
فَالأَحْسَنُ الفَصْلُ بِقَدْ أَوْ نَفْيٍ أَوْ
تَنْفِيسٍ أَوْ لَوْ وَقَلِيلٌ ذِكْرُ لَوْ
so ist es am besten, ihn durch „qad", eine Verneinung, ein Partikel der Zukunft (tanfīs) oder „law" abzutrennen; die Nennung von „law" ist selten.
وَخُفِّفَتْ كَأَنَّ أَيْضاً فَنُوِي
مَنْصُوبُهَا وَثَابِتاً أَيْضاً رُوِي
Auch kaʾanna wird verkürzt; dann ist ihr Akkusativ-Nomen mitgedacht; auch als ausdrücklich genannt wurde es überliefert.