Die Alfiyya des Ibn Malik · Kapitel 9 von 82
Das Unbestimmte und das Bestimmte
Das Unbestimmte und das Bestimmte
نَكِرَةٌ قَابِلُ أَلْ مُؤَثِّرَا أَوْ وَاقِعٌ مَوْقِعَ مَا قَدْ ذُكِرَا
Unbestimmt ist, was „al" aufnimmt und dadurch Wirkung zeigt (bestimmt wird), / oder was an der Stelle des bereits Genannten steht.
وَغَيْرُهُ مَعْرِفَةٌ كَهُمْ وَذِي وَهِنْدَ وَابْنِي وَالْغُلَامِ وَالَّذِي
Und alles andere ist bestimmt, wie „hum" (sie), „dhī" (diese), / „Hind", „ibnī" (mein Sohn), „al-ghulām" (der Junge) und „alladhī" (der, welcher).
فَمَا لِذِي غَيْبَةٍ أَوْ حُضُورِ كَأَنْتَ وَهْوَ سَمِّ بِالضَّمِيرِ
Was für den Abwesenden oder den Anwesenden steht, / wie „anta" (du) und „huwa" (er), nenne „Pronomen".
وَذُو اتِّصَالٍ مِنْهُ مَا لَا يُبْتَدَا وَلَا يَلِي إِلَّا اخْتِيَارًا أَبَدَا
Und das angeschlossene davon ist, was nicht am Anfang stehen kann / und nie auf „illā" folgt, außer in freier (dichterischer) Wahl.
كَالْيَاءِ وَالْكَافِ مِنِ ابْنِي أَكْرَمَكْ وَالْيَاءِ وَالْهَا مِنْ سَلِيهِ مَا مَلَكْ
Wie das Yāʾ und das Kāf in „ibnī akramaka" (mein Sohn hat dich geehrt) / und das Yāʾ und das Hāʾ in „salīhi mā malak" (frage ihn, was er besitzt).
وَكُلُّ مُضْمَرٍ لَهُ الْبِنَا يَجِبْ وَلَفْظُ مَا جُرَّ كَلَفْظِ مَا نُصِبْ
Jedes Pronomen ist notwendig unveränderlich, / und die Form dessen, was im Jarr steht, ist wie die Form dessen, was im Naṣb steht.
لِلرَّفْعِ وَالنَّصْبِ وَجَرٍّ نَا صَلَحْ كَاعْرِفْ بِنَا فَإِنَّنَا نِلْنَا الْمِنَحْ
Für Raf', Naṣb und Jarr eignet sich „nā" (wir/uns), / wie in „iʿrif binā" (erkenne uns an), „fa-innanā nilnā l-minaḥ" (denn wir haben die Gaben erlangt).
وَأَلِفٌ وَالْوَاوُ وَالنُّونُ لِمَا غَابَ وَغَيْرِهِ كَقَامَا وَاعْلَمَا
Und Alif, Wāw und Nūn stehen für Abwesende / und andere, wie „qāmā" (die beiden standen auf) und „iʿlamā" (wisst, ihr beiden).
وَمِنْ ضَمِيرِ الرَّفْعِ مَا يَسْتَتِرُ كَافْعَلْ أُوَافِقْ نَغْتَبِطْ إِذْ تَشْكُرُ
Und unter den Pronomen des Raf' gibt es solche, die verborgen sind, / wie „ifʿal" (tu!), „uwāfiq" (ich stimme zu), „naghtabiṭ" (wir freuen uns), „idh tashkur" (wenn du dankst).
وَذُو ارْتِفَاعٍ وَانْفِصَالٍ أَنَا هُو وَأَنْتَ وَالْفُرُوعُ لَا تَشْتَبِهُ
Das getrennte Pronomen des Raf' ist „anā" (ich), „huwa" (er), / „anta" (du) und deren Nebenformen – sie sind nicht zu verwechseln.
وَذُو انْتِصَابٍ فِي انْفِصَالٍ جُعِلَا إِيَّايَ وَالتَّفْرِيعُ لَيْسَ مُشْكِلَا
Und das getrennte Pronomen des Naṣb wurde zu „iyyāya" (mich) gemacht, / und die Ableitung der Nebenformen ist nicht schwierig.
وَفِي اخْتِيَارٍ لَا يَجِيءُ الْمُنْفَصِلْ إِذَا تَأَتَّى أَنْ يَجِيءَ الْمُتَّصِلْ
In freier Wahl kommt das getrennte Pronomen nicht, / wenn es möglich ist, dass das angeschlossene kommt.
وَصِلْ أَوِ افْصِلْ هَاءَ سَلْنِيهِ وَمَا أَشْبَهَهُ فِي كُنْتُهُ الْخُلْفُ انْتَمَى
Verbinde oder trenne das Hāʾ in „salnīhi" (frage mich danach) und dem, was ihm ähnelt; / bei „kuntuhu" (ich war er) geht es auf eine Meinungsverschiedenheit zurück.
كَذَاكَ خِلْتَنِيهِ وَاتِّصَالَا أَخْتَارُ غَيْرِي اخْتَارَ الِانْفِصَالَا
Ebenso „khiltanīhi" (du hieltest mich für ihn); die Verbindung / ziehe ich vor, ein anderer als ich zog die Trennung vor.
وَقَدِّمِ الْأَخَصَّ فِي اتِّصَالِ وَقَدِّمَنْ مَا شِئْتَ فِي انْفِصَالِ
Stelle bei der Verbindung das Speziellere voran, / bei der Trennung stelle voran, was du willst.
وَفِي اتِّحَادِ الرُّتْبَةِ الْزَمْ فَصْلَا وَقَدْ يُبِيحُ الْغَيْبُ فِيهِ وَصْلَا
Und bei gleichem Rang halte dich an die Trennung; / bisweilen erlaubt die dritte Person dabei die Verbindung.
وَقَبْلَ يَا النَّفْسِ مَعَ الْفِعْلِ الْتُزِمْ نُونُ وِقَايَةٍ وَلَيْسِي قَدْ نُظِمْ
Vor dem Yāʾ der ersten Person ist beim Verb das Schutz-Nūn zwingend, / und „laysī" ist (dichterisch) vorgekommen.
وَلَيْتَنِي فَشَا وَلَيْتِي نَدَرَا وَمَعْ لَعَلَّ اعْكِسْ وَكُنْ مُخَيَّرَا
„Laytanī" ist verbreitet, „laytī" selten; / bei „laʿalla" mache es umgekehrt, und du hast die Wahl
فِي الْبَاقِيَاتِ وَاضْطِرَارًا خَفَّفَا مِنِّي وَعَنِّي بَعْضُ مَنْ قَدْ سَلَفَا
bei den übrigen; und aus Zwang haben manche der Früheren / „minnī" und „ʿannī" verkürzt.
وَفِي لَدُنِّي لَدُنِي قَلَّ وَفِي قَدْنِي وَقَطْنِي الْحَذْفُ أَيْضًا قَدْ يَفِي
Bei „ladunnī" ist „ladunī" selten, und bei „qadnī" / und „qaṭnī" genügt auch das Weglassen (des Nūn).