فَصْلٌ (صَلَاةُ الْمَرِيضِ)
Abschnitt (das Gebet des Kranken)
يَلْزَمُ الْمَرِيضَ أَنْ يُصَلِّيَ قَائِمًا، وَلَوْ كَرَاكِعٍ مُعْتَمِدًا أَوْ مُسْتَنِدًا بِأُجْرَةٍ يَقْدِرُ عَلَيْهَا، فَإِنْ لَمْ يَسْتَطِعْ فَقَاعِدًا مُتَرَبِّعًا نَدْبًا، وَكَيْفَ قَعَدَ جَازَ، فَإِنْ لَمْ يَسْتَطِعْ فَعَلَى جَنْبِهِ، وَالْأَيْمَنُ أَفْضَلُ، وَيُومِئُ بِرُكُوعٍ وَسُجُودٍ عَاجِزٌ عَنْهُمَا مَا أَمْكَنَهُ، وَيَجْعَلُ السُّجُودَ أَخْفَضَ، فَإِنْ عَجَزَ أَوْمَأَ بِطَرْفِهِ مُسْتَحْضِرًا الْفِعْلَ بِقَلْبِهِ، وَكَذَا الْقَوْلُ إِنْ عَجَزَ عَنْهُ بِلِسَانِهِ.
Der Kranke muss im Stehen beten, sei es auch gebeugt wie ein sich Verbeugender, auf etwas gestützt oder angelehnt, auch gegen ein Entgelt, das er aufbringen kann. Kann er es nicht, dann im Sitzen, empfohlenermaßen im Schneidersitz; wie immer er sitzt, ist es erlaubt. Kann er auch das nicht, dann auf der Seite liegend, wobei die rechte vorzüglicher ist. Wer zur Verbeugung und zur Niederwerfung unfähig ist, deutet sie an, so gut er kann, und macht die Niederwerfung tiefer. Ist er auch dazu unfähig, deutet er mit den Augen an und vergegenwärtigt sich die Handlung im Herzen; ebenso die Worte, wenn er sie mit der Zunge nicht sprechen kann.
وَلَا تَسْقُطُ مَا دَامَ الْعَقْلُ ثَابِتًا، فَإِنْ قَدَرَ عَلَى قِيَامٍ أَوْ قُعُودٍ فِي أَثْنَائِهَا انْتَقَلَ إِلَيْهِ وَأَتَمَّهَا.
Das Gebet entfällt nicht, solange der Verstand vorhanden ist. Wird er während des Gebets fähig zu stehen oder zu sitzen, geht er dazu über und vollendet es.
وَلَا تَصِحُّ مَكْتُوبَةٌ فِي سَفِينَةٍ قَاعِدًا لِقَادِرٍ عَلَى قِيَامٍ، وَتَصِحُّ عَلَى رَاحِلَةٍ وَاقِفَةٍ أَوْ سَائِرَةٍ لِتَأَذٍّ بِوَحَلٍ وَمَطَرٍ وَنَحْوِهِ، أَوْ لِخَوْفِ انْقِطَاعٍ عَنْ رُفْقَةٍ، أَوْ خَوْفٍ عَلَى نَفْسِهِ مِنْ نَحْوِ عَدُوٍّ، أَوْ عَجْزِهِ عَنْ رُكُوبٍ إِنْ نَزَلَ، وَعَلَيْهِ الِاسْتِقْبَالُ وَمَا يَقْدِرُ عَلَيْهِ، وَيُعْتَبَرُ الْمَقَرُّ لِلْأَعْضَاءِ السُّجُودِ، فَلَوْ وَضَعَ جَبْهَتَهُ عَلَى قُطْنٍ مَنْفُوشٍ أَوْ صَلَّى فِي أُرْجُوحَتِهِ وَلَا ضَرُورَةَ لَمْ تَصِحَّ.
