فَصْلٌ (صَلَاةُ الْعِيدَيْنِ)
Abschnitt (das Gebet der beiden Feste)
وَصَلَاةُ الْعِيدَيْنِ فَرْضُ كِفَايَةٍ، وَوَقْتُهَا كَصَلَاةِ الضُّحَى.
Das Gebet der beiden Feste (ʿId) ist eine gemeinschaftliche Pflicht (Fard Kifaya). Seine Zeit ist wie die des Vormittagsgebets.
وَشُرُوطُهَا كَالْجُمُعَةِ مَا عَدَا الْخُطْبَتَيْنِ، فَإِنْ لَمْ يُعْلَمْ بِالْعِيدِ إِلَّا بَعْدَ الزَّوَالِ صَلَّوْا مِنَ الْغَدِ قَضَاءً.
Seine Bedingungen sind wie beim Freitagsgebet, außer den beiden Predigten. Erfährt man vom Fest erst nach dem Mittag, betet man es am nächsten Tag als Nachholgebet.
وَتُسَنُّ بِصَحْرَاءَ قَرِيبَةٍ عُرْفًا.
Sunna ist es, es in einer nach allgemeinem Verständnis nahe gelegenen offenen Fläche zu beten.
وَسُنَّ تَبْكِيرُ مَأْمُومٍ بَعْدَ صَلَاةِ الصُّبْحِ عَلَى أَحْسَنِ هَيْئَةٍ مَاشِيًا، وَتَأَخُّرُ إِمَامٍ إِلَى وَقْتِ الصَّلَاةِ، وَالتَّوْسِعَةُ عَلَى الْأَهْلِ، وَالصَّدَقَةُ، وَرُجُوعُهُ فِي غَيْرِ طَرِيقِ غُدُوِّهِ.
Sunna ist es, dass der Betende nach dem Morgengebet früh aufbricht, in bester Aufmachung und zu Fuß; dass der Imam bis zur Gebetszeit wartet; dass man seiner Familie großzügig gibt, Almosen spendet und auf einem anderen Weg zurückkehrt als dem, auf dem man hingegangen ist.
وَيُصَلِّيهَا رَكْعَتَيْنِ قَبْلَ الْخُطْبَةِ، وَيُكَبِّرُ فِي الْأُولَى بَعْدَ الِاسْتِفْتَاحِ وَقَبْلَ التَّعَوُّذِ سِتًّا، وَفِي الثَّانِيَةِ قَبْلَ الْقِرَاءَةِ خَمْسًا، يَرْفَعُ يَدَيْهِ مَعَ كُلِّ تَكْبِيرَةٍ وَيَقُولُ: «اللَّهُ أَكْبَرُ كَبِيرًا، وَالْحَمْدُ لِلَّهِ كَثِيرًا، وَسُبْحَانَ اللَّهِ بُكْرَةً وَأَصِيلًا، وَصَلَّى اللَّهُ عَلَى مُحَمَّدٍ النَّبِيِّ وَآلِهِ وَسَلَّمَ تَسْلِيمًا كَثِيرًا»، وَإِنْ أَحَبَّ قَالَ غَيْرَ ذَلِكَ.
Man betet es mit zwei Rakʿas vor der Predigt. In der ersten spricht man nach dem Eröffnungsbittgebet und vor der Zuflucht sechs Takbire, in der zweiten vor dem Rezitieren fünf. Bei jedem Takbir hebt man die Hände und sagt: „Allah ist größer, wahrhaft groß; viel Lob gebührt Allah; gepriesen sei Allah am Morgen und am Abend; und Allah segne Muhammad, den Propheten, und seine Familie und schenke ihnen reichlich Frieden.“ Wenn man möchte, sagt man auch etwas anderes.
وَلَا يَأْتِي بِذِكْرٍ بَعْدَ التَّكْبِيرَةِ الْآخِرَةِ فِيهِمَا، ثُمَّ يَقْرَأُ الْفَاتِحَةَ، ثُمَّ (سَبِّحْ) فِي الرَّكْعَةِ الْأُولَى، ثُمَّ (الْغَاشِيَةَ) فِي الثَّانِيَةِ، فَإِذَا سَلَّمَ خَطَبَ خُطْبَتَيْنِ، وَأَحْكَامُهُمَا كَخُطْبَتَيِ الْجُمُعَةِ حَتَّى فِي تَحْرِيمِ الْكَلَامِ حَالَ الْخُطْبَةِ.
