Berliner Muslime

Die Umgangsformen des Studierenden und des Lehrenden · Kapitel 9 von 10

Umgangsformen, die der Gelehrte und der Lernende gemeinsam haben

Das Kapitel im Überblick

الْآدَابُ الْمُشْتَرَكَةُ بَيْنَ الْعَالِمِ وَالْمُتَعَلِّمِ
Gemeinsame Umgangsformen von Gelehrtem und Lernendem
was für jeden von beiden gilt
أَنْ لَا يُخِلَّ بِوَظِيفَتِهِ لِعُرُوضِ مَرَضٍ خَفِيفٍ
Die Aufgabe nicht wegen Kleinigkeiten vernachlässigen
  1. 1
    مِمَّا يُمْكِنُ مَعَهُ الِاشْتِغَالُ
    Solange die Beschäftigung mit dem Wissen möglich bleibt
أَنْ لَا يَسْأَلَ أَحَدًا تَعَنُّتًا وَتَعْجِيزًا
Nicht fragen, um bloßzustellen
  1. 2
    فَالسَّائِلُ تَعَنُّتًا وَتَعْجِيزًا لَا يَسْتَحِقُّ جَوَابًا
    Ein solcher Frager verdient keine Antwort
أَنْ يَعْتَنِيَ بِتَحْصِيلِ الْكُتُبِ شِرَاءً وَاسْتِعَارَةً
Bücher erwerben und pflegen
  1. 3
    وَلْيَشْتَغِلْ بِنَسْخِهِ أَوِ اسْتِنْسَاخِهِ إِذَا كَانَ نَفِيسًا
    Kostbares abschreiben oder abschreiben lassen
  2. 4
    وَلْيَعْتَنِ بِتَصْحِيحِهِ
    Auf die Berichtigung achten
  3. 5
    وَلَا يَرْتَضِ الِاسْتِعَارَةَ مَعَ إِمْكَانِ تَحْصِيلِهِ
    Nicht mit Ausleihen begnügen, wenn Erwerb möglich ist
  4. 6
    وَلَا يَكْسَلْ عَنْ تَحْصِيلِ الْفَائِدَةِ مِنْهُ
    Nicht zu träge sein, Nutzen daraus zu ziehen
وَلَا يَمْتَنِعْ مِنْ إِعَارَتِهِ غَيْرَهُ
Verleihen und Zurückgeben
  1. 7
    لِأَنَّهُ إِعَانَةٌ عَلَى الْعِلْمِ
    Verleihen ist eine Hilfe zum Wissen
    Beleg: Abu l-ʿAtahiya – edle Taten sind mit Unangenehmem verbunden
  2. 8
    فَإِنِ اسْتَعَارَهُ لَمْ يُبْطِىءْ بِهِ
    Geliehenes nicht zu lange behalten
    damit dem Eigentümer der Nutzen daraus nicht entgeht
  3. 9
    وَيُسْتَحَبُّ شُكْرُ الْمُعِيرِ
    Dem Verleihenden für seine Güte danken
  4. 10
    إِيَّاكَ وَغُلُولَ الْكُتُبِ
    Keine Veruntreuung von Büchern
    az-Zuhri: sie den Eigentümern vorenthalten; deshalb verweigerten manche das Verleihen

Übersicht der Redaktion – sie fasst zusammen und gehört nicht zum Text des Verfassers.