Ein Pflichtgebet ist auf einem Schiff im Sitzen nicht gültig für den, der stehen kann. Auf einem Reittier, das steht oder geht, ist es gültig, wenn man durch Schlamm, Regen oder Ähnliches belästigt würde, wenn man fürchtet, von den Reisegefährten abgeschnitten zu werden, wenn man um sich selbst etwa vor einem Feind fürchtet oder wenn man unfähig wäre, wieder aufzusitzen, falls man abstiege. Dabei muss man sich der Qibla zuwenden und tun, was man vermag. Maßgeblich ist eine feste Unterlage für die Niederwerfungsglieder: Legt jemand seine Stirn auf aufgelockerte Baumwolle oder betet er ohne Notlage in seiner Hängematte, ist das Gebet nicht gültig.
فَصْلٌ (قَصْرُ الصَّلَاةِ)
Abschnitt (das Verkürzen des Gebets)
يُسَنُّ قَصْرُ الصَّلَاةِ الرُّبَاعِيَّةِ لِمَنْ نَوَى سَفَرًا مُبَاحًا، وَلَوْ لِنُزْهَةٍ أَوْ فُرْجَةٍ، لِمَحَلٍّ مُعَيَّنٍ يَبْلُغُ سِتَّةَ عَشَرَ فَرْسَخًا بَرًّا وَبَحْرًا، وَهِيَ يَوْمَانِ قَاصِدَانِ، إِذَا فَارَقَ بُيُوتَ قَرْيَتِهِ الْعَامِرَةَ أَوْ خِيَامَ قَوْمِهِ.
Sunna ist das Verkürzen (Qasr) der Vier-Rakʿa-Gebete für den, der eine erlaubte Reise beabsichtigt – auch zur Erholung oder zum Vergnügen – zu einem bestimmten Ort, der sechzehn Farsach entfernt ist, zu Land und zu Wasser; das sind zwei Tagesreisen in mäßigem Tempo. Er verkürzt, sobald er die bewohnten Häuser seines Dorfes oder die Zelte seiner Leute verlassen hat.
وَلَا يُكْرَهُ إِتْمَامٌ، وَالْقَصْرُ أَفْضَلُ، وَلَا يُعِيدُ مَنْ قَصَرَ ثُمَّ رَجَعَ قَبْلَ اسْتِكْمَالِ الْمَسَافَةِ.
Das vollständige Beten ist nicht verpönt, das Verkürzen aber vorzüglicher. Wer verkürzt hat und dann umkehrt, bevor er die Strecke vollendet hat, wiederholt nicht.
وَمَنْ نَوَى إِقَامَةً مُطْلَقَةً بِمَوْضِعٍ، أَوْ أَكْثَرَ مِنْ أَرْبَعَةِ أَيَّامٍ، أَوِ ائْتَمَّ بِمُقِيمٍ أَتَمَّ، وَإِنْ حُبِسَ ظُلْمًا أَوْ بِمَطَرٍ، أَوْ أَقَامَ لِحَاجَةٍ بِلَا نِيَّةِ إِقَامَةٍ فَوْقَ أَرْبَعَةِ أَيَّامٍ، وَلَا يَدْرِي مَتَى تَنْقَضِي، قَصَرَ أَبَدًا.
Wer an einem Ort einen unbefristeten Aufenthalt beabsichtigt, oder einen von mehr als vier Tagen, oder wer hinter einem Ansässigen betet, betet vollständig. Wird er zu Unrecht oder durch Regen festgehalten, oder hält er sich wegen eines Anliegens auf, ohne einen Aufenthalt von mehr als vier Tagen zu beabsichtigen, und weiß nicht, wann es erledigt sein wird, so verkürzt er auf unbestimmte Zeit.
فَصْلٌ (الْجَمْعُ بَيْنَ الصَّلَاتَيْنِ)
Abschnitt (das Zusammenlegen zweier Gebete)
يُبَاحُ جَمْعٌ بَيْنَ ظُهْرٍ وَعَصْرٍ وَعِشَائَيْنِ بِوَقْتِ إِحْدَاهُمَا، وَتَرْكُهُ أَفْضَلُ غَيْرَ جَمْعَيْ عَرَفَةَ وَمُزْدَلِفَةَ فَيُسَنُّ.
