Berliner Muslime

Das Buch des Tauhid, der das Recht Allahs gegenüber den Dienern ist · Kapitel 18 von 67

Das Wort Allahs: „Du kannst nicht rechtleiten, wen du liebst“

Das Kapitel im Überblick

إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ
„Du kannst nicht rechtleiten, wen du liebst“
وَلَكِنَّ اللَّهَ يَهْدِي مَنْ يَشَاءُ
Der Vers: Allah leitet recht, wen Er will
Sure al-Qasas 28:56 – über Abu Talib herabgesandt; Frage 1 von zwölf ist seine Erklärung
لَمَّا حَضَرَتْ أَبَا طَالِبٍ الْوَفَاةُ
Der Hadith: als Abu Talib im Sterben lag
von Ibn al-Musayyab von seinem Vater; im Sahih
  1. 1
    يَا عَمِّ، قُلْ: لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ
    Die Bitte: Mein Onkel, sag: kein Gott außer Allah
  2. 2
    أَتَرْغَبُ عَنْ مِلَّةِ عَبْدِ الْمُطَّلِبِ
    Der Einwand: Wendest du dich von Abd al-Muttalibs Religion ab?
    von Abdullah ibn Abi Umayya und Abu Dschahl
  3. 3
    وَأَبَى أَنْ يَقُولَ: لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ
    Er weigerte sich, es zu sagen
  4. 4
    لَأَسْتَغْفِرَنَّ لَكَ مَا لَمْ أُنْهَ عَنْكَ
    Ich bitte für dich um Vergebung, solange es nicht verboten wird
  5. 5
    مَا كَانَ لِلنَّبِيِّ وَالَّذِينَ آمَنُوا أَنْ يَسْتَغْفِرُوا لِلْمُشْرِكِينَ
    Herabgesandt: keine Bitte um Vergebung für Götzendiener
    auch wenn es Verwandte wären; Frage 2 ist die Erklärung dieses Wortes
تَفْسِيرُ قَوْلِهِ: قُلْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ
Die größte Frage: was „Sag: kein Gott außer Allah“ meint
Fragen 3–7; im Gegensatz zu dem, was diejenigen meinen, die Wissen für sich beanspruchen
  1. 6
    أَنَّ أَبَا جَهْلٍ وَمَنْ مَعَهُ يَعْرِفُونَ مُرَادَ النَّبِيِّ
    Abu Dschahl und die Seinen wussten, was der Prophet meinte
    Möge Allah den verabscheuen, der die Grundlage des Islam schlechter kennt als Abu Dschahl
  2. 7
    جِدُّهُ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ وَمُبَالَغَتُهُ فِي إِسْلَامِ عَمِّهِ
    Sein Ernst und sein Bemühen um den Islam seines Onkels
  3. 8
    الرَّدُّ عَلَى مَنْ زَعَمَ إِسْلَامَ عَبْدِ الْمُطَّلِبِ وَأَسْلَافِهِ
    Widerlegung: Abd al-Muttalib und seine Vorfahren als Muslime
  4. 9
    اسْتَغْفَرَ لَهُ فَلَمْ يُغْفَرْ لَهُ، بَلْ نُهِيَ عَنْ ذَلِكَ
    Er bat um Vergebung – es wurde nicht vergeben, sondern verboten
مَضَرَّةُ أَصْحَابِ السُّوءِ عَلَى الْإِنْسَانِ
Lehren: schlechte Gefährten und verherrlichte Vorfahren
Fragen 8–12; die achte: der Schaden, den schlechte Gefährten einem Menschen zufügen
  1. 10
    مَضَرَّةُ تَعْظِيمِ الْأَسْلَافِ وَالْأَكَابِرِ
    Der Schaden, die Vorfahren und die Großen zu verherrlichen
  2. 11
    اسْتِدْلَالُ الْجَاهِلِيَّةِ بِذَلِكَ
    Die Leute der Dschahiliyya beriefen sich darauf als Beweis
  3. 12
    الشَّاهِدُ لِكَوْنِ الْأَعْمَالِ بِالْخَوَاتِيمِ
    Bei den Taten kommt es auf das Ende an
    hätte er es gesagt, so hätte es ihm genützt
  4. 13
    التَّأَمُّلُ فِي كِبَرِ هَذِهِ الشُّبْهَةِ فِي قُلُوبِ الضَّالِّينَ
    Wie groß diese Scheinbegründung in den Herzen der Irrenden ist
    sie widersprachen ihm nur mit ihr, obwohl er sich so sehr bemühte und es wiederholte

Übersicht der Redaktion – sie fasst zusammen und gehört nicht zum Text des Verfassers.

