Berliner Muslime

Die Alfiyya des Ibn Malik · Kapitel 22 von 82

Das Agens (Fā'il)

Das Agens (Fā'il)

Dichtung

الفَاعِلُ الَّذِي كَمَرْفُوعَيْ أَتَى    زَيْدٌ مُنِيراً وَجْهُهُ نِعْمَ الفَتَى

Das Agens ist das, was wie die beiden Wörter im Nominativ erscheint in: „Es kam Zaid, sein Gesicht strahlend – wie vortrefflich der Jüngling!“

Dichtung

وَبَعْدَ فِعْلٍ فَاعِلٌ فَإِنْ ظَهَرْ    فَهْوَ وَإِلَّا فَضَمِيرٌ اسْتَتَرْ

Nach einem Verb steht das Agens; erscheint es, so ist es dieses, andernfalls ist es ein verborgenes Pronomen.

Dichtung

وَجَرِّدِ الفِعْلَ إِذَا مَا أُسْنِدَا    لِاثْنَيْنِ أَوْ جَمْعٍ كَفَازَ الشُّهَدَا

Und halte das Verb frei (von Zeichen), wenn es zwei oder mehreren zugeschrieben wird, wie in „Es triumphierten die Zeugen“.

Dichtung

وَقَدْ يُقَالُ سَعِدَا وَسَعِدُوا    وَالفِعْلُ لِلظَّاهِرِ بَعْدُ مُسْنَدُ

Man sagt aber auch „sa'idā“ und „sa'idū“, und das Verb ist dann dem danach folgenden Nomen zugeschrieben.

Dichtung

وَيَرْفَعُ الفَاعِلَ فِعْلٌ أُضْمِرَا    كَمِثْلِ زَيْدٌ فِي جَوَابِ مَنْ قَرَا

Und ein verborgenes Verb setzt das Agens in den Nominativ, wie „Zaid“ in der Antwort auf: „Wer hat gelesen?“

Dichtung

وَتَاءُ تَأْنِيثٍ تَلِي المَاضِي إِذَا    كَانَ لِأُنْثَى كَأَبَتْ هِنْدُ الأَذَى

Das Femininum-Tā' folgt dem Perfekt, wenn es sich auf eine Frau bezieht, wie in „Hind wies das Unrecht zurück“.

Dichtung

وَإِنَّمَا تَلْزَمُ فِعْلَ مُضْمَرِ    مُتَّصِلٍ أَوْ مُفْهِمٍ ذَاتَ حِرِ

Verpflichtend ist es nur bei dem Verb mit einem verbundenen Pronomen oder bei einem, das auf ein weibliches Wesen hindeutet.

Dichtung

وَقَدْ يُبِيحُ الفَصْلُ تَرْكَ التَّاءِ فِي    نَحْوِ أَتَى القَاضِيَ بِنْتُ الوَاقِفِ

Die Trennung erlaubt mitunter das Weglassen des Tā', etwa in „Es kam zum Richter die Tochter des Stifters“.

Dichtung

وَالحَذْفُ مَعْ فَصْلٍ بِإِلَّا فُضِّلَا    كَمَا زَكَا إِلَّا فَتَاةُ ابْنِ العَلَا

Und das Weglassen bei Trennung durch „illā“ ist vorzuziehen, wie in „Es gedieh nur die Tochter des Ibn al-'Alā'“.

Dichtung

وَالحَذْفُ قَدْ يَأْتِي بِلَا فَصْلٍ وَمَعْ    ضَمِيرِ ذِي المَجَازِ فِي شِعْرٍ وَقَعْ

Das Weglassen kommt mitunter auch ohne Trennung vor, und bei dem Pronomen dessen, was im übertragenen Sinn gebraucht wird, ist es in der Dichtung vorgekommen.

Dichtung

وَالتَّاءُ مَعْ جَمْعٍ سِوَى السَّالِمِ مِنْ    مُذَكَّرٍ كَالتَّاءِ مَعْ إِحْدَى اللَّبِنْ

Und das Tā' bei einem anderen Plural als dem gesunden maskulinen Plural ist wie das Tā' bei „iḥdā l-labin“ („eine der Lehmziegel“).

Dichtung

وَالحَذْفُ فِي نِعْمَ الفَتَاةُ اسْتَحْسَنُوا    لِأَنَّ قَصْدَ الجِنْسِ فِيهِ بَيِّنُ

Das Weglassen bei „ni'ma l-fatātu“ („wie vortrefflich ist das Mädchen“) haben sie für gut befunden, weil die Absicht auf die Gattung darin deutlich ist.

Dichtung

وَالأَصْلُ فِي الفَاعِلِ أَنْ يَتَّصِلَا    وَالأَصْلُ فِي المَفْعُولِ أَنْ يَنْفَصِلَا

Die Grundregel beim Agens ist, dass es angeschlossen steht, und beim Objekt, dass es abgetrennt steht.

Dichtung

وَقَدْ يُجَاءُ بِخِلَافِ الأَصْلِ    وَقَدْ يَجِي المَفْعُولُ قَبْلَ الفِعْلِ

Mitunter wird entgegen der Grundregel verfahren, und mitunter kommt das Objekt vor dem Verb.

Dichtung

وَأَخِّرِ المَفْعُولَ إِنْ لَبْسٌ حُذِرْ    أَوْ أُضْمِرَ الفَاعِلُ غَيْرَ مُنْحَصِرْ

Stelle das Objekt nach, wenn eine Verwechslung zu befürchten ist oder wenn das Agens ein Pronomen ist, das nicht beschränkt ist.

Dichtung

وَمَا بِإِلَّا أَوْ بِإِنَّمَا انْحَصَرْ    أَخِّرْ وَقَدْ يَسْبِقُ إِنْ قَصْدٌ ظَهَرْ

Und was durch „illā“ oder „innamā“ beschränkt ist, stelle nach; mitunter geht es voran, wenn die Absicht klar ist.

Dichtung

وَشَاعَ نَحْوُ خَافَ رَبَّهُ عُمَرْ    وَشَذَّ نَحْوُ زَانَ نَوْرُهُ الشَّجَرْ

Verbreitet ist etwas wie „Es fürchtete seinen Herrn 'Umar“, und ungewöhnlich ist etwas wie „Es schmückte seine Blüte den Baum“.