Berliner Muslime

Die Umgangsformen des Studierenden und des Lehrenden · Kapitel 6 von 10

Die Umgangsformen des Studierenden: sein Inneres und sein Verhalten gegenüber dem Lehrer

Das Kapitel im Überblick

آدَابُ الْمُتَعَلِّمِ
Der Studierende: sein Inneres und sein Verhalten zum Lehrer
nach Sinn gegliedert: sein Inneres, Haltung zum Lehrer, Eintreten und Platz, Verhalten im Unterricht
آدَابُهُ فِي نَفْسِهِ
Sein Verhalten in Bezug auf sich selbst
gleicht den Umgangsformen des Lehrenden, die bereits erläutert wurden
  1. 1
    أَنْ يُطَهِّرَ قَلْبَهُ مِنَ الْأَدْنَاسِ
    Das Herz von Unreinheiten reinigen
    damit es das Wissen aufnehmen, bewahren und Frucht daraus ziehen kann
  2. 2
    أَنْ يَقْطَعَ الْعَلَائِقَ الشَّاغِلَةَ عَنْ كَمَالِ الِاجْتِهَادِ
    Ablenkende Bindungen lösen
    mit wenig Nahrung zufrieden, Enge geduldig ertragen; Abu Hanifa: die Anliegen bündeln
  3. 3
    أَنْ يَكُونَ عَزَبًا مَا أَمْكَنَهُ
    Ledig bleiben, solange es möglich ist
    nach al-Chatib al-Baghdadi, damit Ehe und Lebensunterhalt die Suche nach Wissen nicht unterbrechen
أَنْ يَتَوَاضَعَ لِلْمُعَلِّمِ
Haltung gegenüber dem Lehrer
  1. 4
    وَيَنْقَادَ لَهُ وَيَأْتَمِرَ بِأَمْرِهِ
    Sich leiten lassen wie der Kranke vom Arzt
  2. 5
    وَلَا يَأْخُذُ الْعِلْمَ إِلَّا مِمَّنْ كَمُلَتْ أَهْلِيَّتُهُ
    Wissen nur von dem nehmen, dessen Eignung vollkommen ist
    Religiosität, gesicherte Kenntnis, Erfahrung, schöner Charakter, gesunder Verstand, Belesenheit
  3. 6
    أَنْ يَنْظُرَ مُعَلِّمَهُ بِعَيْنِ الِاحْتِرَامِ
    Den Lehrer mit Achtung betrachten
    asch-Schafiʿi blätterte vor Malik leise um; ar-Rabiʿ trank kein Wasser vor asch-Schafiʿi
  4. 7
    مِنْ حَقِّ الْعَالِمِ عَلَيْكَ
    Das Recht des Gelehrten nach Ali
    besonderer Gruß, vor ihm sitzen, nicht gestikulieren, nicht widersprechen, nicht bedrängen – wie die Dattelpalme
  5. 8
    أَنْ يَتَحَرَّى رِضَا الْمُعَلِّمِ
    Sein Wohlgefallen suchen, Geheimnisse wahren
    üble Nachrede über ihn zurückweisen oder die Sitzung verlassen
أَنْ لَا يَدْخُلَ عَلَيْهِ بِغَيْرِ إِذْنٍ
Eintreten und Platz in der Sitzung
  1. 9
    أَنْ يَدْخُلَ كَامِلَ الْهَيْبَةِ
    In voller Würde, rein und gepflegt eintreten
    Siwak, geschnittene Nägel, kein unangenehmer Geruch; dem Vorzüglicheren und Älteren den Vortritt lassen
  2. 10
    وَيُسَلِّمَ عَلَى الْحَاضِرِينَ بِصَوْتٍ يُسْمِعُهُمْ
    Hörbar grüßen, den Scheich besonders ehren
    ebenso grüßen, wenn er geht
  3. 11
    وَلَا يَتَخَطَّى رِقَابَ النَّاسِ