Quran
إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ وَلَكِنَّ اللَّهَ يَهْدِي مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ أَعْلَمُ بِالْمُهْتَدِينَ
Du kannst nicht rechtleiten, wen du liebst; vielmehr leitet Allah recht, wen Er will. Und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.
Sure al-Qasas 28:56
Hadith
لَمَّا حَضَرَتْ أَبَا طَالِبٍ الْوَفَاةُ جَاءَهُ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ، وَعِنْدَهُ عَبْدُ اللَّهِ بْنُ أَبِي أُمَيَّةَ وَأَبُو جَهْلٍ، فَقَالَ لَهُ: يَا عَمِّ، قُلْ: لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ، كَلِمَةً أُحَاجُّ لَكَ بِهَا عِنْدَ اللَّهِ. فَقَالَا لَهُ: أَتَرْغَبُ عَنْ مِلَّةِ عَبْدِ الْمُطَّلِبِ؟ فَأَعَادَ عَلَيْهِ النَّبِيُّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ، فَأَعَادَا، فَكَانَ آخِرَ مَا قَالَ: هُوَ عَلَى مِلَّةِ عَبْدِ الْمُطَّلِبِ، وَأَبَى أَنْ يَقُولَ: لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ. فَقَالَ النَّبِيُّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: لَأَسْتَغْفِرَنَّ لَكَ مَا لَمْ أُنْهَ عَنْكَ. فَأَنْزَلَ اللَّهُ عَزَّ وَجَلَّ: مَا كَانَ لِلنَّبِيِّ وَالَّذِينَ آمَنُوا أَنْ يَسْتَغْفِرُوا لِلْمُشْرِكِينَ وَلَوْ كَانُوا أُولِي قُرْبَى، الْآيَةَ.
Als Abu Talib im Sterben lag, kam der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, zu ihm; bei ihm waren Abdullah ibn Abi Umayya und Abu Dschahl. Er sagte zu ihm: Mein Onkel, sag: Es gibt keinen Gott außer Allah – ein Wort, mit dem ich bei Allah für dich eintreten kann. Da sagten die beiden zu ihm: Willst du dich von der Religion Abd al-Muttalibs abwenden? Der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, wiederholte es ihm, und die beiden wiederholten ihre Worte. Das Letzte, was er sagte, war: Er bleibt auf der Religion Abd al-Muttalibs. Und er weigerte sich zu sagen: Es gibt keinen Gott außer Allah. Da sagte der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam: Ich werde ganz gewiss für dich um Vergebung bitten, solange es mir nicht verboten wird. Da sandte Allah, azza wa dschall, herab: „Es steht dem Propheten und denen, die glauben, nicht zu, für die Götzendiener um Vergebung zu bitten, auch wenn es Verwandte wären …“ – bis zum Ende des Verses.
Überliefert von Ibn al-Musayyab von seinem Vater; im Sahih
وَأَنْزَلَ اللَّهُ فِي أَبِي طَالِبٍ:
Und Allah sandte über Abu Talib herab:
Quran
إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ وَلَكِنَّ اللَّهَ يَهْدِي مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ أَعْلَمُ بِالْمُهْتَدِينَ
Du kannst nicht rechtleiten, wen du liebst; vielmehr leitet Allah recht, wen Er will. Und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.
Sure al-Qasas 28:56
فِيهِ مَسَائِلُ:
Darin liegen folgende Fragen:
الْأُولَى: تَفْسِيرُ: إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ وَلَكِنَّ اللَّهَ يَهْدِي مَنْ يَشَاءُ.
Die Erste: die Erklärung von: „Du kannst nicht rechtleiten, wen du liebst; vielmehr leitet Allah recht, wen Er will.“
الثَّانِيَةُ: تَفْسِيرُ قَوْلِهِ: مَا كَانَ لِلنَّبِيِّ وَالَّذِينَ آمَنُوا أَنْ يَسْتَغْفِرُوا لِلْمُشْرِكِينَ وَلَوْ كَانُوا أُولِي قُرْبَى مِنْ بَعْدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُمْ أَنَّهُمْ أَصْحَابُ الْجَحِيمِ.