Nach dem letzten Takbir in beiden Rakʿas spricht man kein Gedenken. Dann rezitiert man die Fatiha, danach in der ersten Rakʿa (Sure al-Aʿla: „Sabbih …“) und in der zweiten (Sure al-Ghaschiya). Nach dem Friedensgruß hält man zwei Predigten; für sie gelten die Bestimmungen der beiden Freitagspredigten, bis hin zum Verbot des Redens während der Predigt.
وَسُنَّ أَنْ يَسْتَفْتِحَ الْأُولَى بِتِسْعِ تَكْبِيرَاتٍ نَسَقًا، وَالثَّانِيَةَ بِسَبْعٍ، قَائِمًا، يَحُثُّهُمْ فِي الْفِطْرِ عَلَى الصَّدَقَةِ وَيُبَيِّنُ لَهُمْ مَا يُخْرِجُونَ، وَيُرَغِّبُهُمْ فِي الْأَضْحَى فِي الْأُضْحِيَةِ، وَيُبَيِّنُ لَهُمْ حُكْمَهَا. وَالتَّكْبِيرَاتُ الزَّوَائِدُ وَالذِّكْرُ بَيْنَهُمَا وَالْخُطْبَتَانِ سُنَّةٌ.
Sunna ist es, die erste Predigt mit neun aufeinanderfolgenden Takbiren zu eröffnen und die zweite mit sieben, im Stehen. Beim Fest des Fastenbrechens spornt der Imam sie zum Almosen an und erklärt ihnen, was sie entrichten sollen; beim Opferfest weckt er ihr Verlangen nach dem Opfertier und erklärt ihnen dessen Bestimmungen. Die zusätzlichen Takbire, das Gedenken zwischen ihnen und die beiden Predigten sind Sunna.
وَكُرِهَ تَنَفُّلٌ وَقَضَاءُ فَائِتَةٍ قَبْلَ الصَّلَاةِ بِمَوْضِعِهَا، وَبَعْدَهَا قُبَيْلَ مُفَارَقَتِهِ.
Verpönt ist es, am Ort des Gebets vor dem Gebet ein freiwilliges Gebet zu verrichten oder ein versäumtes nachzuholen, und ebenso danach, bevor man den Ort verlassen hat.
وَسُنَّ لِمَنْ فَاتَتْهُ قَضَاؤُهَا فِي يَوْمِهَا عَلَى صِفَتِهَا.
Sunna ist es für den, der es verpasst hat, es am selben Tag in seiner Form nachzuholen.
فَصْلٌ (التَّكْبِيرُ فِي الْعِيدَيْنِ)
Abschnitt (das Takbir an den beiden Festen)
وَسُنَّ التَّكْبِيرُ الْمُطْلَقُ، وَإِظْهَارُهُ، وَجَهْرُ غَيْرِ أُنْثَى بِهِ فِي لَيْلَتَيِ الْعِيدَيْنِ، وَفِي الْخُرُوجِ إِلَيْهِمَا إِلَى فَرَاغِ الْخُطْبَةِ فِيهِمَا، وَفِطْرٌ آكَدُ، وَفِي كُلِّ عَشْرِ ذِي الْحِجَّةِ، وَالتَّكْبِيرُ الْمُقَيَّدُ عَقِبَ كُلِّ فَرِيضَةٍ فِي جَمَاعَةٍ مِنْ صَلَاةِ فَجْرِ يَوْمِ عَرَفَةَ إِلَى عَصْرِ آخِرِ أَيَّامِ التَّشْرِيقِ، إِلَّا لِمُحْرِمٍ فَمِنْ صَلَاةِ ظُهْرِ يَوْمِ النَّحْرِ، وَيُكَبِّرُ الْإِمَامُ مُسْتَقْبِلَ النَّاسِ.
Sunna ist das freie Takbir (at-Takbir al-mutlaq), es öffentlich zu sprechen und – außer für die Frau – laut zu sprechen in den beiden Festnächten und auf dem Weg zu den beiden Festgebeten bis zum Ende der Predigt; beim Fest des Fastenbrechens ist es stärker betont. Ebenso in den ganzen zehn Tagen des Dhul-Hiddscha. Und das gebundene Takbir (at-Takbir al-muqayyad) nach jedem Pflichtgebet in Gemeinschaft, vom Morgengebet des Tages von Arafa bis zum Nachmittagsgebet des letzten der Taschriq-Tage; für den im Ihram Befindlichen jedoch ab dem Mittagsgebet des Opfertages. Der Imam spricht das Takbir mit dem Gesicht zu den Leuten gewandt.