    Nicht über die Nacken der Leute steigen
    sitzen, wo die Sitzung endet – außer mit Erlaubnis des Lehrers oder der Anwesenden
  4. 12
    وَلَا يُقِيمُ أَحَدًا مِنْ مَجْلِسِهِ
    Niemanden vom Platz aufstehen lassen
    einen überlassenen Platz nur annehmen, wenn die Anwesenden davon profitieren
  5. 13
    وَلَا يَجْلِسُ وَسْطَ الْحَلْقَةِ إِلَّا لِضَرُورَةٍ
    Nicht in die Mitte, nicht zwischen zwei Gefährten
    außer mit ihrem Einverständnis; wenn man ihm Platz macht, setzt er sich
  6. 14
    وَيَحْرِصُ عَلَى الْقُرْبِ مِنَ الْأُسْتَاذِ
    Nähe zum Lehrer suchen
    ohne sich über jemanden zu setzen, der vorzüglicher ist
  7. 15
    وَيَتَأَدَّبُ مَعَ رُفْقَتِهِ وَحَاضِرِي الْمَجْلِسِ
    Gutes Benehmen gegenüber Gefährten und Anwesenden
    das ist Achtung vor dem Lehrer und seiner Sitzung; er sitzt, wie Lernende sitzen
بَلْ يُقْبِلُ عَلَى الْأُسْتَاذِ مُنْصِتًا إِلَيْهِ
Verhalten während des Unterrichts
  1. 16
    وَلَا يَضْحَكُ، وَلَا يُكْثِرُ الْكَلَامَ بِلَا حَاجَةٍ
    Nicht lachen, nicht schwatzen, nicht herumspielen
    sich nicht ohne Grund umdrehen, sondern dem Lehrer aufmerksam zuhören
  2. 17
    وَلَا يَسْبِقُ إِلَى شَرْحِ مَسْأَلَةٍ أَوْ جَوَابِ سُؤَالٍ
    Dem Lehrer nicht mit Erklärung oder Antwort vorgreifen
    außer er weiß, dass es ihm recht ist
  3. 18
    وَلَا يَقْرَأُ عَلَى أُسْتَاذِهِ عِنْدَ شُغْلِ قَلْبِهِ
    Nicht vorlesen, wenn der Lehrer beschäftigt ist
    bei Überdruss, Kummer, Schläfrigkeit und Ähnlichem
  4. 19
    وَلَا يَسْأَلُهُ عَنْ شَيْءٍ فِي غَيْرِ مَوْضِعِهِ
    Nicht zur unpassenden Zeit fragen, nicht lästig drängen
    die Gelegenheit nutzen, wenn er guter Stimmung und frei ist; behutsam fragen
  5. 20
    وَلَا يَسْتَحِي مِنَ السُّؤَالِ عَمَّا أَشْكَلَ عَلَيْهِ
    Sich nicht schämen, Unklares zu fragen
    wessen Gesicht dünn ist, dessen Tun bleibt dünn
  6. 21
    وَإِذَا قَالَ لَهُ الْأُسْتَاذُ فَهِمْتَ؟ فَلَا يَقُلْ: نَعَمْ
    Kein „Ja“ vor dem vollen Verständnis
    sich nicht schämen zu sagen „Ich habe nicht verstanden“ – Nutzen für jetzt und für später
  7. 22
    مَنْزِلَةُ الْجَهْلِ بَيْنَ الْحَيَاءِ وَالْأَنَفَةِ
    Unwissenheit sitzt zwischen Scham und Hochmut
    Wort al-Chalil ibn Ahmads

Übersicht der Redaktion – sie fasst zusammen und gehört nicht zum Text des Verfassers.

أَمَّا آدَابُهُ فِي نَفْسِهِ: فَكَآدَابِ الْمُدَرِّسِ، وَقَدْ أَوْضَحْنَاهَا.
Was sein Verhalten in Bezug auf sich selbst betrifft, so gleicht es den Umgangsformen des Lehrenden, und wir haben sie bereits erläutert.