Erlaubt ist das Zusammenlegen (Dschamʿ) von Mittags- und Nachmittagsgebet sowie von Abend- und Nachtgebet zur Zeit eines der beiden. Es zu unterlassen ist vorzüglicher, außer bei den beiden Zusammenlegungen von Arafa und Muzdalifa: Diese sind Sunna.
وَيُجْمَعُ فِي ثَمَانِ حَالَاتٍ: بِسَفَرِ قَصْرٍ، وَمَرِيضٍ يَلْحَقُهُ بِتَرْكِهِ مَشَقَّةٌ، وَمُرْضِعٍ لِمَشَقَّةِ كَثْرَةِ نَجَاسَةٍ، وَمُسْتَحَاضَةٍ وَنَحْوِهَا، وَعَاجِزٍ عَنْ طَهَارَةٍ أَوْ تَيَمُّمٍ لِكُلِّ صَلَاةٍ، أَوْ عَنْ مَعْرِفَةِ وَقْتٍ كَأَعْمَى وَنَحْوِهِ، أَوْ لِعُذْرٍ أَوْ شُغْلٍ يُبِيحُ تَرْكَ جُمُعَةٍ وَجَمَاعَةٍ.
Zusammengelegt wird in acht Fällen: bei einer Reise, die zum Verkürzen berechtigt; für den Kranken, dem durch das Unterlassen Beschwerlichkeit entsteht; für die Stillende wegen der Beschwerlichkeit durch viel Unreinheit; für die Frau mit Dauerblutung (Mustahada) und Ähnliche; für den, der unfähig ist, für jedes Gebet die Reinigung oder den Tayammum zu vollziehen; für den, der unfähig ist, die Gebetszeit zu erkennen, wie ein Blinder und Ähnliche; oder wegen eines Entschuldigungsgrundes oder einer Beschäftigung, die das Fernbleiben vom Freitagsgebet und der Gemeinschaft erlaubt.
وَيَخْتَصُّ بِجَوَازِ جَمْعِ الْعِشَائَيْنِ، وَلَوْ صَلَّى بِبَيْتِهِ: ثَلْجٌ وَبَرَدٌ وَجَلِيدٌ، وَوَحَلٌ، وَرِيحٌ شَدِيدَةٌ بَارِدَةٌ، وَمَطَرٌ يَبُلُّ الثِّيَابَ، وَتُوجَدُ مَعَهُ مَشَقَّةٌ.
Nur für das Zusammenlegen von Abend- und Nachtgebet erlaubt es – auch wenn man in seinem Haus betet –: Schnee, Hagel und Eis, Schlamm, ein heftiger kalter Wind und Regen, der die Kleidung nass macht, wenn damit Beschwerlichkeit verbunden ist.
وَالْأَفْضَلُ فِعْلُ الْأَرْفَقِ مِنْ تَقْدِيمِ جَمْعٍ أَوْ تَأْخِيرِهِ؛ فَإِنِ اسْتَوَيَا فَتَأْخِيرٌ أَفْضَلُ.
Das Beste ist, das zu tun, was leichter ist: das Vorziehen oder das Verschieben. Sind beide gleich, ist das Verschieben vorzüglicher.
وَيُشْتَرَطُ لَهُ تَرْتِيبٌ مُطْلَقًا، وَلِجَمْعٍ بِوَقْتِ أُولَى: نِيَّةٌ عِنْدَ إِحْرَامِهَا، وَأَنْ لَا يُفَرِّقَ بَيْنَهُمَا إِلَّا بِقَدْرِ إِقَامَةٍ وَوُضُوءٍ خَفِيفٍ، فَيَبْطُلُ بِرَاتِبَةٍ بَيْنَهُمَا، وَوُجُودُ الْعُذْرِ عِنْدَ افْتِتَاحِهِمَا وَسَلَامِ الْأُولَى، وَاسْتِمْرَارُهُ فِي غَيْرِ جَمْعِ مَطَرٍ وَنَحْوِهِ إِلَى فَرَاغِ الثَّانِيَةِ، فَلَوْ أَحْرَمَ بِالْأُولَى لِمَطَرٍ ثُمَّ انْقَطَعَ فَلَمْ يَعُدْ، فَإِنْ حَصَلَ وَحَلٌ لَمْ يَبْطُلْ وَإِلَّا بَطَلَ، وَإِنِ انْقَطَعَ سَفَرٌ بِأُولَى بَطَلَ الْجَمْعُ وَالْقَصْرُ فَيُتِمُّهَا، وَتَصِحُّ فَرْضًا، وَبِثَانِيَةٍ بَطَلَا، وَيُتِمُّهَا نَفْلًا.
