Berliner Muslime

Das Buch des Tauhid, der das Recht Allahs gegenüber den Dienern ist · Kapitel 38 von 67

Wer den Gelehrten und Herrschern darin gehorcht, Erlaubtes zu verbieten oder Verbotenes zu erlauben, hat sie neben Allah zu Herren genommen

Das Kapitel im Überblick

مَنْ أَطَاعَ الْعُلَمَاءَ وَالْأُمَرَاءَ فَقَدِ اتَّخَذَهُمْ أَرْبَابًا مِنْ دُونِ اللَّهِ
Wer Gelehrten und Herrschern gehorcht, hat sie zu Herren genommen
nämlich darin, zu verbieten, was Allah erlaubt hat, oder zu erlauben, was Allah verboten hat
تَمْثِيلُ ابْنِ عَبَّاسٍ بِأَبِي بَكْرٍ وَعُمَرَ
Ibn Abbas führt Abu Bakr und Umar als Beispiel an
  1. 1
    يُوشِكُ أَنْ تَنْزِلَ عَلَيْكُمْ حِجَارَةٌ مِنَ السَّمَاءِ
    Beinahe fallen Steine vom Himmel auf euch herab
  2. 2
    أَقُولُ: قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
    „Ich sage: Der Gesandte Allahs ﷺ hat gesagt …“
  3. 3
    وَتَقُولُونَ: قَالَ أَبُو بَكْرٍ وَعُمَرُ؟
    „… und ihr sagt: Abu Bakr und Umar haben gesagt?“
تَمْثِيلُ أَحْمَدَ بِسُفْيَانَ
Ahmad führt Sufyan als Beispiel an
  1. 4
    عَرَفُوا الْإِسْنَادَ وَصِحَّتَهُ، وَيَذْهَبُونَ إِلَى رَأْيِ سُفْيَانَ
    Sie kennen die Überliefererkette – und folgen Sufyans Meinung
  2. 5
    تَفْسِيرُ آيَةِ النُّورِ
    Sure an-Nur: wer Seinem Befehl zuwiderhandelt
    sie sollen sich vorsehen, dass nicht eine Fitna oder eine schmerzhafte Strafe sie trifft
  3. 6
    الْفِتْنَةُ: الشِّرْكُ
    Die Fitna ist der Schirk
    wer einen Teil seines Wortes zurückweist, dem fällt vielleicht Abweichung ins Herz, und er geht zugrunde
تَفْسِيرُ آيَةِ بَرَاءَةَ
Sure Baraa: Schriftgelehrte und Mönche als Herren genommen
Hadith von Adi ibn Hatim bei Ahmad und at-Tirmidhi
  1. 7
    إِنَّا لَسْنَا نَعْبُدُهُمْ
    Adi: „Wir beten sie doch nicht an“
  2. 8
    يُحَرِّمُونَ مَا أَحَلَّ اللَّهُ فَتُحَرِّمُونَهُ
    Sie verbieten, was Allah erlaubt hat – und ihr dann auch
  3. 9
    وَيُحِلُّونَ مَا حَرَّمَ اللَّهُ فَتُحِلُّونَهُ
    Sie erlauben, was Allah verboten hat – und ihr dann auch
  4. 10
    فَتِلْكَ عِبَادَتُهُمْ
    Das ist die Anbetung, die ihr ihnen erweist
    Hinweis auf die Bedeutung der Anbetung, die Adi von sich wies
تَغَيُّرُ الْأَحْوَالِ إِلَى هَذِهِ الْغَايَةِ
Wie sich die Verhältnisse gewandelt haben
  1. 11
    عِبَادَةُ الرُّهْبَانِ هِيَ أَفْضَلُ الْأَعْمَالِ، وَتُسَمَّى الْوِلَايَةَ
    Anbetung der Mönche gilt als vorzüglichstes Werk
    bei den meisten; sie wird „Wilaya“, also Heiligkeit, genannt
  2. 12
    وَعِبَادَةُ الْأَحْبَارِ هِيَ الْعِلْمُ وَالْفِقْهُ
    Anbetung der Schriftgelehrten gilt als Wissen und Fiqh
  3. 13
    عُبِدَ مِنْ دُونِ اللَّهِ مَنْ لَيْسَ مِنَ الصَّالِحِينَ
    Angebetet wird, wer nicht zu den Rechtschaffenen gehört
  4. 14
    وَعُبِدَ بِالْمَعْنَى الثَّانِي مَنْ هُوَ مِنَ الْجَاهِلِينَ
    Im zweiten Sinn angebetet: wer zu den Unwissenden gehört

Übersicht der Redaktion – sie fasst zusammen und gehört nicht zum Text des Verfassers.