وَيَنْبَغِي أَنْ يُطَهِّرَ قَلْبَهُ مِنَ الْأَدْنَاسِ لِيَصْلُحَ لِقَبُولِ الْعِلْمِ وَحِفْظِهِ وَاسْتِثْمَارِهِ، وَأَنْ يَقْطَعَ الْعَلَائِقَ الشَّاغِلَةَ عَنْ كَمَالِ الِاجْتِهَادِ، وَيَرْضَى بِالْيَسِيرِ مِنَ الْقُوتِ، وَيَصْبِرَ عَلَى ضِيقِ الْعَيْشِ.
Er soll sein Herz von Unreinheiten reinigen, damit es geeignet wird, das Wissen aufzunehmen, zu bewahren und Frucht daraus zu ziehen. Er soll die Bindungen lösen, die von voller Anstrengung ablenken, mit wenig Nahrung zufrieden sein und die Enge des Lebensunterhalts geduldig ertragen.
Gelehrtenaussage
قَالَ أَبُو حَنِيفَةَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ: يُسْتَعَانُ عَلَى الْعِلْمِ بِجَمْعِ الْهَمِّ، وَيُسْتَعَانُ عَلَى حَذْفِ الْعَلَائِقِ بِأَخْذِ الْيَسِيرِ عِنْدَ الْحَاجَةِ.
Abu Hanifa, radiyallahu anhu, sagte: Beim Wissen hilft man sich, indem man seine Anliegen bündelt; und beim Abstreifen der Bindungen hilft man sich, indem man bei Bedarf nur das Wenige nimmt.
Abu Hanifa
Gelehrtenaussage
وَقَالَ الْخَطِيبُ الْبَغْدَادِيُّ: يُسْتَحَبُّ لِلطَّالِبِ أَنْ يَكُونَ عَزَبًا مَا أَمْكَنَهُ لِئَلَّا يَقْطَعَهُ الِاشْتِغَالُ بِحُقُوقِ الزَّوْجَةِ وَالِاهْتِمَامُ بِالْمَعِيشَةِ عَنْ إِكْمَالِ طَلَبِ الْعِلْمِ.
Al-Chatib al-Baghdadi sagte: Es ist für den Schüler empfehlenswert, ledig zu bleiben, solange es ihm möglich ist, damit ihn die Beschäftigung mit den Rechten der Ehefrau und die Sorge um den Lebensunterhalt nicht davon abhalten, die Suche nach Wissen zu vollenden.
al-Chatib al-Baghdadi
وَأَنْ يَتَوَاضَعَ لِلْمُعَلِّمِ وَيَنْقَادَ لَهُ وَيَأْتَمِرَ بِأَمْرِهِ كَمَا يَنْقَادُ الْمَرِيضُ لِطَبِيبٍ حَاذِقٍ نَاصِحٍ.
Er soll sich dem Lehrer gegenüber bescheiden zeigen, sich von ihm leiten lassen und seinen Anweisungen folgen, so wie sich der Kranke einem kundigen, aufrichtig ratenden Arzt fügt.
وَلَا يَأْخُذُ الْعِلْمَ إِلَّا مِمَّنْ كَمُلَتْ أَهْلِيَّتُهُ، وَظَهَرَتْ دِيَانَتُهُ، وَتَحَقَّقَتْ مَعْرِفَتُهُ، وَكَانَ لَهُ دُرْبَةٌ، وَخُلُقٌ جَمِيلٌ، وَذِهْنٌ صَحِيحٌ، وَاطِّلَاعٌ تَامٌّ.
Er soll das Wissen nur von dem nehmen, dessen Eignung vollkommen ist, dessen Religiosität offenkundig ist, dessen Kenntnis gesichert ist und der Erfahrung, einen schönen Charakter, einen gesunden Verstand und umfassende Belesenheit besitzt.
وَيَنْبَغِي أَنْ يَنْظُرَ مُعَلِّمَهُ بِعَيْنِ الِاحْتِرَامِ وَالرُّجْحَانِ عَلَى أَكْثَرِ طَبَقَتِهِ فَهُوَ أَقْرَبُ إِلَى انْتِفَاعِهِ بِهِ وَرُسُوخِ مَا سَمِعَهُ مِنْهُ فِي ذِهْنِهِ، وَقَدْ قَالَ الشَّافِعِيُّ: كُنْتُ أَصَّفَّحُ الْوَرَقَةَ بَيْنَ يَدَيْ مَالِكٍ رَحِمَهُ اللَّهُ صَفْحًا رَفِيقًا؛ هَيْبَةً لَهُ؛ لِئَلَّا يَسْمَعَ وَقْعَهَا.