وَلَا يُسَنُّ عَقِبَ صَلَاةِ عِيدٍ، فِي صِفَتِهِ شَفْعًا: اللَّهُ أَكْبَرُ، اللَّهُ أَكْبَرُ، لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ، وَاللَّهُ أَكْبَرُ، اللَّهُ أَكْبَرُ، وَلِلَّهِ الْحَمْدُ.
Nach dem Festgebet ist es nicht Sunna. Seine Form ist paarweise: „Allahu akbar, Allahu akbar, la ilaha illallah, wallahu akbar, Allahu akbar, wa lillahi l-hamd“ (Allah ist größer, Allah ist größer, es gibt keinen Gott außer Allah, und Allah ist größer, Allah ist größer, und Allah gebührt das Lob).
وَلَا بَأْسَ بِقَوْلِهِ لِغَيْرِهِ: تَقَبَّلَ اللَّهُ مِنَّا وَمِنْكَ، وَلَا بِالتَّعْرِيفِ عَشِيَّةَ لَيْلَةِ عَرَفَةَ بِالْأَمْصَارِ.
Es ist nichts dabei, zu einem anderen zu sagen: „Möge Allah es von uns und von dir annehmen“, und auch nicht beim Taʿrif, dem Zusammenkommen am Abend des Tages von Arafa in den Städten.
فَصْلٌ (صَلَاةُ الْكُسُوفِ)
Abschnitt (das Gebet bei der Finsternis)
صَلَاةُ الْكُسُوفِ سُنَّةٌ مِنْ غَيْرِ خُطْبَةٍ، وَوَقْتُهَا مِنِ ابْتِدَائِهِ إِلَى التَّجَلِّي، وَلَا تُقْضَى إِنْ فَاتَتْ، وَهِيَ رَكْعَتَانِ، كُلُّ رَكْعَةٍ بِقِيَامَيْنِ وَرُكُوعَيْنِ.
Das Gebet bei der Sonnen- oder Mondfinsternis (Kusuf) ist Sunna, ohne Predigt. Seine Zeit reicht vom Beginn der Finsternis, bis sie sich aufhellt; wird es verpasst, holt man es nicht nach. Es hat zwei Rakʿas, jede Rakʿa mit zwei Stehphasen und zwei Verbeugungen.
وَسُنَّ تَطْوِيلُ سُورَةٍ وَتَسْبِيحٍ، وَكَوْنُ أُولَى كُلٍّ أَطْوَلَ، وَتَصِحُّ كَالنَّافِلَةِ، وَلَا يُصَلَّى لِآيَةٍ غَيْرِهِ كَظُلْمَةٍ نَهَارًا، وَضِيَاءٍ لَيْلًا، وَرِيحٍ شَدِيدَةٍ، وَصَوَاعِقَ، إِلَّا لِزَلْزَلَةٍ دَائِمَةٍ.
Sunna ist es, die Sure und das Lobpreisen lang zu machen, und dass jeweils die erste länger ist. Es ist auch gültig wie ein gewöhnliches freiwilliges Gebet. Für kein anderes Zeichen wird gebetet, wie Dunkelheit am Tag, Helligkeit in der Nacht, heftigen Wind und Blitzschläge, außer für ein anhaltendes Erdbeben.
فَصْلٌ (صَلَاةُ الِاسْتِسْقَاءِ)
Abschnitt (das Gebet um Regen)
تُسَنُّ صَلَاةُ الِاسْتِسْقَاءِ إِذَا أَجْدَبَتِ الْأَرْضُ وَقَحَطَ الْمَطَرُ.
Sunna ist das Gebet um Regen (Istisqa), wenn das Land dürr wird und der Regen ausbleibt.