يَنْبَغِي لِكُلٍّ مِنْهُمَا أَنْ لَا يُخِلَّ بِوَظِيفَتِهِ لِعُرُوضِ مَرَضٍ خَفِيفٍ وَنَحْوِهِ مِمَّا يُمْكِنُ مَعَهُ الِاشْتِغَالُ، وَأَنْ لَا يَسْأَلَ أَحَدًا تَعَنُّتًا وَتَعْجِيزًا، فَالسَّائِلُ تَعَنُّتًا وَتَعْجِيزًا لَا يَسْتَحِقُّ جَوَابًا.
Jeder von beiden soll seine Aufgabe nicht wegen einer leichten Krankheit oder Ähnlichem vernachlässigen, bei der die Beschäftigung mit dem Wissen möglich bleibt; und er soll niemanden fragen, um ihn in Verlegenheit zu bringen und bloßzustellen; denn wer fragt, um in Verlegenheit zu bringen und bloßzustellen, verdient keine Antwort.
وَأَنْ يَعْتَنِيَ بِتَحْصِيلِ الْكُتُبِ شِرَاءً وَاسْتِعَارَةً، وَلْيَشْتَغِلْ بِنَسْخِهِ أَوِ اسْتِنْسَاخِهِ إِذَا كَانَ نَفِيسًا، وَلْيَعْتَنِ بِتَصْحِيحِهِ، وَلَا يَرْتَضِ الِاسْتِعَارَةَ مَعَ إِمْكَانِ تَحْصِيلِهِ، فَإِنِ اسْتَعَارَهُ لَمْ يُبْطِىءْ بِهِ لِئَلَّا يَفُوتَ الِانْتِفَاعُ بِهِ عَلَى صَاحِبِهِ. وَلَا يَكْسَلْ عَنْ تَحْصِيلِ الْفَائِدَةِ مِنْهُ، وَلَا يَمْتَنِعْ مِنْ إِعَارَتِهِ غَيْرَهُ؛ لِأَنَّهُ إِعَانَةٌ عَلَى الْعِلْمِ مَعَ مَا فِي مُطْلَقِ الْعَارِيَةِ مِنَ الْفَضْلِ.
Er soll sich darum bemühen, Bücher zu erwerben – durch Kauf oder Ausleihe – und sich damit befassen, das Buch abzuschreiben oder abschreiben zu lassen, wenn es kostbar ist, und darauf achten, es zu berichtigen. Er soll sich nicht mit dem Ausleihen begnügen, wenn er es erwerben kann. Leiht er es aus, so behält er es nicht zu lange, damit dem Eigentümer der Nutzen daraus nicht entgeht. Er soll nicht zu träge sein, Nutzen daraus zu ziehen, und sich nicht weigern, es anderen zu leihen; denn das ist eine Hilfe zum Wissen, abgesehen von dem Verdienst, der im Ausleihen überhaupt liegt.
رُوِيَ أَنَّ رَجُلًا قَالَ لِأَبِي الْعَتَاهِيَةِ: أَعِرْنِي كِتَابَكَ، قَالَ: إِنِّي أَكْرَهُ ذَلِكَ. قَالَ: أَمَا عَلِمْتَ أَنَّ الْمَكَارِمَ مَوْصُولَةٌ بِالْمَكَارِهِ؟ فَأَعَارَهُ.
Es wird berichtet, dass ein Mann zu Abu l-ʿAtahiya sagte: Leih mir dein Buch! Er sagte: Das ist mir unangenehm. Der Mann sagte: Weißt du denn nicht, dass edle Taten mit Unangenehmem verbunden sind? Da lieh er es ihm.
وَيُسْتَحَبُّ شُكْرُ الْمُعِيرِ؛ لِإِحْسَانِهِ. وَلْيَحْذَرْ مِنَ الْإِبْطَاءِ بِهَا عَنْ أَرْبَابِهَا؛ قَالَ الزُّهْرِيُّ: إِيَّاكَ وَغُلُولَ الْكُتُبِ ـ يَعْنِي حَبْسَهَا عَنْ أَصْحَابِهَا ـ. وَبِسَبَبِ حَبْسِهَا امْتَنَعَ غَيْرُ وَاحِدٍ مِنْ إِعَارَتِهَا، وَأَنْشَدُوا فِي ذَلِكَ أَشْيَاءَ كَثِيرَةً.
Es ist empfehlenswert, dem Verleihenden für seine Güte zu danken. Und er soll sich davor hüten, die Bücher ihren Eigentümern lange vorzuenthalten. Az-Zuhri sagte: Hüte dich vor der Veruntreuung von Büchern – er meinte damit, sie ihren Eigentümern vorzuenthalten. Weil man sie vorenthielt, weigerten sich so manche, sie zu verleihen, und man hat darüber vieles in Versen gedichtet.

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