Bedingung ist dafür in jedem Fall die Reihenfolge. Für das Zusammenlegen zur Zeit des ersten Gebets ist ferner Bedingung: die Absicht beim Eröffnungs-Takbir des ersten; dass man zwischen beiden nur so lange trennt, wie eine Iqama und ein leichter Wudu dauern – durch ein regelmäßiges Sunna-Gebet dazwischen wird es ungültig –; das Vorhandensein des Entschuldigungsgrundes bei der Eröffnung beider und beim Friedensgruß des ersten; und sein Fortbestehen bis zum Ende des zweiten, außer beim Zusammenlegen wegen Regen und Ähnlichem. Hat jemand das erste Gebet wegen Regen begonnen und hört dieser dann auf und kehrt nicht wieder, so wird das Zusammenlegen nicht ungültig, wenn Schlamm entstanden ist, sonst wird es ungültig. Endet die Reise während des ersten Gebets, werden das Zusammenlegen und das Verkürzen ungültig; er vollendet es dann vollständig, und es ist als Pflichtgebet gültig. Endet sie während des zweiten, werden beide ungültig, und er vollendet es als freiwilliges Gebet.
وَيُشْتَرَطُ لِجَمْعٍ بِوَقْتِ ثَانِيَةٍ: نِيَّتُهُ بِوَقْتِ أُولَى مَا لَمْ يَضِقْ عَنْ فِعْلِهَا، وَبَقَاءُ عُذْرٍ إِلَى دُخُولِ وَقْتِ الثَّانِيَةِ لَا غَيْرُ.
Für das Zusammenlegen zur Zeit des zweiten Gebets ist Bedingung: die Absicht dazu während der Zeit des ersten, solange sie für dessen Verrichtung noch ausreicht, und das Fortbestehen des Entschuldigungsgrundes bis zum Eintritt der Zeit des zweiten, nichts weiter.
وَلَا يُشْتَرَطُ لِصِحَّتِهِ اتِّحَادُ إِمَامٍ وَمَأْمُومٍ، فَلَوْ صَلَّاهُمَا خَلْفَ إِمَامَيْنِ، أَوْ خَلْفَ مَنْ لَمْ يَجْمَعْ، أَوْ إِحْدَاهُمَا مُنْفَرِدًا وَالْأُخْرَى جَمَاعَةً، أَوْ بِمَأْمُومٍ الْأُولَى وَبِآخَرَ الثَّانِيَةَ، أَوْ بِمَنْ لَمْ يَجْمَعْ صَحَّ.
Für seine Gültigkeit ist nicht Bedingung, dass Imam und Betender derselbe sind. Betet jemand die beiden Gebete hinter zwei verschiedenen Imamen, hinter jemandem, der nicht zusammenlegt, eines allein und das andere in Gemeinschaft, oder leitet er das erste mit einem Betenden und das zweite mit einem anderen, oder mit jemandem, der nicht zusammenlegt, so ist es gültig.
فَصْلٌ (صَلَاةُ الْخَوْفِ)
Abschnitt (das Gebet in Furcht)
تَصِحُّ صَلَاةُ الْخَوْفِ بِقِتَالٍ مُبَاحٍ، وَلَوْ حَضَرًا مَعَ خَوْفِ هَجْمِ الْعَدُوِّ، عَلَى سِتَّةِ أَوْجُهٍ، وَإِذَا اشْتَدَّ الْخَوْفُ صَلَّوْا رِجَالًا وَرُكْبَانًا لِلْقِبْلَةِ وَغَيْرِهَا، وَلَا يَلْزَمُ افْتِتَاحُهَا إِلَيْهَا وَلَوْ أَمْكَنَ، يُومِئُونَ طَاقَتَهُمْ، وَلِمُصَلٍّ كَرٌّ وَفَرٌّ لِمَصْلَحَةٍ، وَلَا تَبْطُلُ بِطُولِهِ.