Er soll seinen Lehrer mit Achtung betrachten und ihn den meisten seiner Zeitgenossen überlegen sehen; denn so zieht er eher Nutzen aus ihm, und was er von ihm hört, verankert sich fester in seinem Gedächtnis. Asch-Schafiʿi sagte: Ich blätterte die Seite vor Malik, rahimahullah, ganz sanft um – aus Ehrfurcht vor ihm –, damit er ihr Geräusch nicht höre.
Gelehrtenaussage
وَقَالَ الرَّبِيعُ: وَاللَّهِ مَا اجْتَرَأْتُ أَنْ أَشْرَبَ الْمَاءَ وَالشَّافِعِيُّ يَنْظُرُ إِلَيَّ؛ هَيْبَةً لَهُ.
Ar-Rabiʿ sagte: Bei Allah, ich wagte es nicht, Wasser zu trinken, während asch-Schafiʿi mich ansah – aus Ehrfurcht vor ihm.
ar-Rabiʿ, der Schüler asch-Schafiʿis
Gelehrtenaussage
وَيُرْوَى عَنْ عَلِيٍّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ قَالَ: مِنْ حَقِّ الْعَالِمِ عَلَيْكَ أَنْ تُسَلِّمَ عَلَى الْقَوْمِ عَامَّةً، وَتَخُصَّهُ بِالتَّحِيَّةِ، وَأَنْ تَجْلِسَ أَمَامَهُ، وَلَا تُشِيرَ عِنْدَهُ بِيَدِكَ، وَلَا تَغْمِزَنَّ بِعَيْنِكَ غَيْرَهُ، وَلَا تَقُولَ: «قَالَ فُلَانٌ» خِلَافَ قَوْلِهِ، وَلَا تَغْتَابَنَّ عِنْدَهُ أَحَدًا، وَلَا تُسَارَّ فِي مَجْلِسِهِ، وَلَا تَأْخُذَ بِثَوْبِهِ، وَلَا تُلِحَّ عَلَيْهِ إِذَا كَسِلَ، وَلَا تَشْبَعَ مِنْ طُولِ صُحْبَتِهِ؛ فَإِنَّمَا هُوَ عَلَيْكَ كَالنَّخْلَةِ تَنْتَظِرُ مَتَى يَسْقُطُ عَلَيْكَ مِنْهَا شَيْءٌ.
Von Ali, radiyallahu anhu, wird überliefert, dass er sagte: Zum Recht des Gelehrten dir gegenüber gehört, dass du die Leute allgemein grüßt und ihn mit einem besonderen Gruß bedenkst; dass du vor ihm sitzt; dass du bei ihm nicht mit der Hand gestikulierst; dass du keinem anderen mit dem Auge zuzwinkerst; dass du nicht sagst: „Der Soundso hat gesagt“ – im Widerspruch zu seiner Aussage; dass du bei ihm niemanden verleumdest; dass du in seiner Sitzung nicht flüsterst; dass du ihn nicht an seinem Gewand festhältst; dass du ihn nicht bedrängst, wenn er müde ist; und dass du seiner langen Gesellschaft nicht überdrüssig wirst. Denn er ist für dich wie die Dattelpalme: Du wartest darauf, wann etwas von ihr auf dich herabfällt.