Die Zweite: die Erklärung Seines Wortes: „Es steht dem Propheten und denen, die glauben, nicht zu, für die Götzendiener um Vergebung zu bitten, auch wenn es Verwandte wären, nachdem ihnen klar geworden ist, dass sie Bewohner des Höllenbrandes sind.“
الثَّالِثَةُ - وَهِيَ الْمَسْأَلَةُ الْكُبْرَى -: تَفْسِيرُ قَوْلِهِ: قُلْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ، بِخِلَافِ مَا عَلَيْهِ مَنْ يَدَّعِي الْعِلْمَ.
Die Dritte – und sie ist die größte Frage: die Erklärung seines Wortes „Sag: Es gibt keinen Gott außer Allah“ – im Gegensatz zu dem, was diejenigen meinen, die Wissen für sich beanspruchen.
الرَّابِعَةُ: أَنَّ أَبَا جَهْلٍ وَمَنْ مَعَهُ يَعْرِفُونَ مُرَادَ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ إِذَا قَالَ لِلرَّجُلِ: قُلْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ. فَقَبَّحَ اللَّهُ مَنْ أَبُو جَهْلٍ أَعْلَمُ مِنْهُ بِأَصْلِ الْإِسْلَامِ.
Die Vierte: dass Abu Dschahl und die, die bei ihm waren, wussten, was der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, meinte, wenn er zu einem Mann sagte: „Sag: Es gibt keinen Gott außer Allah.“ Möge Allah den verabscheuen, der die Grundlage des Islam schlechter kennt als Abu Dschahl!
الْخَامِسَةُ: جِدُّهُ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ وَمُبَالَغَتُهُ فِي إِسْلَامِ عَمِّهِ.
Die Fünfte: sein Ernst, sallallahu alaihi wa sallam, und wie sehr er sich bemühte, dass sein Onkel den Islam annimmt.
السَّادِسَةُ: الرَّدُّ عَلَى مَنْ زَعَمَ إِسْلَامَ عَبْدِ الْمُطَّلِبِ وَأَسْلَافِهِ.
Die Sechste: die Widerlegung derer, die behaupten, Abd al-Muttalib und seine Vorfahren seien Muslime gewesen.
السَّابِعَةُ: كَوْنُهُ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ اسْتَغْفَرَ لَهُ فَلَمْ يُغْفَرْ لَهُ، بَلْ نُهِيَ عَنْ ذَلِكَ.
Die Siebte: dass er, sallallahu alaihi wa sallam, für ihn um Vergebung bat, ihm aber nicht vergeben wurde – vielmehr wurde es ihm verboten.
الثَّامِنَةُ: مَضَرَّةُ أَصْحَابِ السُّوءِ عَلَى الْإِنْسَانِ.
Die Achte: der Schaden, den schlechte Gefährten einem Menschen zufügen.
التَّاسِعَةُ: مَضَرَّةُ تَعْظِيمِ الْأَسْلَافِ وَالْأَكَابِرِ.
Die Neunte: der Schaden, der darin liegt, die Vorfahren und die Großen zu verherrlichen.
الْعَاشِرَةُ: اسْتِدْلَالُ الْجَاهِلِيَّةِ بِذَلِكَ.
Die Zehnte: dass die Leute der Dschahiliyya sich darauf als Beweis beriefen.
الْحَادِيَةَ عَشْرَةَ: الشَّاهِدُ لِكَوْنِ الْأَعْمَالِ بِالْخَوَاتِيمِ، لِأَنَّهُ لَوْ قَالَهَا لَنَفَعَتْهُ.
Die Elfte: der Beleg dafür, dass es bei den Taten auf das Ende ankommt; denn hätte er es gesagt, so hätte es ihm genützt.
الثَّانِيَةَ عَشْرَةَ: التَّأَمُّلُ فِي كِبَرِ هَذِهِ الشُّبْهَةِ فِي قُلُوبِ الضَّالِّينَ، لِأَنَّ فِي الْقِصَّةِ أَنَّهُمْ لَمْ يُجَادِلُوهُ إِلَّا بِهَا، مَعَ مُبَالَغَتِهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ وَتَكْرِيرِهِ، فَلِأَجْلِ عَظَمَتِهَا وَوُضُوحِهَا عِنْدَهُمُ اقْتَصَرُوا عَلَيْهَا.
Die Zwölfte: das Nachdenken darüber, wie groß diese Scheinbegründung in den Herzen der Irregegangenen ist. Denn in der Geschichte heißt es, dass sie ihm nur mit ihr widersprachen, obwohl er, sallallahu alaihi wa sallam, sich so sehr bemühte und es wiederholte. Weil sie in ihren Augen so gewichtig und so einleuchtend war, beschränkten sie sich auf sie.

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