وَصِفَتُهَا وَأَحْكَامُهَا كَصَلَاةِ عِيدٍ، وَهِيَ قَبْلَهَا جَمَاعَةً أَفْضَلُ، وَإِذَا أَرَادَ الْإِمَامُ الْخُرُوجَ وَعَظَ النَّاسَ، وَأَمَرَهُمْ بِالتَّوْبَةِ وَالْخُرُوجِ مِنَ الْمَظَالِمِ، وَتَرْكِ التَّشَاحُنِ، وَالصَّدَقَةِ وَالصَّوْمِ، وَلَا يَلْزَمَانِ بِأَمْرِهِ، وَيَعِدُهُمْ يَوْمًا يَخْرُجُونَ فِيهِ، وَيَخْرُجُ مُتَوَاضِعًا مُتَخَشِّعًا مُتَذَلِّلًا مُتَضَرِّعًا مُتَنَظِّفًا لَا مُتَطَيِّبًا، وَمَعَهُ أَهْلُ الدِّينِ وَالصَّلَاحِ وَالشُّيُوخُ.
Seine Form und seine Bestimmungen sind wie beim Festgebet. In Gemeinschaft ist es vorzüglicher, es vor der Predigt zu beten. Will der Imam hinausgehen, ermahnt er die Leute und befiehlt ihnen die Reue, das Wiedergutmachen von Unrecht, das Ablassen von Feindseligkeit, das Almosen und das Fasten – beides wird durch seinen Befehl nicht zur Pflicht –, und er bestimmt ihnen einen Tag, an dem sie hinausgehen. Er geht demütig hinaus, in Ehrfurcht, sich erniedrigend, flehend, sauber, aber nicht parfümiert, und mit ihm die Leute der Religion und der Rechtschaffenheit und die Alten.
وَسُنَّ خُرُوجُ صَبِيٍّ مُمَيِّزٍ، وَيُبَاحُ خُرُوجُ أَطْفَالٍ وَبَهَائِمَ، فَيُصَلِّي ثُمَّ يَخْطُبُ خُطْبَةً وَاحِدَةً يَفْتَتِحُهَا بِالتَّكْبِيرِ كَخُطْبَةِ عِيدٍ، وَيُكْثِرُ فِيهَا الِاسْتِغْفَارَ وَقِرَاءَةَ الْآيَاتِ الَّتِي فِيهَا الْأَمْرُ بِهِ.
Sunna ist es, dass ein unterscheidungsfähiger Knabe mit hinausgeht; erlaubt ist es, dass Kleinkinder und Tiere mit hinausgehen. Er betet, dann hält er eine einzige Predigt, die er mit dem Takbir eröffnet wie die Festpredigt. Darin bittet er viel um Vergebung und rezitiert die Verse, in denen dazu aufgefordert wird.
وَسُنَّ وُقُوفٌ فِي أَوَّلِ الْمَطَرِ، وَتَوَضُّؤٌ وَاغْتِسَالٌ مِنْهُ، وَإِخْرَاجُ رَحْلِهِ وَثِيَابِهِ لِيُصِيبَهَا، وَإِنْ كَثُرَ حَتَّى خِيفَ مِنْهُ سُنَّ قَوْلُ: «اللَّهُمَّ حَوَالَيْنَا وَلَا عَلَيْنَا، اللَّهُمَّ عَلَى الظِّرَابِ وَالْآكَامِ وَبُطُونِ الْأَوْدِيَةِ وَمَنَابِتِ الشَّجَرِ» ﴿رَبَّنَا وَلَا تُحَمِّلْنَا مَا لَا طَاقَةَ لَنَا بِهِ﴾ الْآيَةَ.
Sunna ist es, sich beim ersten Regen hinzustellen, sich mit dem Regenwasser zu waschen und den Wudu damit zu vollziehen, und sein Gepäck und seine Kleidung hinauszubringen, damit der Regen sie trifft. Wird er so stark, dass man ihn fürchtet, ist es Sunna zu sagen: „O Allah, um uns herum und nicht auf uns! O Allah, auf die Hügel, die Anhöhen, die Talgründe und die Wuchsstätten der Bäume!“ und „Unser Herr, bürde uns nicht auf, wozu wir keine Kraft haben“ (Sure al-Baqara 2:286) bis zum Ende des Verses.
وَسُنَّ قَوْلُ: «مُطِرْنَا بِفَضْلِ اللَّهِ وَرَحْمَتِهِ».
Sunna ist es zu sagen: „Uns wurde Regen gegeben durch die Huld Allahs und Seine Barmherzigkeit.“