Ali, radiyallahu anhu
وَمِنْ آدَابِ الْمُتَعَلِّمِ: أَنْ يَتَحَرَّى رِضَا الْمُعَلِّمِ وَإِنْ خَالَفَ رَأْيَ نَفْسِهِ، وَلَا يُفْشِيَ لَهُ سِرًّا، وَأَنْ يَرُدَّ غِيبَتَهُ إِذَا سَمِعَهَا، فَإِنْ عَجَزَ فَارَقَ الْمَجْلِسَ، وَأَنْ لَا يَدْخُلَ عَلَيْهِ بِغَيْرِ إِذْنٍ، وَإِذَا كَانَ مَعَهُ غَيْرُهُ قَدَّمَ الْأَفْضَلَ وَالْأَسَنَّ، وَأَنْ يَدْخُلَ كَامِلَ الْهَيْبَةِ، فَارِغَ الْقَلْبِ مِنَ الشَّوَاغِلِ، مُتَطَهِّرًا مُتَنَظِّفًا بِسِوَاكٍ، وَقَصِّ ظُفُرٍ وَإِزَالَةِ رِيحٍ كَرِيهٍ، وَيُسَلِّمَ عَلَى الْحَاضِرِينَ بِصَوْتٍ يُسْمِعُهُمْ، وَيَخُصَّ الشَّيْخَ بِزِيَادَةِ إِكْرَامٍ، وَكَذَلِكَ يُسَلِّمُ إِذَا انْصَرَفَ.
Zu den Umgangsformen des Lernenden gehört, dass er das Wohlgefallen des Lehrers sucht, auch wenn es seiner eigenen Meinung widerspricht; dass er kein Geheimnis von ihm verbreitet; dass er üble Nachrede über ihn zurückweist, wenn er sie hört – und wenn er es nicht vermag, verlässt er die Sitzung; dass er nicht ohne Erlaubnis bei ihm eintritt; und wenn andere bei ihm sind, lässt er dem Vorzüglicheren und Älteren den Vortritt. Er soll in voller Würde eintreten, das Herz frei von Ablenkungen, rein und gepflegt durch Siwak, geschnittene Nägel und Beseitigung unangenehmen Geruchs. Er grüßt die Anwesenden mit einer Stimme, die sie hören, und erweist dem Scheich besondere Ehre; ebenso grüßt er, wenn er geht.
وَلَا يَتَخَطَّى رِقَابَ النَّاسِ، وَيَجْلِسُ حَيْثُ انْتَهَى بِهِ الْمَجْلِسُ إِلَّا أَنْ يَأْذَنَ الْمُعَلِّمُ أَوِ الْحَاضِرُونَ بِالتَّقَدُّمِ وَالتَّخَطِّي، أَوْ يَعْلَمَ مِنْ حَالِهِمْ إِيثَارَ ذَلِكَ.
Er steigt nicht über die Nacken der Leute, sondern setzt sich dorthin, wo die Sitzung endet – es sei denn, der Lehrer oder die Anwesenden erlauben ihm, nach vorn zu gehen und über sie hinwegzusteigen, oder er weiß aus ihrem Verhalten, dass sie dies bevorzugen.
وَلَا يُقِيمُ أَحَدًا مِنْ مَجْلِسِهِ فَإِنْ آثَرَهُ غَيْرُهُ بِمَجْلِسِهِ لَمْ يَأْخُذْهُ، إِلَّا أَنْ يَكُونَ فِي ذَلِكَ مَصْلَحَةٌ لِلْحَاضِرِينَ بِأَنْ يَقْرُبَ مِنَ الْأُسْتَاذِ وَيُذَاكِرَهُ مُذَاكَرَةً يَنْتَفِعُ الْحَاضِرُونَ بِهَا.
Er lässt niemanden von seinem Platz aufstehen. Überlässt ihm ein anderer seinen Platz, nimmt er ihn nicht an – es sei denn, darin liegt ein Nutzen für die Anwesenden, indem er dem Lehrer näher kommt und mit ihm in einer Weise erörtert, von der die Anwesenden profitieren.
وَلَا يَجْلِسُ وَسْطَ الْحَلْقَةِ إِلَّا لِضَرُورَةٍ، وَلَا بَيْنَ الصَّاحِبَيْنِ إِلَّا بِرِضَاهُمَا، وَإِذَا فُسِحَ لَهُ قَعَدَ.
Er setzt sich nicht in die Mitte des Kreises, außer wenn es nötig ist, und nicht zwischen zwei Gefährten, außer mit ihrem Einverständnis; und wenn man ihm Platz macht, setzt er sich.