Das Gebet in Furcht (Salat al-Chauf) ist bei einem erlaubten Kampf gültig, auch wenn man sesshaft ist und einen Angriff des Feindes fürchtet, und zwar auf sechs Arten. Wird die Furcht heftig, beten sie zu Fuß und beritten, zur Qibla gewandt und anders. Es ist nicht notwendig, es zur Qibla gewandt zu eröffnen, auch wenn es möglich wäre. Sie deuten an, so gut sie können. Der Betende darf angreifen und ausweichen, wenn es von Nutzen ist, und das Gebet wird auch durch dessen Länge nicht ungültig.
وَسُنَّ لَهُ فِيهَا حَمْلُ مَا يَدْفَعُ بِهِ عَنْ نَفْسِهِ وَلَا يُثْقِلُهُ كَسَيْفٍ وَسِكِّينٍ، وَجَازَ لِحَاجَةٍ حَمْلُ نَجِسٍ، وَلَا يُعِيدُ.
Sunna ist es für ihn, dabei etwas zu tragen, womit er sich verteidigen kann und das ihn nicht beschwert, wie ein Schwert oder ein Messer. Bei Bedarf ist es erlaubt, etwas Unreines zu tragen, und er wiederholt das Gebet nicht.
فَصْلٌ (صَلَاةُ الْجُمُعَةِ)
Abschnitt (das Freitagsgebet)
تَجِبُ الْجُمُعَةُ عَلَى كُلِّ مُسْلِمٍ مُكَلَّفٍ ذَكَرٍ حُرٍّ مُسْتَوْطِنٍ بِبِنَاءٍ وَلَوْ مِنْ قَصَبٍ، وَعَلَى مُسَافِرٍ لَا يُبَاحُ لَهُ، وَعَلَى مُقِيمٍ خَارِجَ الْبَلَدِ إِذَا كَانَ بَيْنَهُ وَبَيْنَ مَوْضِعِهَا مِنَ الْمَنَارَةِ نَصًّا فَرْسَخٌ فَأَقَلُّ.
Das Freitagsgebet (Dschumuʿa) ist Pflicht für jeden verantwortlichen, männlichen, freien Muslim, der in festen Bauten ansässig ist, auch wenn sie aus Schilfrohr sind; ferner für den Reisenden, dem das Verkürzen nicht erlaubt ist; und für den Ansässigen außerhalb des Ortes, wenn zwischen ihm und dem Ort des Gebets – nach ausdrücklicher Aussage (des Imams Ahmad) gemessen vom Minarett – ein Farsach oder weniger liegt.
وَلَا تَجِبُ عَلَى مَنْ يُبَاحُ لَهُ الْقَصْرُ، وَلَا عَبْدٍ، وَلَا مُبَعَّضٍ، وَلَا امْرَأَةٍ، وَلَا خُنْثَى، وَمَنْ حَضَرَهَا أَجْزَأَتْهُ، وَلَمْ تَنْعَقِدْ بِهِ، فَلَا يُحْسَبُ هُوَ وَلَا مَنْ لَيْسَ مِنْ أَهْلِ الْبَلَدِ مِنَ الْأَرْبَعِينَ، وَلَا تَصِحُّ إِمَامَتُهُمْ فِيهَا.
Nicht Pflicht ist es für den, dem das Verkürzen erlaubt ist, für den Sklaven, den Teilfreien, die Frau und den Zwitter. Wer von ihnen daran teilnimmt, dem genügt es, doch kommt es durch ihn nicht zustande: Weder er noch wer nicht zu den Einwohnern des Ortes gehört, wird zu den Vierzig gezählt, und ihre Imamschaft darin ist nicht gültig.
وَشُرِطَ لِصِحَّتِهَا أَرْبَعَةُ شُرُوطٍ، لَيْسَ مِنْهَا إِذْنُ الْإِمَامِ:
Für seine Gültigkeit sind vier Bedingungen vorgeschrieben; die Erlaubnis des Herrschers gehört nicht dazu:
أَحَدُهَا: الْوَقْتُ، وَهُوَ مِنْ أَوَّلِ وَقْتِ الْعِيدِ إِلَى آخِرِ وَقْتِ الظُّهْرِ، وَتَلْزَمُ بِزَوَالٍ، وَبَعْدَهُ أَفْضَلُ.