Gelehrtenaussage
يُوشِكُ أَنْ تَنْزِلَ عَلَيْكُمْ حِجَارَةٌ مِنَ السَّمَاءِ! أَقُولُ: قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ، وَتَقُولُونَ: قَالَ أَبُو بَكْرٍ وَعُمَرُ؟
Beinahe werden Steine vom Himmel auf euch herabfallen! Ich sage: Der Gesandte Allahs, sallallahu alaihi wa sallam, hat gesagt – und ihr sagt: Abu Bakr und Umar haben gesagt?
Ibn Abbas, radiyallahu anhuma
Gelehrtenaussage
عَجِبْتُ لِقَوْمٍ عَرَفُوا الْإِسْنَادَ وَصِحَّتَهُ، وَيَذْهَبُونَ إِلَى رَأْيِ سُفْيَانَ، وَاللَّهُ تَعَالَى يَقُولُ: فَلْيَحْذَرِ الَّذِينَ يُخَالِفُونَ عَنْ أَمْرِهِ أَنْ تُصِيبَهُمْ فِتْنَةٌ أَوْ يُصِيبَهُمْ عَذَابٌ أَلِيمٌ. أَتَدْرِي مَا الْفِتْنَةُ؟ الْفِتْنَةُ: الشِّرْكُ؛ لَعَلَّهُ إِذَا رَدَّ بَعْضَ قَوْلِهِ أَنْ يَقَعَ فِي قَلْبِهِ شَيْءٌ مِنَ الزَّيْغِ فَيَهْلِكَ.
Ich wundere mich über Leute, die die Überliefererkette und ihre Echtheit kennen und sich dennoch der Meinung Sufyans zuwenden, wo doch Allah, der Erhabene, sagt: „So sollen sich diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, vorsehen, dass nicht eine Fitna sie trifft oder eine schmerzhafte Strafe sie trifft.“ Weißt du, was die Fitna ist? Die Fitna ist der Schirk. Vielleicht fällt, wenn jemand einen Teil seines Wortes zurückweist, etwas von Abweichung in sein Herz, und er geht zugrunde.
Imam Ahmad ibn Hanbal
Hadith
أَنَّهُ سَمِعَ النَّبِيَّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ يَقْرَأُ هَذِهِ الْآيَةَ: اتَّخَذُوا أَحْبَارَهُمْ وَرُهْبَانَهُمْ أَرْبَابًا مِنْ دُونِ اللَّهِ وَالْمَسِيحَ ابْنَ مَرْيَمَ وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا إِلَهًا وَاحِدًا لَا إِلَهَ إِلَّا هُوَ سُبْحَانَهُ عَمَّا يُشْرِكُونَ. فَقُلْتُ لَهُ: إِنَّا لَسْنَا نَعْبُدُهُمْ. قَالَ: أَلَيْسَ يُحَرِّمُونَ مَا أَحَلَّ اللَّهُ فَتُحَرِّمُونَهُ، وَيُحِلُّونَ مَا حَرَّمَ اللَّهُ فَتُحِلُّونَهُ؟ فَقُلْتُ: بَلَى. قَالَ: فَتِلْكَ عِبَادَتُهُمْ.
Er hörte, wie der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, diesen Vers vortrug: „Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und ihre Mönche neben Allah zu Herren genommen, und ebenso den Messias, den Sohn Maryams. Dabei war ihnen nur befohlen worden, einem einzigen Gott zu dienen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Gepriesen ist Er und erhaben über das, was sie Ihm beigesellen.“ Da sagte ich zu ihm: Wir beten sie doch nicht an. Er sagte: Verbieten sie nicht, was Allah erlaubt hat, und ihr verbietet es dann auch? Und erlauben sie nicht, was Allah verboten hat, und ihr erlaubt es dann auch? Ich sagte: Doch. Er sagte: Das ist die Anbetung, die ihr ihnen erweist.
Überliefert von Adi ibn Hatim, radiyallahu anhu; bei Ahmad und at-Tirmidhi, der ihn für gut erklärte
فِيهِ مَسَائِلُ:
Darin liegen folgende Fragen:
الْأُولَى: تَفْسِيرُ آيَةِ النُّورِ.
Die Erste: die Erklärung des Verses in Sure an-Nur.
الثَّانِيَةُ: تَفْسِيرُ آيَةِ بَرَاءَةَ.
Die Zweite: die Erklärung des Verses in Sure Baraa, also at-Tauba.
الثَّالِثَةُ: التَّنْبِيهُ عَلَى مَعْنَى الْعِبَادَةِ الَّتِي أَنْكَرَهَا عَدِيٌّ.
Die Dritte: der Hinweis auf die Bedeutung der Anbetung, die Adi von sich wies.
الرَّابِعَةُ: تَمْثِيلُ ابْنِ عَبَّاسٍ بِأَبِي بَكْرٍ وَعُمَرَ، وَتَمْثِيلُ أَحْمَدَ بِسُفْيَانَ.
Die Vierte: dass Ibn Abbas Abu Bakr und Umar als Beispiel anführte und Ahmad Sufyan.
الْخَامِسَةُ: تَغَيُّرُ الْأَحْوَالِ إِلَى هَذِهِ الْغَايَةِ، حَتَّى صَارَ عِنْدَ الْأَكْثَرِ عِبَادَةُ الرُّهْبَانِ هِيَ أَفْضَلُ الْأَعْمَالِ، وَتُسَمَّى الْوِلَايَةَ، وَعِبَادَةُ الْأَحْبَارِ هِيَ الْعِلْمُ وَالْفِقْهُ، ثُمَّ تَغَيَّرَتِ الْحَالُ إِلَى أَنْ عُبِدَ مِنْ دُونِ اللَّهِ مَنْ لَيْسَ مِنَ الصَّالِحِينَ، وَعُبِدَ بِالْمَعْنَى الثَّانِي مَنْ هُوَ مِنَ الْجَاهِلِينَ.
Die Fünfte: wie sich die Verhältnisse bis zu diesem Punkt gewandelt haben, sodass bei den meisten die Anbetung der Mönche als das vorzüglichste aller Werke gilt und „Wilaya“, also Heiligkeit, genannt wird, und die Anbetung der Schriftgelehrten als Wissen und Fiqh gilt. Dann wandelten sich die Verhältnisse weiter, bis neben Allah angebetet wurde, wer nicht zu den Rechtschaffenen gehört, und im zweiten Sinn angebetet wurde, wer zu den Unwissenden gehört.

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