وَيَحْرِصُ عَلَى الْقُرْبِ مِنَ الْأُسْتَاذِ لِيَفْهَمَ كَلَامَهُ فَهْمًا كَامِلًا بِلَا مَشَقَّةٍ، عَلَى شَرِيطَةِ أَنْ لَا يَرْتَفِعَ فِي الْمَجْلِسِ عَلَى أَفْضَلَ مِنْهُ.
Er ist bestrebt, dem Lehrer nahe zu sein, um seine Worte vollständig und ohne Mühe zu verstehen – unter der Bedingung, dass er sich in der Sitzung nicht über jemanden setzt, der vorzüglicher ist als er.
وَيَتَأَدَّبُ مَعَ رُفْقَتِهِ وَحَاضِرِي الْمَجْلِسِ، فَإِنَّ تَأَدُّبَهُ مَعَهُمْ تَأَدُّبٌ مَعَ الْأُسْتَاذِ وَاحْتِرَامٌ لِمَجْلِسِهِ، وَيَقْعُدُهُ قِعْدَةَ الْمُتَعَلِّمِينَ.
Er benimmt sich gut gegenüber seinen Gefährten und den Anwesenden der Sitzung; denn sein gutes Benehmen ihnen gegenüber ist gutes Benehmen gegenüber dem Lehrer und Achtung vor seiner Sitzung. Und er sitzt darin, wie Lernende sitzen.
وَلَا يَضْحَكُ، وَلَا يُكْثِرُ الْكَلَامَ بِلَا حَاجَةٍ، وَلَا يَعْبَثُ بِيَدِهِ وَلَا غَيْرِهَا، وَلَا يَلْتَفِتُ بِلَا حَاجَةٍ بَلْ يُقْبِلُ عَلَى الْأُسْتَاذِ مُنْصِتًا إِلَيْهِ.
Er lacht nicht, redet nicht viel ohne Notwendigkeit, spielt nicht mit seiner Hand oder mit anderem herum und dreht sich nicht ohne Grund um, sondern wendet sich dem Lehrer zu und hört ihm aufmerksam zu.
وَلَا يَسْبِقُ إِلَى شَرْحِ مَسْأَلَةٍ أَوْ جَوَابِ سُؤَالٍ إِلَّا أَنْ يَعْلَمَ رِضَاهُ فَيُسْتَدَلَّ عَلَى فَضِيلَةِ الْمُتَعَلِّمِ.
Er kommt ihm nicht mit der Erklärung einer Frage oder der Antwort auf eine Frage zuvor, es sei denn, er weiß, dass es ihm recht ist; dann erkennt man daran den Vorzug des Lernenden.
وَلَا يَقْرَأُ عَلَى أُسْتَاذِهِ عِنْدَ شُغْلِ قَلْبِهِ وَمَلَلِهِ وَغَمِّهِ وَنُعَاسِهِ، وَنَحْوِ ذَلِكَ مِمَّا يَشُقُّ عَلَيْهِ أَوْ يَمْنَعُهُ اسْتِيفَاءَ الشَّرْحِ.
Er liest seinem Lehrer nicht vor, wenn dessen Herz beschäftigt ist, wenn er überdrüssig, bekümmert oder schläfrig ist, und in ähnlichen Lagen, die ihm schwerfallen oder ihn daran hindern, die Erklärung vollständig zu geben.
وَلَا يَسْأَلُهُ عَنْ شَيْءٍ فِي غَيْرِ مَوْضِعِهِ إِلَّا أَنْ يَعْلَمَ مِنْ حَالِهِ أَنَّهُ لَا يَكْرَهُهُ، وَلَا يُلِحُّ فِي السُّؤَالِ إِلْحَاحًا مُضْجِرًا، وَيَغْتَنِمُ سُؤَالَهُ عِنْدَ طِيبِ نَفْسِهِ وَفَرَاغِهِ، وَيَتَلَطَّفُ فِي سُؤَالِهِ، وَيُحْسِنُ خِطَابَهُ، وَلَا يَسْتَحِي مِنَ السُّؤَالِ عَمَّا أَشْكَلَ عَلَيْهِ، بَلْ يَسْتَوْضِحُهُ أَكْمَلَ اسْتِيضَاحٍ، فَمَنْ رَقَّ وَجْهُهُ رَقَّ عَمَلُهُ، وَمَنْ رَقَّ وَجْهُهُ عِنْدَ السُّؤَالِ ظَهَرَ نَقْصُهُ عِنْدَ اجْتِمَاعِ الرِّجَالِ.