Erstens: die Zeit. Sie reicht vom Beginn der Zeit des Festgebets bis zum Ende der Zeit des Mittagsgebets. Verbindlich wird es mit dem Mittag (wenn die Sonne sich neigt), und danach ist es vorzüglicher.
الثَّانِي: اسْتِيطَانُ أَرْبَعِينَ وَلَوْ بِالْإِمَامِ.
Zweitens: dass vierzig Personen ansässig sind, auch einschließlich des Imams.
الثَّالِثُ: حُضُورُهُمْ، وَلَوْ كَانَ فِيهِمْ خُرْسٌ أَوْ صُمٌّ لَا كُلُّهُمْ، فَإِنْ نَقَصُوا قَبْلَ إِتْمَامِهَا اسْتَأْنَفُوا ظُهْرًا.
Drittens: ihre Anwesenheit, auch wenn Stumme oder Taube darunter sind, nicht aber, wenn alle es sind. Werden es vor dem Ende des Gebets weniger, beginnen sie neu mit dem Mittagsgebet.
الرَّابِعُ: تَقَدُّمُ خُطْبَتَيْنِ بَدَلَ رَكْعَتَيْنِ، مِنْ شَرْطِهِمَا خَمْسَةُ أَشْيَاءَ: الْوَقْتُ، وَالنِّيَّةُ، وَوُقُوعُهُمَا حَضَرًا، وَحُضُورُ الْأَرْبَعِينَ، وَأَنْ يَكُونَ مِمَّنْ تَصِحُّ إِمَامَتُهُ فِيهَا.
Viertens: dass zwei Predigten (Chutba) vorausgehen, anstelle von zwei Rakʿas. Zu ihren Bedingungen gehören fünf Dinge: die Zeit, die Absicht, dass sie am Wohnort stattfinden, die Anwesenheit der Vierzig und dass der Prediger jemand ist, dessen Imamschaft darin gültig ist.
وَأَرْكَانُهُمَا سِتَّةٌ: حَمْدُ اللَّهِ، وَالصَّلَاةُ عَلَى رَسُولِ اللَّهِ ﷺ، وَقِرَاءَةُ آيَةٍ مِنْ كِتَابِ اللَّهِ، وَالْوَصِيَّةُ بِتَقْوَى اللَّهِ، وَمُوَالَاتُهُمَا مَعَ الصَّلَاةِ، وَالْجَهْرُ بِحَيْثُ يَسْمَعُ الْعَدَدُ الْمُعْتَبَرُ حَيْثُ لَا مَانِعَ.
Ihre Grundpfeiler sind sechs: das Lob Allahs; das Segensgebet über den Gesandten Allahs, sallallahu alaihi wa sallam; das Rezitieren eines Verses aus dem Buch Allahs; die Ermahnung zur Gottesfurcht (Taqwa); dass sie ohne Unterbrechung aufeinander und auf das Gebet folgen; und das laute Sprechen, sodass die maßgebliche Anzahl es hört, wo kein Hindernis besteht.
وَيُبْطِلُهَا كَلَامٌ مُحَرَّمٌ وَلَوْ يَسِيرًا، وَهِيَ بِغَيْرِ الْعَرَبِيَّةِ كَقِرَاءَةٍ، فَلَا تَصِحُّ إِلَّا مَعَ الْعَجْزِ غَيْرَ الْقِرَاءَةِ.
Ungültig werden sie durch verbotene Rede, auch wenn sie gering ist. In einer anderen Sprache als Arabisch gelten sie wie das Rezitieren, sind also nur gültig, wenn man unfähig ist – mit Ausnahme des Rezitierens (des Verses).
