Berliner Muslime

Die Alfiyya des Ibn Malik · Kapitel 76 von 82

Das Innehalten (al-Waqf)

Das Innehalten (al-Waqf)

Dichtung

تَنْوِينَاً اثْرَ فَتْحٍ اجْعَلْ أَلِفَا   وَقْفاً وَتِلْوَ غَيْرِ فَتْحٍ احْذِفَا

881. Mache beim Innehalten das Tanwīn nach einem Fatḥa zu einem Alif, und das (Tanwīn) nach etwas anderem als Fatḥa tilge.

Dichtung

وَاحْذِفْ لِوَقْفٍ فِي سِوَى اضْطِرَارِ   صِلَةَ غَيْرِ الْفَتْحِ فِي الإِضْمَارِ

882. Und tilge beim Innehalten – außer im Notfall (des Verses) – die Verlängerung (Ṣila) bei einem anderen Vokal als Fatḥa beim Pronomen.

Dichtung

وَأَشْبَهَتْ إِذاً مُنَوَّناً نُصِبْ   فَأَلِفاً فِي الْوَقْفِ نُونُهَا قُلِبْ

883. Und „idhan“ ähnelt einem Nomen im Akkusativ mit Tanwīn; darum wird sein Nūn beim Innehalten in ein Alif verwandelt.

Dichtung

وَحَذْفُ يَا الْمَنْقُوصِ ذِي التَّنْوِينِ مَا   لَمْ يُنْصَبْ أَوْلَى مِنْ ثُبُوتٍ فَاعْلَمَا

884. Das Tilgen des Yā’ beim Defektivnomen (Manqūṣ) mit Tanwīn, solange es nicht im Akkusativ steht, ist besser als sein Beibehalten; das wisse.

Dichtung

وَغَيْرُ ذِي التَّنْوِينِ بِالْعَكْسِ وَفِي   نَحْوِ مُرٍ لُزُومُ رَدِّ الْيَا اقْتُفِي

885. Bei dem ohne Tanwīn gilt das Gegenteil; und bei Formen wie „murin“ ist die verpflichtende Rückführung des Yā’ maßgeblich.

Dichtung

وَغَيْرَهَا التَّأْنِيثِ مِنْ مُحَرَّكِ   سَكِّنْهُ أَوْ قِفْ رَائِمَ التَّحَرُّكِ

886. Und was anders ist als das Femininum-Tā’ unter den vokalisierten (Endlauten): Setze es auf Sukūn, oder halte inne und deute dabei die Vokalisierung an.

Dichtung

أَوْ أَشْمِمِ الضُّمَّةَ أَوْ قِفْ مُضْعِفَا   مَا لَيْسَ هَمْزاً أَوْ عَلِيلاً إِنْ قَفَا

887. Oder deute den Ḍamma an, oder halte inne mit Verdopplung bei dem, was kein Hamza oder schwacher Laut ist, falls es (auf einen Vokal) folgt –

Dichtung

مُحَرَّكاً وَحَرَكَاتٍ انْقُلَا   لِسَاكِنٍ تَحْرِيكُهُ لَنْ يُحْظَلَا

888. (nämlich) auf einen vokalisierten (Laut). Und übertrage Vokale auf einen Ruhelaut, dessen Vokalisierung nicht verboten ist.

Dichtung

وَنَقْلُ فَتْحٍ مِنْ سِوَى الْمَهْمُوزِ لَا   يَرَاهُ بَصْرِيٌّ وَكُوفٍ نَقَلَا

889. Die Übertragung eines Fatḥa bei anderen als Hamza-Wörtern hält der Baṣrer nicht für zulässig; der Kūfer aber hat sie überliefert.

Dichtung

وَالنَّقْلُ إِنْ يُعْدَمْ نَظِيرٌ مُمْتَنِعْ   وَذَاكَ فِي الْمَهْمُوزِ لَيْسَ يَمْتَنِعْ

890. Die Übertragung ist unzulässig, wenn es kein Gegenstück gibt; bei Hamza-Wörtern ist sie jedoch nicht unzulässig.

Dichtung

فِي الْوَقْفِ تَا تَأْنِيثِ الاِسْمِ هَا جُعِلْ   إِنْ لَمْ يَكُنْ بِسَاكِنٍ صَحَّ وُصِلْ

891. Beim Innehalten wird das Femininum-Tā’ des Nomens zu Hā’, wenn es nicht mit einem gesunden Ruhelaut verbunden ist.

Dichtung

وَقَلَّ ذَا فِي جَمْعِ تَصْحِيحٍ وَمَا   ضَاهَى وَغَيْرُ ذَيْنِ بِالْعَكْسِ انْتَمَى

892. Selten ist dies beim gesunden Plural und dem, was ihm gleicht; bei anderen als diesen beiden gilt das Gegenteil.

Dichtung

وَقِفْ بِهَا السَّكْتِ عَلَى الْفِعْلِ الْمُعَلْ   بِحَذْفِ آخِرٍ كَأَعْطِ مَنْ سَأَلْ

893. Und halte mit dem Hā’ der Pause (Sakt) bei dem schwachen Verb inne, dessen Ende getilgt ist, wie in „Gib dem, der bittet“.

Dichtung

وَلَيْسَ حَتْماً فِي سِوَى مَا كَعِ أَوْ   كَيَعِ مَجْزُوماً فَرَاعِ مَا رَعَوْا

894. Zwingend ist es nur bei Formen wie „ʿi“ oder „yaʿi“ im Jussiv; so beachte, was sie beachtet haben.

Dichtung

وَمَا فِي الاِسْتِفْهَامِ إِنْ جُرَّتْ حُذِفْ   أَلِفُهَا وَأَوْلِهَا الْهَا إِنْ تَقِفْ

895. Und beim fragenden „mā“ wird, wenn es von einer Präposition regiert ist, sein Alif getilgt; gib ihm das Hā’, wenn du innehältst.

Dichtung

وَلَيْسَ حَتْماً فِي سِوَى مَا انْخَفَضَا   بِاسْمٍ كَقَوْلِكَ اقْتِضَاءَ مَ اقْتَضَى

896. Und es ist nicht zwingend bei anderem als dem, was von einem Nomen im Genitiv regiert ist, wie dein Ausspruch: „iqtiḍāʾa ma ’qtaḍā“ (gemäß dem, was er verlangte).

Dichtung

وَوَصْلَ ذِي الْهَاءِ أَجِزْ بِكُلِّ مَا   حُرِّكَ تَحْرِيكَ بِنَاءٍ لَزِمَا

897. Und erlaube die Verbindung dieses Hā’ bei allem, was mit einer festen Bauvokalisierung (Bināʾ) dauerhaft vokalisiert ist.

Dichtung

وَوَصْلُهَا بِغَيْرِ تَحْرِيكِ بِنَا   أُدِيمَ شَذَّ فِي الْمُدَامِ اسْتُحْسِنَا

898. Dass es dauerhaft mit einer Vokalisierung verbunden wird, die keine Bauvokalisierung ist, gilt als abweichend; beim Dauerhaften wurde es für gut befunden.

Dichtung

وَرُبَّمَا أُعْطِيَ لَفْظُ الْوَصْلِ مَا   لِلْوَقْفِ نَثْراً وَفَشَا مُنْتَظِمَا

899. Mitunter wird der Form der Verbindung gegeben, was dem Innehalten zukommt – in Prosa, und es ist verbreitet in Versdichtung.