Er fragt ihn nicht zur unpassenden Zeit nach etwas, es sei denn, er weiß aus seinem Verhalten, dass es ihm nicht unangenehm ist. Er drängt nicht so sehr mit Fragen, dass es lästig wird, sondern nutzt die Gelegenheit zu fragen, wenn der Lehrer guter Stimmung und frei ist. Er fragt behutsam und spricht ihn gut an. Er schämt sich nicht, nach dem zu fragen, was ihm unklar ist, sondern lässt es sich so vollständig wie möglich erklären. Denn wessen Gesicht dünn ist, dessen Tun bleibt dünn; und wessen Gesicht beim Fragen dünn ist, dessen Mangel zeigt sich, wenn die Männer zusammenkommen.
وَإِذَا قَالَ لَهُ الْأُسْتَاذُ فَهِمْتَ؟ فَلَا يَقُلْ: نَعَمْ؛ حَتَّى يَتَّضِحَ لَهُ الْمَقْصُودُ إِيضَاحًا جَلِيًّا؛ لِئَلَّا يَكْذِبَ وَيَفُوتَهُ الْفَهْمُ، وَلَا يَسْتَحِي مِنْ قَوْلِهِ «لَمْ أَفْهَمْ»؛ لِأَنَّ اسْتِيثَاقَهُ يُحَصِّلُ لَهُ مَصَالِحَ عَاجِلَةً وَآجِلَةً. فَمِنَ الْعَاجِلَةِ: حِفْظُ الْمَسْأَلَةِ، وَسَلَامَتُهُ مِنْ كَذِبٍ وَنِفَاقٍ بِإِظْهَارِهِ فَهْمَ مَا لَمْ يَكُنْ فَهِمَهُ مِنْهَا، وَمِنْهَا: وُثُوقُ الْأُسْتَاذِ بِاعْتِنَائِهِ وَرَغْبَتِهِ وَكَمَالِ عَقْلِهِ وَوَرَعِهِ وَمِلْكِهِ لِنَفْسِهِ وَعَدَمِ نِفَاقِهِ. وَمِنَ الْآجِلَةِ: ثُبُوتُ الصَّوَابِ فِي قَلْبِهِ دَائِمًا، وَاعْتِيَادُهُ هَذِهِ الطَّرِيقَةَ الْمَرْضِيَّةَ، وَالْأَخْلَاقَ الرَّضِيَّةَ.
Fragt ihn der Lehrer: „Hast du verstanden?“, so sagt er nicht „Ja“, bevor ihm das Gemeinte völlig klar ist, damit er nicht lügt und ihm das Verständnis entgeht. Er schämt sich nicht zu sagen: „Ich habe nicht verstanden“; denn wenn er sich vergewissert, erlangt er Nutzen für jetzt und für später. Zum Nutzen für jetzt gehört, dass er die Frage behält und vor Lüge und Heuchelei bewahrt bleibt, indem er nicht vorgibt, etwas verstanden zu haben, was er nicht verstanden hat; ferner, dass der Lehrer Vertrauen in seinen Eifer, sein Verlangen, die Vollkommenheit seines Verstandes, seine Gewissenhaftigkeit, seine Selbstbeherrschung und seine Freiheit von Heuchelei gewinnt. Zum Nutzen für später gehört, dass sich das Richtige dauerhaft in seinem Herzen festigt und er sich an diese wohlgefällige Vorgehensweise und an gute Charakterzüge gewöhnt.
Gelehrtenaussage
وَعَنِ الْخَلِيلِ بْنِ أَحْمَدَ: مَنْزِلَةُ الْجَهْلِ بَيْنَ الْحَيَاءِ وَالْأَنَفَةِ.
Von al-Chalil ibn Ahmad: Die Unwissenheit hat ihren Platz zwischen Scham und Hochmut.
al-Chalil ibn Ahmad

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