وَتُسَنُّ عَلَى مِنْبَرٍ أَوْ مَوْضِعٍ عَالٍ، وَأَنْ يَخْطُبَ قَائِمًا مُعْتَمِدًا عَلَى سَيْفٍ أَوْ عَصًا، وَقَصْرُهُمَا، وَالثَّانِيَةُ أَقْصَرُ، وَرَفْعُ الصَّوْتِ بِهِمَا حَسَبَ الطَّاقَةِ، وَالدُّعَاءُ لِلْمُسْلِمِينَ، وَيُبَاحُ لِمُعَيَّنٍ كَالسُّلْطَانِ، وَلَا بَأْسَ أَنْ يَخْطُبَ مِنْ صَحِيفَةٍ.
Sunna ist es, auf einer Kanzel (Minbar) oder an einem erhöhten Ort zu predigen, stehend, gestützt auf ein Schwert oder einen Stab; beide Predigten kurz zu halten, die zweite kürzer; die Stimme dabei so weit wie möglich zu erheben; und Bittgebete für die Muslime zu sprechen. Für eine bestimmte Person wie den Herrscher ist es erlaubt. Es ist nichts dabei, von einem Blatt abzulesen.
وَيَحْرُمُ الْكَلَامُ وَالْإِمَامُ يَخْطُبُ وَهُوَ مِنْهُ بِحَيْثُ يَسْمَعُهُ، وَيُبَاحُ إِذَا سَكَتَ بَيْنَهُمَا أَوْ شَرَعَ فِي دُعَاءٍ.
Verboten ist das Reden, während der Imam predigt, für den, der so nah ist, dass er ihn hört. Erlaubt ist es, wenn er zwischen den beiden Predigten schweigt oder mit dem Bittgebet beginnt.
فَصْلٌ (أَحْكَامُ الْجُمُعَةِ)
Abschnitt (Bestimmungen zum Freitag)
وَالْجُمُعَةُ رَكْعَتَانِ، وَحَرُمَ إِقَامَتُهَا وَعِيدٍ فِي أَكْثَرَ مِنْ مَوْضِعٍ مِنَ الْبَلَدِ إِلَّا لِحَاجَةٍ كَضِيقٍ وَبُعْدٍ وَخَوْفِ فِتْنَةٍ وَنَحْوِهِ، فَإِنْ عُدِمَتِ الْحَاجَةُ فَالصَّحِيحَةُ مَا بَاشَرَهُ الْإِمَامُ أَوْ أَذِنَ فِيهَا، فَإِنِ اسْتَوَتَا فِي إِذْنٍ أَوْ عَدَمِهِ فَالسَّابِقَةُ بِالْإِحْرَامِ هِيَ الصَّحِيحَةُ، وَإِنْ جُهِلَ كَيْفَ وَقَعَتَا صَلَّوْا ظُهْرًا.
Das Freitagsgebet hat zwei Rakʿas. Verboten ist es, das Freitags- und das Festgebet an mehr als einem Ort der Stadt abzuhalten, außer bei Bedarf wie Platzmangel, großer Entfernung, Furcht vor Unruhe (Fitna) und Ähnlichem. Fehlt der Bedarf, ist das Gebet gültig, das der Herrscher selbst leitet oder erlaubt hat. Sind beide gleich, was die Erlaubnis oder ihr Fehlen betrifft, ist dasjenige gültig, das mit dem Eröffnungs-Takbir zuerst begonnen hat. Ist unbekannt, wie sie stattfanden, beten sie das Mittagsgebet.
وَسُنَّ قِرَاءَةُ سُورَةِ الْكَهْفِ فِي يَوْمِهَا، وَكَثْرَةُ دُعَاءٍ، وَصَلَاةٍ عَلَى النَّبِيِّ ﷺ، وَمَنْ دَخَلَ وَالْإِمَامُ يَخْطُبُ لَمْ يَجْلِسْ حَتَّى يَرْكَعَ رَكْعَتَيْنِ خَفِيفَتَيْنِ.
Sunna ist es, am Freitag die Sure al-Kahf zu rezitieren, viele Bittgebete zu sprechen und viel Segen über den Propheten, sallallahu alaihi wa sallam, zu sprechen. Wer eintritt, während der Imam predigt, setzt sich nicht, bevor er zwei leichte Rakʿas gebetet hat.